Pressemitteilungen

Medieneinladung: Gemeinsame Erntepressekonferenz des Thüringer Bauernverbandes und des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft

Ernte in Rekordzeit – Fehlende Niederschläge führen zu Ertrags- und Qualitätsverlusten

In Thüringen ist die Ernte so früh wie noch nie zu Ende gegangen. Durch die lange Trockenperiode hatte es kaum Unterbrechungen bei der Ernte gegeben, so dass diese in Rekordzeit eingebracht werden konnte. Die langanhaltende Trockenheit sorgte jedoch für eine enorme Dürreintensität, die in Thüringen flächendeckend zu geringeren Erträgen und zu Qualitätsverlusten führte.

Die genauen Erntezahlen werden der Öffentlichkeit am Donnerstag, den 1. September, ab 10 Uhr, auf der gemeinsamen Erntepressekonferenz des Thüringer Bauernverbandes (TBV) und des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) auf dem Gelände der Roland Mills Mühle in Bad Langensalza vorgestellt.

Die Ernteergebnisse werden von der Thüringer Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij und TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner präsentiert. Wagner wird in seinen Ausführungen die diesjährige Ernte aus Sicht der Thüringer Landwirtschaft einordnen und die Erntezahlen der in Thüringen ökologisch wirtschaftenden Betriebe vorlegen. Anschließend wird der Geschäftsführer Stephan Kill den anwesenden Gästen die Rolland Mills Mühle vorstellen, die beispielhaft für die regionale Wertschöpfung im Bereich der Lebensmittelerzeugung ist.

Der TBV lädt hierzu gemeinsam mit dem TMIL und der Rolland Mills Mühle alle Medienvertreterinnen und -vertreter sowie alle Interessierten herzlich ein.

Zeit:    1. September, 10 Uhr

Ort:    Rolland Mills Mühle, Tonnaer Straße 22, 99947 Bad Langensalza

Bild- und Tonaufnahmen sind während der gesamten Veranstaltung möglich. Parkplätze sind vor Ort ausreichend vorhanden.

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André Rathgeber
Referent für Pflanzenbau, Umwelt und Ökologischer Landbau
Thüringer Bauernverband e. V.
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Medieninformation: Sonder-Agrarminsterkonferenz - Organisierte Verantwortungslosigkeit

Der Thüringer Bauernverband wirft den Agrarministerinnen und -ministern aufgrund fehlender Entscheidungen auf der gestrigen Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) organisierte Verantwortungslosigkeit vor. Insbesondere das Ausbleiben von Entscheidungen über den kürzlich von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag für die Aussetzung der Fruchtfolgereglung und der Brachepflicht um der weltweiten Nahrungsmittelknappheit entgegenzuwirken steht im Mittelpunkt der Kritik: „Es ist auch nach dem Treffen weiter offen, ob der vorgesehene jährliche Fruchtwechsel nun kommt oder nicht. Es ist unklar, ob und wenn ja, wieviel Fläche nun tatsächlich stillgelegt werden muss und ob wir diese Felder nach der Ernte (also jetzt!) bearbeiten und aktiv begrünen dürfen“ so der Thüringer Bauernpräsidenten Dr. Klaus Wagner. „Deutlicher kann die AMK nicht zeigen, dass sie entweder nicht entscheiden will, die agrotechnischen Zusammenhänge ignoriert oder handlungsunfähig ist. Die Entscheidung trifft dann der Vegetationsverlauf, der keine ‘Wiedervorlage‘ kennt.  Angesichts der bevorstehenden Aussaat ist dies für die Landwirtinnen und Landwirte eine Katastrophe: „Wir stehen kurz vor dem Abschluss der Ernte. Die Bodenbearbeitung für die nachfolgenden Kulturen läuft; unsere Anbauplanung für das nächste Jahr sollte jetzt feststehen. Das zu wissen und nichts zu tun, ist organisierte Verantwortungslosigkeit. Bundesagrarministers Cem Özdemir und seine Kolleginnen und Kollegen auf Länderebene fahren die deutsche Landwirtschaft sehenden Auges gegen die Wand“, so die Kritik des Thüringer Bauernpräsidenten.

