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Medieninformation: Energieministerium und Bauernverband wollen mehr Sonnenenergie auf ertragsschwachen landwirtschaftlichen Flächen

Energieministerin Anja Siegesmund: „Mehr Tempo für erneuerbare Energien in Thüringen macht uns schneller unabhängig von Importen“ / TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner: „Es darf keine Konkurrenz zwischen Energie- und Lebensmittelproduktion geben“

In Thüringen sollten landwirtschaftliche Flächen mit geringen Erträgen für Solarstrom nutzbar sein. Das Energieministerium will eine dafür vorgesehene Möglichkeit innerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nutzen. Diese ermöglicht Photovoltaikanlagen in sogenannten benachteiligten Gebieten, also auf bereits festgelegten ertragsschwachen landwirtschaftlichen Standorten. Dadurch ist es insbesondere auf Grünlandflächen möglich, die Flächen gleichzeitig für Landwirtschaft, z.B. durch Beweidung, und für die Energieproduktion mit Photovoltaikanlagen zu nutzen. Erhalten die Betreiber – das kann zum Beispiel ein Landwirt zusammen mit einer lokalen Bürgerenergie-Genossenschaft sein – einen Zuschlag, bekommen sie zusätzlich zur landwirtschaftlichen Nutzung für den generierten Ökostrom eine Einspeisevergütung. Gleichzeitig gilt es, wertvolles Ackerland für die Lebensmittelproduktion zu erhalten. 

Energieministerin Anja Siegesmund: „Die Energiewende braucht viele Partner. Ich werbe in Thüringen darum, gemeinsam für die Energiesicherheit mehr zu tun. Solarmodule auf die Flächen zu stellen, die wenig landwirtschaftlichen Ertrag bringen, schafft einen finanziellen Mehrwert für die Landwirte und schützt gleichzeitig unsere Lebensgrundlagen durch saubere Energie. Es ist angesichts der hohen Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland von großem öffentlichen Interesse, sich so schnell wie möglich von fossilen Importen unabhängig zu machen. Wir wollen die regionale Wertschöpfung erhöhen und den Landwirten Ertrag ermöglichen.“

TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner: „Der Ausbau der Photovoltaik bietet Potentiale für den landwirtschaftlichen Betrieb. Photovoltaikanlagen können für den Landwirt eine Einkommensalternative sein. Es darf aber keine Konkurrenz zwischen Energie- und Lebensmittelproduktion geben. Der Ausbau muss in geordneten Bahnen realisiert werden, sodass die Flächennutzung sinnvoll ist und die landwirtschaftliche Nutzung, aber auch Natur und Landschaft bestmöglich Berücksichtigung finden. Bei jeder Investition müssen die Belange der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch die der Anwohner berücksichtigt werden.“

Sowohl Energieministerium als auch Bauernverband betonen, dass es viele geeignete Flächen für den Photovoltaikausbau gebe. Die benachteiligten landwirtschaftlichen Flächen, insbesondere das Grünland, können einen Beitrag leisten. Das Gros der Anlagen solle jedoch auf Dächern, versiegelten Flächen, auf Brache- und Konversionsflächen errichtet werden. Das Volumen der Futter- oder Lebensmittelerzeugung soll von Photovoltaikanlagen auf benachteiligten Flächen nicht berührt werden. Landwirtschaft und Kommunen vor Ort gelte es an der Wertschöpfung zu beteiligen. Ebenso gelte es Projekte voranzutreiben, bei denen gleichzeitig Landwirtschaft und Energie-Ernte möglich seien (Agri-Photovoltaikanlagen). Nur auf diesem Weg könne eine Akzeptanz für Photovoltaikanlagen bei Landwirtinnen und Landwirten, aber auch bei den Anwohnern vor Ort erzielt werden.

