Pressemitteilungen

Medieneinladung: Feierliche Eröffnung des Regionalmarktplatzes Erfurt

In der Stadt sind regional erzeugte Produkte der Thüringer Landwirtschaft nur schwer verfügbar. Aus diesem Grund hat der Thüringer Bauernverband (TBV) das Pilotprojekt „Regionalmarktplatz Erfurt“ ins Leben gerufen. Der Regionalmarktplatz besteht aus einem automatisierten Hofladen sowie einem Onlineshop mit Abholstation. Der Hofladen umfasst drei Automaten der Firma FarmVend, die vor dem Haus der Grünen Verbände in der Alfred-Hess-Straße 8 in Erfurt aufgestellt und mit regionalen landwirtschaftlichen Produkten gefüllt sind. Interessierte können diese Automaten 24 h/7 Tage die Woche nutzen, um die darin enthaltenen Produkte zu erwerben. Darüber hinaus können über den Onlineshop unter https://www.regionalmarktplatz-erfurt.de/ weitere Produkte vorbestellt und jeden Freitag von 13 bis 17 Uhr beim Regionalmarktplatz Erfurt abgeholt werden.

Am 26. Mai wird der Regionalmarktplatz durch den Präsidenten des TBV Dr. Klaus Wagner sowie Vertreterinnen und Vertretern der Thüringer Aufbaubank und dem Landwirtschaftsministerium feierlich eröffnet. Auch alle beteiligten Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe werden vor Ort sein, um ihre Produkte zu präsentieren. Dazu gehören u.a. die Agrargenossenschaft Teichel, die Agrar Wöllmisse-Schlöben, Die Teigmacher, Echt Heike, Fischer Gemüse, das Forsthaus Willrode, der Geflügelhof Teichweiden, Gönnataler Putenspezialitäten, die Kulinarische Zeitreisen-Feinkost Manufaktur, der Landhof „Am Ziegenried“, der Straußenhof Kleinhettstedt, die TZG Ernstroda sowie die Watzdorfer Brauerei.

Der TBV lädt zur Eröffnung des Regionalmarktplatzes Erfurt alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein.

Zeit: 26. Mai 2023, 11 Uhr

Ort: Haus der Grünen Verbände, Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt

Die Veranstaltung eignet sich für die Berichterstattung in Wort und Bild. Interviewanfragen können gerne vorab vereinbart werden. Parkmöglichkeiten befinden sich in den Nebenstraßen.

Das Pilotprojekt wird gefördert durch Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER LFE) und vom Freistaat Thüringen.

 
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Axel Horn
Thüringer Bauernverband e. V.
Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt

Telefon: +49 (0)361 262 532 28
Mobil:    +49 (0)1520 189 34 93
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Medieninformation: Regen und niedrige Temperaturen verzögern Frühjahrsarbeiten

Die landwirtschaftlichen Frühjahrsarbeiten sind in diesem Jahr nach Beobachtungen des Thüringer Bauernverbandes vielerorts in Thüringen nur schleppend vorangekommen. Gründe sind der viele Regen und die niedrigen Temperaturen, die es den Landwirtinnen und Landwirten nicht erlauben, die Vorbereitungsarbeiten für die Aussaat und auch die Aussaat selber wie gewohnt durchzuführen.

Niederschlagsmengen wie am vergangenen Wochenende von teils bis zu 30 Liter pro Quadratmeter lassen es nicht zu, die Äcker zu befahren, ohne die Struktur der Böden in Mitleidenschaft zu ziehen. „Auf den durchnässten Böden richten die landwirtschaftlichen Maschinen mehr Schaden als Nutzen an. Auch die Sämaschinen verstopfen. Deshalb verschieben viele Betriebe die Frühjahrsarbeiten und hoffen auf einige warme und trockene Tage“, so der Pflanzenbauexperte des Bauernverbandes André Rathgeber.

Die hohe Bodenfeuchtigkeit in Zusammenhang mit den eher niedrigen Temperaturen verhindert zudem das Keimen des Saatgutes. Bleibt die Keimung aus, verfault das Saatgut im Boden. Aufgrund der Umstände greifen die Landwirtinnen und Landwirte auf Sorten zurück, die einen späteren Aussaatzeitpunkt haben.