Auch die punktuellen Einigungen der Sonder-Agrarministerkonferenz über die Ausgestaltung des deutschen GAP-Strategieplans werden scharf von Seiten der Landwirtschaft kritisiert. „Statt mehr Klarheit zu bringen, wird das Ganze noch umständlicher und noch unübersichtlicher“, so Wagner. „Hier darf ich etwas auf 35 Prozent der Fläche, dort darf ich etwas auf maximal 75 Prozent der Fläche, das darf ich aber nur zwei oder drei Jahre, das andere aber nur jährlich usw. Allein die bereits geplante Dreigleisigkeit der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik mit Grundregeln, Öko-Regelungen und regionalen Maßnahmen sind für die Mehrzahl der Betriebe kaum überschaubar. Durch die gestrigen Festlegungen wird es jetzt noch undurchsichtiger“, so Wagner weiter.

Hintergrundinformation

Gestern trafen sich die Ministerinnen und Minister der Länder zusammen mit dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft zu einer Sonder-Agrarministerkonferenz. Den Vorsitz hat Sven Schulze, Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sowie die Agrarministerinnen und -minister der Länder werden der digitalen Sonder-AMK zugeschaltet. Nach Vorabstimmungen mit der Kommission hat der Bund eine Diskussionsgrundlage vorgelegt, wie der Entwurf des Strategieplan Deutschlands genehmigungsfähig ausgestaltet werden soll und in dem die Anregungen der EU-Kommission aufgenommen worden sind. Weiterhin sollte die aufgrund der Verantwortung Europas und auch Deutschlands zur Sicherung der durch den Ukrainekrieg und die Sanktionspolitik verursachten Versorgungsengpässen über eine Aussetzung der Pflichten zum Fruchtwechsel und zur vierprozentigen Stilllegung entschieden werden.

Bereits im Vorfeld der Sonder-Agrarministerkonferenz hatten die Bauernpräsidenten der fünf ostdeutschen Bundesländer in Magdeburg auf einer gemeinsamen Pressekonferenz eindringlich Klarheit darüber gefordert, welche Anforderungen von der Politik im Rahmen der Agrarförderung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) künftig an die Landwirtinnen und Landwirte gestellt werden

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Axel Horn
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Medieninformation: Pressekonferenz der ostdeutschen Bauernverbände - Sonder-Agrarministerkonferenz: Agrarpolitik muss jetzt entschieden werden!

Im Vorfeld der Sonder-Agrarministerkonferenz haben die Bauernpräsidenten der fünf ostdeutschen Bundesländer in Magdeburg auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Klarheit darüber gefordert, welche Anforderungen von der Politik im Rahmen der Agrarförderung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) künftig an die Landwirtinnen und Landwirte gestellt werden. Aktuell ist in wichtigen Punkten noch immer nicht entschieden, an welche Vorgaben sich die Betriebe ab 2023 halten sollen. So wissen die Landwirtinnen und Landwirte derzeit nicht, ob sie im kommenden Jahr beispielsweise Weizen nach Weizen anbauen dürfen, obwohl jetzt das Saatgut bestellt werden müsste. Auch ist nicht bekannt, wie viel Prozent der Ackerfläche aufgrund politischer Vorgaben im nächsten Jahr nicht bearbeitet werden dürfen.

Seit Monaten fordern die Bauernverbände die Politik auf, förderpolitische Planungssicherheit für die Betriebe herzustellen. Die fünf Präsidenten appellieren an die Agrarminister: „Finden Sie Lösungen abseits von Parteipolitik. Wir können mit jeder erzeugten Tonne Weizen für die weltweite Ernährung einen Beitrag leisten. Die Agrarministerkonferenz muss sich dafür einsetzen, dass ausstehende Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden.“

Vor dem Hintergrund einer mangelnden politischen Vorwärtsperspektive für die deutsche Landwirtschaft, die wirtschaftlich und fachlich tragfähig ist, haben die jüngsten Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zu großem Unmut im Berufsstand geführt. Zum einen sein Ausspruch zu einer „maßvollen Reduzierung“ der Tierbestände. In diesem Bereich sorgt die Politik bereits dafür, dass immer mehr Betriebe ihre Ställe für immer schließen müssen.