 

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Axel Horn
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Medieninformation: Lebensmittelversorgung hierzulande gesichert – hohe Energie- und Düngemittelpreise gefährden die Stabilität der Landwirtschaftsbetriebe

Der Thüringer Bauernverband (TBV) betonte auf der Regierungsmedienkonferenz am 15. März, dass trotz der aktuellen Turbulenzen auf den Energie-, Düngemittel- und Getreidemärkten die Lebensmittelversorgung hierzulande gesichert ist. Aufgrund der hohen Energie- und Düngemittelpreise ist die Lage dennoch ernst, betonte TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner: „Die heimische Landwirtschaft ist grundsätzlich leistungsfähig genug, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Die Panik an den Energie-, Düngemittel- und Getreidemärkten macht aber eine wirtschaftliche Planung von der Aussaat bis zur Ernte unmöglich“, so Wagner. „Wer heute Dünger und Diesel zu den explodierenden Preisen kaufen muss, weiß schlussendlich nicht, für welchen Preis er sein Getreide vermarkten kann. Dieses enorme wirtschaftliches Risiko gefährdet die wirtschaftliche Stabilität unsere Landwirtschaftsbetriebe und mit ihnen die Versorgungssicherheit.“ Insbesondere bei den Energiekosten, vor allem aber bei den Dieselpreisen, ist daher aus Sicht der Landwirtschaft dringend eine Entlastung notwendig, z.B. durch Aussetzung der CO2-Abgabe auf Energie, die in der landwirtschaftlichen Produktion eingesetzt wird. Darüber hinaus ist eine Entlastung der Pendler im ländlichen Raum angezeigt, da dort oftmals nicht auf öffentliche Verkehrsmittel ausgewichen werden kann.

Vor allem die Entwicklungen am Düngemittelmarkt bereiten der Thüringer Landwirtschaft derzeit große Sorgen: „Der Dünger für die Ernte 2022 ist zum größten Teil gekauft und geliefert. Ohne eine staatlich rückversicherte Ausweitung der europäischen Düngemittelproduktion kann man Engpässe für die Ernte 2023 aber nicht ausschließen.“ Hier herrsche dringender Handlungsbedarf auf europäischer Ebene, so der Bauernpräsident.

Die Folgen der Ukraine-Krise verlangen aus Sicht der Landwirtschaft insgesamt ein Umdenken der Politik: „Für die Sicherheits- und Energiepolitik ist derzeit eine Grundsatzdebatte um Versorgungssicherheit im Gang, die schnell, um Ernährung und sichere Lebensmittelversorgung ergänzt werden muss“, so Wagner. Die agrarpolitische Debatte in Europa, insbesondere in Deutschland, sei seit Jahren hauptsächlich von umweltpolitischen Themen geprägt und auf Extensivierung der heimischen Landwirtschaft ausgerichtet. Dies müsse überdacht werden: „Landwirtschaft ist kein Selbstzweck. Landwirtschaft stellt die Ernährung der Bevölkerung sicher. Das muss im Angesicht der Entwicklungen auch wieder den politisch Verantwortlichen bewusst werden“, so Wagner.

 

Hintergrundinformation

Aktuelle Situation:

Der russische Einmarsch in die Ukraine hat neben den Konsequenzen im Bereich der Energiebereitstellung auch enorme Auswirkungen auf die Agrarmärkte. Dazu haben insbesondere die Schließung von Häfen und die Behinderungen von Exporten beigetragen. Die Notierungen für Getreide und Ölsaaten sind in bisher nicht gekannte Höhen gestiegen. Die Krise in der Ukraine hat im Falle der Ölsaaten einen Markt getroffen, der bereits von einer knappen Versorgung gekennzeichnet war.

Aber auch die Notierungen auf den Energiemärkten sind massiv angestiegen, was zu einer hohen Belastung der Unternehmen, der Verbraucherinnen und Verbraucher und auch der landwirtschaftlichen Betriebe geführt hat. Letztere sind zusätzlich durch den Anstieg der Düngemittel-Notierungen betroffen. Hier einige Eindrücke:

Energiemarkt

  • Die Ölpreise sprangen am Mittwoch ebenfalls auf 8-Jahres-Höchststände. Brent-Rohöl kletterte auf über 113 USD je Barrel auf den höchsten Stand seit Juni 2014, ein Zuwachs von mehr als 40 Prozent in diesem Jahr.

Düngemittelmarkt

  • Die Preise für Harnstoffdünger sind am Terminmarkt in den USA seit Beginn der Invasion am 24. Februar bis zum 8. März um 46 Prozent bzw. 255 USD auf 805 USD je Tonne gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr (250 USD je Tonne) haben sie sich mehr als verdreifacht).
  • Kalkammonsalpeter (KAS) kostet an den deutschen Importhäfen jetzt 625 Euro je Tonne. Das sind nochmals 30 Euro mehr als vor zwei Wochen und ist mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr (200 Euro je Tonne).
  • Ähnlich stark war der Preisanstieg bei Diammoniumphosphat (DAP). Hier stiegen die Preise seit Kriegsbeginn am US-Terminmarkt in Nola um 210 USD auf 910 USD je Tonne nach oben.