Mehr noch hat jedoch die Äußerung, dass der Bundesminister aktuell keinen Anlass zum radikalen Protest von Landwirten in Deutschland sieht, für Empörung gesorgt. Keinem Politiker steht die Bewertung zu, ob ein Berufsstand auf die Straße geht. Viele Landwirtinnen und Landwirte haben in den vergangenen Jahren zunehmend den Eindruck gewonnen, dass die Landwirtschaft ein Raum für politische Umwelt- und Klimaschutz-Visionen geworden ist. Die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte werden hingegen, abseits von vollmundigen Reden, nicht adäquat anerkannt und honoriert.

Hierzu passen auch die weiteren politischen Vorhaben bei der verabschiedeten nationalen AVV und deren nicht verursachergerechte Ausweisung und Ausweitung sogenannter Roter Gebiete, in denen nicht bedarfsgerecht gedüngt werden darf. Weiter können die europäischen Planziele zum Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten mit einer Reduktion um 50 Prozent angeführt werden. Dieses sind Maßnahmen, die Maximalforderungen folgen, landwirtschaftlich fachlichem Wissen entgegenstehen und zu mehr Nahrungsmittelimporten aus Drittstaaten sowie dem Verlust von landwirtschaftlicher Fläche und zahlreichen Betrieben führen.

Hintergrund
Am 28. Juli, wird zur aktuellen Agrarpolitik eine Sonder-Agrarministerkonferenz in Magdeburg stattfinden. Den Vorsitz hat Sven Schulze, Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sowie die Agrarministerinnen und -minister der Länder werden der digitalen Sonder-AMK zugeschaltet.

 

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Medieneinladung: Gemeinsame Pressekonferenz der ostdeutschen Bauernverbände zur Sonder-Agrarministerkonferenz: Agrarpolitik muss jetzt entschieden werden!

Die Präsidenten der Landesbauernverbände aller ostdeutschen Bundesländer werden am 26. Juli aus Anlass der zwei Tage später stattfinden Sonder-Agrarministerkonferenz eine gemeinsame Pressekonferenz in Magdeburg durchführen. Hierbei soll die Dringlichkeit und die Notwendigkeit verdeutlicht werden, dass Deutschland endlich seinen Strategieplan für die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) mit Brüssel abgestimmt bekommt, da aktuell in relevanten Punkten unklar ist, welche politischen Vorgaben ab dem 1. Januar 2023 final gelten werden. Eine Klärung ist von hoher Dringlichkeit, da die Ernte bereits in vollem Gange ist und die Aussaat für die Ernte 2023 kurz bevorsteht. Die Politik kann den Landwirtinnen und Landwirten nicht erst im Winter sagen, was sie in diesem Herbst hätten tun sollen.

Die ostdeutschen Landesbauernverbände laden alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein, digital oder vor Ort in Magdeburg an der Pressekonferenz teilzunehmen.

Zeit: Dienstag, den 26. Juli, ab 11 Uhr

Ort:  Hybridveranstaltung (digital und vor Ort im Haus der Landwirtschaft in Magdeburg)

Die digitale Teilnahme erfolgt über WebEx:
https://bauernverbandsachsenanhaltev.my.webex.com/bauernverbandsachsenanhaltev.my/j.php?MTID=m3303eaff0fe658e5df7a8ea31cf71ca6
Dienstag, 26. Juli 2022, 11:00 | 1 Stunde 30 Minuten
Meeting-Kennnummer: 2371 558 4275
Passwort: mPmuipJT745

Über Videosystem beitreten
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Vor-Ort-Teilnahme:
Auf Wunsch ist die Teilnahme vor Ort im Haus der Landwirtschaft, Maxim-Gorki-Straße 13, 39108 Magdeburg, möglich.
Bitte teilen Sie uns per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.bis Montagmittag mit, wenn Sie vor Ort teilnehmen möchten

Hintergrund
Am 28. Juli, wird zur aktuellen Agrarpolitik eine Sonder-Agrarministerkonferenz in Magdeburg stattfinden. Den Vorsitz hat Sven Schulze, Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sowie die Agrarministerinnen und -minister der Länder werden der digitalen Sonder-AMK zugeschaltet. Diese Sonder-Agrarministerkonferenz muss in den offenen Fragen für Klarheit zu sorgen. Die Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht bei Vorgaben sanktioniert werden, die sie gar nicht hätten umsetzen können. Wenn diese notwendige Klärung nicht erfolgt, muss ggf. die bisherige GAP-Förderung um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Ablauf der Pressekonferenz
Die fünf Bauernpräsidenten sowie der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes werden die Situation für die Landwirtschaft erklären. Zentraler Punkt ist der Strategieplan zur GAP, ebenso wird die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten“ Thema sein, die sogenannten Roten Gebiete. Anschließend können von den teilnehmenden Journalistinnen und Journalisten Fragen gestellt werden. Die Durchführung von Interviews wird im Anschluss möglich sein. Zur Pressekonferenz wird eine Pressemitteilung erscheinen.

Bild und Ton
Die Bauernpräsidenten können im Haus der Landwirtschaft in Magdeburg individuell interviewt werden.

Dreh-Möglichkeiten
Gerne vermitteln die Bauernverbände Sie auch an weitere Drehpartner. Wenn Sie eine Landwirtin oder einen Landwirt besuchen möchten, wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des jeweiligen Landesbauernverbandes.

Die teilnehmenden Bauernpräsidenten:

  • Olaf Feuerborn, Präsident Bauernverband Sachsen-Anhalt
  • Detlef Kurreck, Präsident Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes
  • Henrik Wendorff, Präsident Landesbauernverband Brandenburg
  • Torsten Krawczyk, Präsident Sächsischer Landesbauernverband
  • Dr. Klaus Wagner, Präsident Thüringer Bauernverband

 

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Axel Horn
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Medieninformation: EEG-Novelle: Photovoltaikausbau ja, Freiflächenanlagen auf Ackerland nein

Anlässlich der im Rahmen des sogenannten Osterpakets verabschiedeten EEG-Novelle fordert der Thüringer Bauernverband (TBV) mit Blick auf den angestrebten Ausbau der Photovoltaik zuerst das Potential an städtischen Dachflächen, bereits versiegelten Flächen sowie an Brache- und Konversionsflächen auszuschöpfen, bevor Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen installiert werden. „Grundsätzlich gilt, dass landwirtschaftliche Nutzflächen, egal ob Acker- oder Grünland, der Produktion von Nahrungsmitteln dienen. Sie sind, gerade auch in diesen unsicheren Zeiten, unverzichtbar zur Gewährleistung der Ernährungssicherheit der Bevölkerung“, so Dr. Klaus Wagner, Präsident des TBV.

Wenn Anlagen auf Freiflächen errichtet werden sollen, müsse, so die Forderung der Thüringer Landwirtschaft, den Agri-Photovoltaikanlagen der Vorzug gegeben werden. Agri-Photovoltaikanlagen ermöglichen die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die landwirtschaftliche Pflanzen- oder Tierproduktion und die Photovoltaik-Stromproduktion: „Unten Landwirtschaft, oben Strom – dieses, allerdings nicht ganz einfach umzusetzende Konzept, kann zusätzlichen Flächenverbrauch verhindern und führt durch die Doppelnutzung zu einer höheren Wertschöpfung“, so Wagner. Insbesondere auf Grünland sei eine solche Anlage gut vorstellbar, etwa wenn Schafe unter den aufgestellten Solarmodulen weiden können. Auch für den Gemüse- und Obstanbau seien Agri-Photovoltaikanlagen denkbar. Für den Anbau von Getreide, wie er vorwiegend in Thüringen betrieben werde, sehe man derzeit keine praxistaugliche und wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit, so Wagner weiter. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die hohen Investitionskosten und der fehlenden Infrastruktur zur Stromeinspeisung vor Ort. 