Getreidemärkte

  • Der Matif-Kurs für Raps Frontmonat Mai 2022 stieg auf über 840 EUR/t (1. März.)
  • Getreideexporte aus den Häfen der UKR sind zum Stillstand gekommen (5 Millionen Tonnen Ge-treide sind bereits verladen und sind derzeit in den Schiffen lagernd blockiert).
  • Es ist unklar, ob die Feldarbeiten im Frühjahr unter den aktuellen Bedingungen beginnen können.

Die Schwarzmeerregion ist von großer Bedeutung für die weltweite Versorgung mit Agrarrohstoffen. Hier einige Kennzahlen für den Markt in der Saison 2021/22:

  • Russland:
    • Platz Weizenproduktion (75 Millionen Tonnen) [10 Prozent der Weltproduktion]
    • Platz Weizenexport (35 Millionen Tonnen, 17 Prozent der weltweiten Weizenexporte), 5 Millionen Tonnen noch ausstehend
  • Ukraine:
    • Platz in der Weizenproduktion (33 Millionen Tonnen) [4 Prozent der Weltproduktion]
    • Platz Weizenexport (24 Millionen Tonnen, 12 Prozent der weltweiten Weizenexporte), 6 Millionen Tonnen noch ausstehend
    • Platz Maiserzeugung (42 Millionen Tonnen),
    • Platz Maisexport (33 Millionen Tonnen), 15 Millionen Tonnen noch ausstehend

Insgesamt müssen also 11 Millionen Tonnen Weizen und 15 Millionen Tonnen Mais aus anderen Regionen den Markt bis zum 30. Juni erreichen

Weitere Kennzahlen:

  • Sonnenblumenöl: UKR (51 Prozent) und RUS (27 Prozent) sind weltweit wichtigsten Exporteure, DEU deckt 94 Prozent seines Bedarfs an Sonnenblumenöl durch Importe.
  • Europäische Sojabohnen: Mehr als zwei Drittel des EU-Sojas kommen aus RUS und der UKR.
  • Rapssaat: DEU importiert 10 Prozent der in DEU verarbeiteten Rapssaat aus der UKR.
  • Leinsamen: Fast 90 Prozent des in der EU verarbeiteten Leinsamens werden importiert. Davon stammen 37 Prozent aus der RUS und 5 Prozent aus der UKR.

 

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Medieninformation: Unten Ackern, oben Strom. Flächen schützen und wirtschaftliche Potentiale der Agri-Photovoltaik nutzen

Positionspapier des Thüringer Bauernverbandes zum Photovoltaikausbau in Thüringen:

Der Thüringer Bauernverband (TBV) sieht in der von der Bundesregierung proklamierten Absicht, im Rahmen der Energiewende den Ausbau der Photovoltaik voranzutreiben, sowohl wirtschaftliche Chancen als auch Risiken für die Thüringer Landwirtschaft. Eine Neuerrichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf wertvollen Acker- und Grünlandflächen, die bisher der Produktion von Nahrungsmitteln dienen, bewertet der Verband in seinem verabschiedeten Positionspapier aber sehr kritisch: „Photovoltaik kann eine neue Quelle der Wertschöpfung für unsere Landwirtschaftsbetriebe sein. Wenn aber hierzulande fruchtbare Ackerflächen zugebaut werden und nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln zur Verfügung stehen, müssen in anderen Teilen der Welt neues Ackerland erschlossen werden. Dafür werden dann auch bisher ungenutzte Wälder gerodet werden. sodass die Umwelt und das Klima letztlich zu den großen Verlierern der Energiewende zählen würden“, so Toralf Müller, Vizepräsident des TBV und Leiter des Agrarunternehmens Pfersdorf eG im Landkreis Hildburghausen. Damit die Energiewende nachhaltig umgesetzt und der Ausbau der Photovoltaik gelingen kann, fordert der TBV daher, zunächst das Potential an Dachflächen, versiegelten Flächen sowie an Brache- und Konversionsflächen auszuschöpfen. Auch technische Innovationen zur Effizienzsteigerung und Erhöhung des Wirkungsgrades von Solarmodulen im Rahmen eines Repowering bestehender Anlagen müsse genutzt werden. Erst danach sollten Freiflächen in Betracht gezogen werden.