Eine Neuerrichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen darf nur Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Landwirtinnen und Landwirten erfolgen und sollte ausschließlich auf ertragsschwachen Standorten in Betracht gezogen werden. Dabei muss ein zusätzlicher Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche durch naturschutzfachliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für errichtete Photovoltaik-Freiflächenanlagen verhindert werden. Den Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf wertvollen Acker- und Grünlandflächen, die bisher der Produktion von Nahrungsmitteln dienen, lehnt der Verband demgegenüber entschieden ab: „Wenn hierzulande fruchtbare Ackerflächen zugebaut werden und nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln zur Verfügung stehen, muss in anderen Teilen der Welt neues Ackerland durch Rodungen erschlossen werden, sodass die Umwelt und das Klima letztlich zu den großen Verlierern der Energiewende zählen würden“, so Wagner.

Aktuell besteht ein sehr hohes Interesse von Investoren an Ackerflächen zu Errichtung von Photovoltaikanlagen, die mit Pachtpreisangeboten an die Verpächter herantreten die mehrfach über den Pachtpreisen liegen, die, die Landwirtschaft mit Lebensmittelerzeugung erwirtschaften kann.: „Steigen großflächig ortsfremde Investoren ein, besteht die Gefahr, dass der Agrarstruktur irreversibler Schaden zugefügt wird und die Wertschöpfung andernorts anfällt. Das ist weder den Menschen vor Ort, noch den Landwirtinnen und Landwirten zu vermitteln“, so Wagner. Daher müsse die Thüringer Landesregierung jetzt aktiv werden und die Landwirtschaft, die Kommunen sowie die Bürgerinnen und Bürger vor Ort an einen Tisch bringen, um gemeinsam ortsverträgliche Projekte zu entwickeln. Bürgerenergieprojekten ist beim Photovoltaikausbau der Vorrang zu geben.

Hintergrundinformation

Am 8. Juli hat der Bundesrat die EEG-Novelle im Zuge des sogenannten Osterpakets der Bundesregierung bestätigt, womit ehrgeizige Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt werden. Das Paket sieht in dem Artikel-Gesetz zu Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und weiteren Maßnahmen im Stromsektor u. a. den Ausbau der Solarenergie von aktuell 60 Gigawatt auf 215 Gigawatt im Zieljahr 2030 vor. So würden pro Jahr 22 Gigawatt hinzukommen. Bereits 2024 sollen 88 Gigawatt installiert sein. Zwei Jahre später 128 Gigawatt und bis 2028 sollen es 172 Gigawatt sein. Die Zielmarke für das Jahr 2040: 400 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung. Der Anteil an Solarenergie am Strommix wird mit dem beschlossenen Ausbaupfad für Solarenergie von 10 Prozent heute auf 30 Prozent steigen.

Ende 2021 waren in Deutschland Photovoltaikanlagen installiert, die auf knapp 30.000 Hektar knapp 60 Gigawatt Strom produzieren.

Der TBV hatte im Vorfeld der Gesetzgebung ein Positionspapier erstellt, das auf der Verbandshomepage unter https://tbv-erfurt.de/files/downloads/themen/erneuerbare-energien/2022/TBV_Positionierung_Photovoltaik.pdf einzusehen ist.