Bei der Nutzung geeigneter Freiflächen müsse, so die Forderung der Thüringer Landwirtschaft, den Agri-Photovoltaikanlagen der Vorzug gegeben werden. Agri-Photovoltaikanlagen ermöglichen die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion und die Photovoltaik-Stromproduktion: „Unten Ackern, oben Strom – dieses, allerdings nicht ganz einfach umzusetzende Konzept, kann zusätzlichen Flächenverbrauch verhindern und führt durch die Doppelnutzung zu einer höheren Wertschöpfung“, so Müller. Insbesondere auf Grünland sei eine solche Anlage gut vorstellbar, etwa wenn Kühe unter den aufgestellten Solarmodulen weiden können. „Es ist daher unverständlich, warum die Bundesregierung allein den Ausbau der Agri-Photovoltaik auf wertvollem Ackerland fördern will, wo die Doppelnutzung durch die Erfordernisse des Pflanzenanbaus viel schwieriger ist. Aus unserer Sicht muss daher gerade das Grünland bei der Förderung zwingend berücksichtigt werden“, so Müller weiter.

Aktuell besteht ein sehr hohes Interesse von Investoren an Ackerflächen zu Errichtung von Photovoltaikanlagen, die mit unseriösen Angeboten an die Verpächter herantreten. Nicht selten wird hier mit dem zehnfachen Pachtpreis geworben. Was für die Verpächter erst einmal verlockend klingt, kann aus Sicht des TBV der Akzeptanz des Photovoltaikausbaus irreparablen Schaden zufügen: „Steigen großflächig ortsfremde Investoren ein, besteht die Gefahr, dass die Landschaft mit Anlagen vollgepflastert wird und die Wertschöpfung andernorts anfällt. Das ist weder den Menschen vor Ort, noch den Landwirtinnen und Landwirten zu vermitteln“, so Müller. Daher müsse die Thüringer Landesregierung jetzt aktiv werden und die Landwirtschaft, die Kommunen sowie die Bürgerinnen und Bürger vor Ort an einen Tisch bringen, um gemeinsam ortsverträgliche Projekte zu entwickeln. Bürgerenergieprojekten ist beim Photovoltaikausbau der Vorrang zu geben.

Hintergrundinformation

Ende 2021 waren in Deutschland Photovoltaikanlagen installiert, die knapp 60 Gigawatt Strom produzierten. Dies soll laut Koalitionsvertrag bis 2023 auf 200 Gigawatt erhöht werden. Dabei soll der Ausbau je etwa zur Hälfte als Dachanlagen und als Freiflächenanlagen erfolgen. Damit würden die heute 30.000 Hektar umfassenden Photovoltaik-Freiflächenanlagen bis 2023 um weitere 70.000 Hektar wachsen.

Die Bundesregierung plant mit dem sogenannten Oster- und Sommerpaket das EEG so zu novellieren, dass der Ausbau weiter vorangetrieben wird und die gesetzten Ziele erreichbar werden.

Das Positionspapier des TBV ist auf der Verbandshomepage unter https://tbv-erfurt.de/files/downloads/themen/erneuerbare-energien/2022/TBV_Positionierung_Photovoltaik.pdf einzusehen.

 

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Medieninformation: Afrikanische Schweinepest - Schwarzwildbestände müssen drastisch reduziert werden

Die Afrikanische Schweinepest ist in (ASP) in Ost- und Norddeutschland weiter auf dem Vormarsch und wird in absehbarer Zeit auch Thüringen erreichen und die hiesigen Schweinebestände bedrohen. Aus diesem Grund trafen sich am 18. Januar im Kultur- und Kongresszentrum in Bad Langensalza sowie im Videostream 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft und Jägerschaft sowie aus den zuständigen Thüringer Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft, um die rechtlichen und praktischen Auswirkungen eines ASP-Ausbruchs auf die Jagd bzw. die landwirtschaftlichen Betriebsabläufe zu diskutieren.

Zum Schutz der heimischen Wild- und Hausschweinpopulation fordern der Thüringer Bauernverband (TBV) und der Landesjagdverband Thüringen gemeinsam sofortige Anstrengungen, die Wildschweinbestände im Freistaat drastisch zu reduzieren. Nur auf diesem Wege lasse sich das Ausbreitungsrisiko der Tierseuche senken, so Dr. Lars Fliege, Vizepräsident des TBV. „Es muss uns gelingen, in möglichst kurzer Zeit die Thüringer Schwarzwildbestände zu verringern, wenn wir eine flächendeckende Verbreitung der ASP verhindern wollen.“ In der Pflicht sieht er hierbei vor allem die Thüringer Landesregierung. Diese müsse deutlich mehr tun, um die Jägerinnen und Jäger stärker zu unterstützen. „Dies kann beispielsweise durch eine höhere Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildentnahme oder die Unterstützung der Vermarktung und Verwertung von Wildbret geschehen“, so Fliege weiter. Zudem müsse nach seiner Einschätzung die Schwarzwildbejagung auch in Schutzgebieten (z. B. im Nationalpark Hainich) forciert werden, da diese Rückzugsgebiete für Schwarzwild darstellen.

Darüber hinaus müsse die Bevölkerung in einer öffentlichkeitswirksamen Informationskampagne, z.B. mit großflächigen Informationstafeln an Autobahnraststätten, über die Tierseuchengefahr aufgeklärt werden, so Fliege, da auch der Mensch bei der Verbreitung des Virus eine bedeutende Rolle spiele. Das ASP-Virus kann über große Distanzen indirekt über verunreinigte Gegenstände (Schuhe, Fahrzeuge) oder durch unachtsam entsorgte infektiöse Lebensmittel übertragen werden. Vor allem Personen und Transporteure, die aus Sachsen und Brandenburg in Richtung Westen reisen, sollten Speisereste auf Raststätten und Parkplätzen in verschlossenen Müllbehältern entsorgen. Dadurch kann verhindert werden, dass etwa ein Wurstbrötchen zu einer Ansteckungsquelle für Wildschweine wird.

Ein Ausbruch der ASP in Thüringen wird großes Tierleid bei Wild- und Hausschweinen zur Folge haben. Für schweinehaltende Betriebe entstünde hierdurch zudem ein wirtschaftlich katastrophales Szenario, da ein Ausbruch umfangreiche Restriktionen nach sich ziehen würde (z. B. Transportverbote für Schweine, Verbot der Auslauf-/Freilandhaltung).

Hintergrund

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese fast immer tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar; auch nicht beim etwaigen Verzehr von mit dem ASP-Virus kontaminiertem Schweinefleisch.

In Deutschland wurde seit Ausbruch der Tierseuche im September 2020 die ASP bei mehr als 3.100 Wildschweinen sowie in vier Hausschweinebeständen nachgewiesen. Bestätigte ASP-Fälle gab es bisher in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Fachtagung wurde vom Thüringer Bauernverband, dem Schwarzwild-Kompetenzzentrum Thüringen, dem Landesjagdverband Thüringen, dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft organisiert.

 

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Medieneinladung: Gemeinschaftstagung für Landwirte und Jäger

Gefahr Afrikanische Schweinepest: Vorbeugende Maßnahmen und Folgen eines Ausbruchs in Thüringen

Mit welchen Einschränkungen und Folgen müssen Jäger und Landwirtschaftsbetriebe rechnen, wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Thüringen bei einem Wild- oder Hausschwein ausbrechen würde? Welche Perspektiven gibt es für schweinehaltende Betriebe im Tierseuchenkrisenfall? Wie kann einer Einschleppung der ASP vorgebeugt werden und welche Maßnahmen sind jetzt von allen Beteiligten (Behörden, Tierhaltungsbetrieben, Jägerschaft, Bevölkerung) zu ergreifen?

Diese und andere Fragen werden am 18. Januar auf der Gemeinschaftstagung für Landwirte und Jäger im Kultur- und Kongresszentrum in Bad Langensalza beantwortet.

Dr. Lars Fliege (Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes), Vertreter und Vertreterinnen des für Veterinärwesen zuständigen Thüringer Gesundheitsministeriums (TMASGFF), ein von der ASP betroffener Schweinehalter aus Brandenburg sowie andere Referentinnen und Referenten werden verschiedene Aspekte des Themas zur Sprache bringen und mit den Anwesenden diskutieren.

Der Thüringer Bauernverband und der Landesjagdverband Thüringen laden hierzu alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein.