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Medieninformation: Agrarförderprogramme auf dem Prüfstand. Forschungsprojekt zu Fortentwicklung der Agrarförderung gestartet – Landwirtinnen und Landwirte für Teilnahme gesucht

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Rostock (Agrarökonomie) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig wollen gemeinsam mit Praxispartnern dazu beitragen, die Agrarumweltmaßnahmen der Landwirtschaftsförderung zu verbessern. Ein Modellgebiet liegt in Thüringen und wird von der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld (Wildtierland Hainich gGmbH) als Praxispartner betreut. Der Thüringer Bauernverband ruft gemeinsam mit den Projekt- und Praxispartnern Landwirtinnen und Landwirte zur Teilnahme auf.

„Dieses neue Projekt zielt darauf ab, dass Landwirte und Naturschützer gemeinsam Vorschläge zur Weiterentwicklung der Landwirtschaftsförderung erarbeiten. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, eine Modellregion hier nach Thüringen zu holen“, erläutert Dr. Katrin Vogel, Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich gGmbH. „Der Verlust der Artenvielfalt ist neben der Klimakrise die größte Herausforderung unserer Zeit. Auch auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen muss hier gegengesteuert werden und das gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft und mit praxistauglichen Instrumenten“.

„Als Thüringer Bauernverband unterstützen wir die Ziele des Projektes. Besonders wichtig ist dabei, dass auch die ökonomischen und soziologischen Aspekte für die Landwirtschaft bei diesem Projekt in den Blick genommen werden. Denn die Landwirtschaft möchte Artenvielfalt auf ihren Flächen, muss aber auch ökonomisch arbeiten. Wir hoffen, dass sich viele Landwirtinnen und Landwirte beteiligen“, sagt Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gehört zu den wichtigsten Aufgabenfeldern der EU. Im Laufe der Jahre wurde sie immer wieder umgestaltet und soll auch weiterhin fortentwickelt werden. Die GAP ist das umfangreichste Förderinstrument der EU und stellt einen nicht unerheblichen Anteil am Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe dar. Zugleich wurde in den letzten Jahren deutlich, dass in der durch Menschen erschaffenen Kulturlandschaft ein Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren festzustellen ist. Die Frage ist nun, wie die für Ökosystemleistungen vorgesehenen Finanzmittel der EU so eingesetzt werden können, dass sie für Natur- und Artenschutz sowie für Landwirtschaft gleichermaßen von Nutzen und auch praktikabel sind.

Thüringen wurde als Modellgebiet ausgewählt, um gezielt mit Landwirtinnen und Landwirten ins Gespräch zu kommen. Geplant sind bis Herbst 2024 Betriebsbefragungen. Hierbei können Landwirtinnen und Landwirte ihre Präferenzen und Kritikpunkte in Bezug auf Umweltmaßnahmen angeben. In Austauschplattformen werden die Erfahrungen und Vorschläge gesammelt und über die Ergebnisse informiert und diskutiert.

„Aktuell suchen wir noch weitere Landwirte, die in den Regionen Eichsfeld (Raum Niederorschel, Leinefelde-Worbis, Dingelstädt), Thüringer Becken (Raum Bad Tennstedt, Bad Langensalza) und Jena an dem Projekt teilnehmen wollen“, informiert Dr. Ronald Brudler, Projektleiter der Wildtierland Hainich gGmbH. „Den beteiligten Landwirten bieten sich viele Vorteile bei einer Teilnahme: Sie haben die Möglichkeit, ihre Anregungen direkt einzubringen und so die Landwirtschaftsförderung zu verbessern, sie kommen in Austausch mit anderen Landwirten in den Austauschplattformen, können bei Interesse eine naturschutzfachliche Beratung für ihren Betrieb erhalten und, falls gewünscht, an einem Tier- und Pflanzenmonitoring auf ihren Flächen teilnehmen. Dabei können sie auch gerne selbst mitwirken, so Dr. Brudler weiter. Für den Zeitaufwand in den Austauschplattformen gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Das Projekt CAP4GI (Hebel und Potenziale in der Gemeinsamen Agrarpolitik für eine bessere Unterstützung von grüner Infrastruktur, Biodiversität und Ökosystemleistungen) wird im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung Forschung (BMBF) durchgeführt. Projektlaufzeit ist November 2021 bis Oktober 2024 mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Millionen Euro, davon entfallen etwa 245.000 Euro auf den Thüringer Teil.

 

Bild: Feldrain im Kyffhäuserkreis; Wildtierland Hainich gGmbH, Marcel Komischke

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Nachfragen zum Forschungsprojekt bitte an:

Dr. Juliane Vogt
Leiterin der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld

Mobil: +49 (0)176 345 563 58
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Dr. Ronald Brudler
Projektleiter CAP4GI

Mobil: +49 (0)1590 479 99 75
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Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“
Dorfstraße 77 A
99820 Hörselberg-Hainich

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Internet: http://www.wildkatzendorf.com/de/natura-2000/natura-2000-station.html

 

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Medieninformation: Erntestart 2022 – Landwirte erwarten unterdurchschnittliche Erträge

Ende dieser Woche startet im Thüringer Becken die diesjährige Ernte. Kälte zu Beginn des Jahres und die Trockenheit im Frühjahr verheißen jedoch keine guten Erträge. In Nordthüringen, wo aufgrund der klimatischen Bedingungen in Thüringen normalerweise zuerst geerntet wird, beginnen die Landwirtinnen und Landwirte erst Anfang nächster Woche, da es in der Region in den letzten Tagen bis zu 20 Liter geregnet hatte. Diese Niederschläge waren allerdings die Ausnahme in diesem Frühjahr. Stattdessen mussten nahezu im gesamten Gebiet des Freistaates die Pflanzen mit einer ausgeprägten Trockenheit kämpfen. So fielen von Januar bis Mai nur 225 Liter Regen pro Quadratmeter, rund 20 Prozent bzw. 45 Liter weniger Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. Dieses Wasser fehlte in der für die Kornausbildung entscheidenden Wachstumsphase der Pflanzen. Auch die niedrigen Temperaturen zu Beginn des Jahres, durch die die Vegetation nicht richtig einsetzen konnte, hatten den Pflanzen bereits zugesetzt. Die Weizenbestände litten zudem unter den beiden Hitzetagen vom Wochenende. Es ist zu erwarten, dass dadurch der Weizen in eine Notreife gegangen ist und so nur weit unterdurchschnittliche Erträge bringen wird.

Geerntet wird in den kommenden Tagen zunächst die Wintergerste, danach Winterraps und anschließend der Winterweizen. Für den Laien sehen die Bestände von weitem gut und üppig gewachsen aus, doch bei einem genaueren Blick ist erkennbar, dass die Pflanzen nicht ihr volles Potential in Ähren und Schoten stecken konnten.

Die sichtbarsten Auswirkungen der Trockenheit sind aktuell bei den Flächen zu finden, auf denen Mais angebaut wird. Die Pflanzen sind zum Teil klein und kümmerlich; lückige Bestände zeigen auf, dass das Maiskorn nicht genügend Bodenwasser zur Verfügung hatte, um zu keimen. Hier bedarf es dringend ausreichender Niederschläge, da der Mais noch in der Lage ist das Wachstum nachzuholen. Für die Wintergerste und dem Raps würden die Niederschläge jedoch deutlich zu spät kommen.

Viele Betriebe haben in den vergangenen Tagen bereits die erste Heuernte für dieses Jahr abgeschlossen. Auch hier war die Trockenheit in den Beständen sichtbar, so dass nicht die Mengen eingebracht werden können, die sonst üblich sind. Für die nächste Heuernte wird ausreichend Niederschlag benötigt.

Der Thüringer Bauernverband appelliert an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, in den nächsten Wochen achtsam und vorausschauend im Straßenverkehr unterwegs zu sein, da in der Erntezeit vermehrt langsam fahrende Erntemaschinen auf den Straßen unterwegs sind. Zudem erhöht sich das Transportaufkommen durch Traktoren mit Anhängern auf öffentlichen Straßen, was zu Behinderungen führen kann.

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Bilder: Maisbestände im Landkreis Gotha zeigen die Folgen der Trockenheit

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