Termin:     Dienstag, 18. Januar 2022, 9.00 bis 15.00 Uhr

Ort:         Kultur- und Kongresszentrum, An der Alten Post 2, 99947 Bad Langensalza

Tagungseinlass ist ab 8.30 Uhr. Die Veranstaltung eignet sich für die Berichterstattung in Bild und Ton. Anreise- und Parkmöglichkeiten stehen vor Ort ausreichend zur Verfügung.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Anzahl der anwesenden Personen begrenzt. Bitte melden Sie sich deshalb bis zum 17. Januar per E-Mail bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. an.

Bitte beachten Sie zudem, dass eine Teilnahme nur für genesene, vollständig geimpfte oder negativ getestete Personen möglich ist (Schnelltest muss von einer offizieller Teststelle durchgeführt werden und darf nicht älter als 24 Stunden sein). Entsprechende Nachweise müssen mitgebracht werden. Im Veranstaltungsgebäude gilt Maskenpflicht.

Die Veranstaltung wird vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales Gesundheit, Frauen und Familie sowie dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft mitorganisiert.

Das Tagungsprogramm finden Sie auf der Homepage des TBV.

 

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Medieninformation: Mitteldeutscher Schweinetag - Ostdeutsche Schweinehalter kämpfen mit historisch niedrigen Erlösen und explodierenden Futtermittelkosten

Am 11. November diskutierten über 100 mitteldeutsche Schweinehalterinnen und Schweinehalter sowie Vertreterinnen und Vertreter von Landwirtschaftsbehörden, der Tierärzteschaft und der Industrie in Halle-Peißen über die Zukunftsfähigkeit der Schweinehaltung in Ostdeutschland. Die Lage der hiesigen schweinehaltenden Betriebe ist derzeit extrem schwierig: Neben der derzeitigen Kostenexplosion bei Futtermitteln setzt insbesondere der historisch niedrige Schweinepreis den Schweinhalterinnen und Schweinhaltern zu. „Seit Monaten verlieren sauenhaltende Betriebe mit jedem aufgezogenen Ferkel 50 Euro. Ein 28 kg schweres Ferkel erlöst derzeit maximal 20 Euro für den Halter ¬– eine Tankfüllung an der Tankstelle ist aktuell das Vierfache wert. Schweinemäster verlieren pro vermarkteten Mastschwein 60 Euro von bereits investiertem Kapital. So erhält der Schweinemäster 1,20 Euro pro kg Schlachtgewicht, eine Kugel Eis mit 80 – 90g kostet in Deutschland im Schnitt 1,30 Euro. Selbst ein Liter Diesel ist mit 1,50 Euro mehr wert als 1 kg Schweinefleisch vom deutschen Schweinemäster. Das alles steht in keinem Verhältnis mehr. Wo bleibt die Wertschätzung für Schweine und die damit verbundenen Lebensmittel? Eine Schmach für alle Schweinehalter und eine Herabwürdigung der täglichen intensiven und immensen Aufwendungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche für die Betreuung der Tiere in schweinehaltenden Betrieben aufbringen müssen“, so André Telle, Schweinhalter aus Heberndorf und Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen.

Viele Schweinehalterinnen und Schweinhalter wissen aufgrund der weiter auseinandergehenden Kosten-Erlös-Schere nicht, wie sie ihre Betriebe weiterentwickeln sollen und stehen inmitten der schwierigsten Situation der Geschichte vor der Frage, ob sie die Schweinehaltung aufgeben oder doch versuchen, sie zukunftsfähig aufzustellen. Um Betriebsaufgaben und einen weiteren Rückgang der Schweinebestände in Mitteldeutschland zu verhindern, müssen aus Sicht des Berufsstandes zudem die Nutztierstrategie des Bundes (sog. Borchert-Kommission) konsequent umgesetzt und das Bau- und Genehmigungsrecht für Stallanlagen angepasst werden. Auch die Politik ist gefragt: „Um in Deutschland noch weiterhin Schweine halten zu können, benötigen wir zeitnah ein klares Bekenntnis von der Politik und den Marktteilnehmern“, so Marko Hesse, Geschäftsführer der Thüringer Agrargesellschaft Neunheilingen.

Ein richtungsweisender Ansatz wäre es zudem, wenn sich der Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und die Gastronomie zu deutschem Schweinefleisch bekennen würden. Hier muss es perspektivisch zu einer Solidaritätsgemeinschaft aller Beteiligten kommen, so dass auch der Erzeuger, als das erste Glied in der Kette, genauso stark wie die anderen Glieder sein kann. „Wir fordern, allein schon aus ökologischen Gesichtspunkten heraus, dass hierzulande nur noch Fleisch von Schweinen vermarktet wird, die in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet worden sind (5xD). Wenn wir unsere Ställe schließen, woher kommt dann künftig das Schweinefleisch für die Thüringer Rostbratwurst? Besser wäre es dann, wenn wir sie gleich als iberische Rostbratwurst vermarkten“, so Hesse.

 

Hintergrund

Schweinehaltung in Thüringen

Insgesamt werden heute in Thüringen nur noch 560.000 Schweine (Stichtag 1. Mai 2021) gehalten. Damit gingen die Schweinebestände seit 2016 um rund 25 Prozent zurück.

Insbesondere die Sauenhaltung nimmt ab. So werden heute nur noch rund 65.000 Zuchtsauen (Stichtag 1. Mai 2021) gehalten, 2020 waren es noch fast 82.500 gewesen (Stichtag 1. Mai 2020). Allein In den zurückliegenden acht Jahren haben bereits 42 Betriebe ihre Sauenhaltung vollständig aufgegeben. Einige Betriebe haben ihren Sauenbestand erheblich abgebaut (um 25 bis 70 Prozent).

Bei den Mastschweinen ist der Bestandsrückgang nicht so extrem ausgeprägt wie bei Sauen, doch in einigen Fällen wurde der Bestand deutlich zurückgefahren.

Ein Grund für den Rückgang sind die nationalen Alleingänge der deutschen Politik in Zeiten eines europäischen Binnenmarktes. Der Wettbewerbsnachteil für deutsche Schweinehalterinnen und -halter beträgt mittlerweile 45 Euro je Tier gegenüber anderen EU-Staaten.

Weil viele Betriebe aus der Schweinehaltung ausgestiegen sind, liegt der Selbstversorgungsgrad der mitteldeutschen Bevölkerung mit regionalen Schweinefleischprodukten schon bei unter 60 Prozent.

Mitteldeutscher Schweinetag

Das im zweijährigen Turnus stattfindende Fachforum wurde vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt, dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Zusammenarbeit mit der Erzeugergemeinschaft Altmark Schwein und dem Netzwerk Fokus Tierwohl organisiert.

 

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Medieninformation: Milchviehhaltung in Thüringen am Scheideweg

Anlässlich des heutigen 24. Thüringer Milchtages im Congress Center der Messe Erfurt forderte der Vorsitzende der Landesvereinigung Thüringer Milch e.V. Dr. Klaus Wagner nicht nur ein „klares Bekenntnis der Landesregierung zur regionalen Milchviehhaltung in Thüringen“ sondern auch die Schaffung von Rahmenbedingungen, welche die Milcherzeuger stärken.
Bereits heute investieren die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte in mehr Tierwohl und bessere Arbeitsbedingungen in der Milcherzeugung. Bisher spiegeln sich die daraus resultierenden Mehrkosten allerdings nicht im Milchpreis wider. Zusätzlich werden die Milchviehhalterinnen und -halter aktuell von einer Kostenlawine aus gestiegenen Preisen für Dünger, Diesel, Heizöl, Strom, Tierarzt, Maschinen und Futter überrollt. Die noch zu erwartenden verschärften Regelungen in den Bereichen der Gemeinsamen Agrarpolitik, der Düngung sowie des Umwelt-, Klima- und Tierschutzes lassen Wagner einen zunehmenden Rückgang des Tierbestandes erwarten: „Von der Landwirtschaft wird verlangt, für immer weniger öffentliches Geld immer mehr zu leisten. Das geht nicht!“ Er warnt: „Mit jeder Betriebsaufgabe verschwinden Unternehmertum, Wertschöpfung, Arbeitsplätze sowie Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen im ländlichen Raum.“
Er warnte außerdem vor einer drohenden Verlagerung der Tierhaltung in Länder mit geringeren Produktionsstandards mit daraus entstehenden Abhängigkeiten und deutlichen Einbußen beim Tierwohl.
Etwa 100 Interessierte folgten der Einladung der Landesvereinigung Thüringer Milch e.V. (LVTM) und des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) zu Redebeiträgen und Diskussionen zum aktuellen Stand und der Zukunft der Milchviehhaltung in Thüringen.

Kontakt

Katrin Hucke
Geschäftsführerin
Landesvereinigung Thüringer Milch e.V.
Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt
Telefon: 0361 262 53 255
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