Aber nicht nur die Aussaat ist ins Stocken geraten. Auch die Pflegemaßnahmen der Wiesen und Weiden liegen hinter dem Zeitplan zurück. Diese sollten bereits zeitig im März durchgeführt werden, was aber nur möglich ist, wenn die Böden frostfrei und gut befahrbar sind. Die Grünlandpflege zielt darauf ab, dass Wachstum der Gräser anzuregen und umfasst eine Vielzahl mechanischer Maßnahmen wie Schleppen, Striegeln und Walzen der Flächen sowie das Ausbringen von Saatgut und Dünger.

Trotz der Verzögerung ist man in den Landwirtschaftsbetrieben für die umfangreichen Niederschläge dankbar, denn die Böden können das Wasser nach den trockenen Jahren gut gebrauchen. So besteht trotz der zum Teil hohen Niederschlagsmengen in den tieferen Bodenschichten (2 Meter Tiefe) weiterhin ein deutliches Bodenwasserdefizit. Dies betrifft vor allem das Thüringer Becken und seine Randlagen, den Landkreis Nordhausen, den Kyffhäuserkreis, den südlichen Saale-Orla-Kreis sowie das Altenburger Land.

 

Hintergrund

Im Frühjahr erfolgt die Aussaat vieler landwirtschaftlicher Kulturen, darunter Sommergerste, Ackerbohne, Erbse, Zuckerrübe und Mais sowie die Pflege von Wiesen und Weiden (Grünlandpflege). Die Aussaat der Kulturen erfolgt zwischen März und Mitte Mai, auschlaggebend ist dabei die Temperatur des Bodens. Während die Ackerbohne nur eine Bodentemperatur von zwei bis drei Grad Celsius zur Keimung benötigt, braucht Sommergerste eine Bodentemperatur von fünf Grad Celsius und Mais acht bis zehn Grad Celsius.

 

In eigener Sache

Aufgrund der angekündigten höheren Temperaturen werden viele Landwirtschaftsbetriebe in Thüringen in den nächsten Tagen noch nicht realisierte Frühjahrsarbeiten durchführen. Aufgrund dessen sind vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Es gilt daher besonders vorausschauend zu fahren und keine überstürzten Überholmanöver durchführen.

 

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Quellenangabe Bilder: Thüringer Agrartechnik & Maschinenbau GmbH

 

 

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Axel Horn
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Medieneinladung: 9. Oßmennstedter Gespräche

Ist eine insektenfreundlichere Landwirtschaft möglich? Dieser Frage gehen die 9. Oßmannstedter Gespräche zwischen Imkerei und Landwirtschaft nach, die am 4. März im Oßmannstedter Pfarrhaus stattfinden.

Imkerinnen und Imker haben sich häufig nicht nur dem Schutz ihren Bienen, sondern auch dem Schutz anderer Insekten verschrieben. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel durch die Landwirtschaft wird hierbei kritisch gesehen. Die Landwirtinnen und Landwirte hingegen verweisen auf die enge Regelungsdichte für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die wissenschaftlichen Untersuchungen der Wirkstoffe, die einen Einsatz unbedenklich erscheinen lassen. Weitere Regulierungen oder gar Verbote werden dementsprechend abgelehnt.

Ob es Auswege aus diesem Dilemma gibt, welche Forderungen die Berufsimkerschaft an Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft hat, wird Bernhard Heuvel, Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imker-Bundes, in seinem Vortrag erklären. Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes, legt dar, welche Möglichkeiten es aus landwirtschaftlicher Sicht für mehr Insektenschutz gibt und welche Unterstützung die Betriebe dafür von der Landwirtschaftspolitik benötigen.

Nach weiteren Vorträgen zum Thema findet die alljährliche Ehrung von Ferdinand Gerstung am Gerstung-Gedenkstein statt. Der Thüringer Bienenwissenschaftler Ferdinand Gerstung (6. März 1860 bis 5. März 1925) lebte von 1886 bis zu seinem Tod als evangelischer Pfarrer in Oßmannstedt. Er begründete 1907 in Weimar das erste deutsche Bienenmuseum.

Die „Thüringer Arbeitsgemeinschaft Imkerei und Landwirtschaft“ (ThAGIL), der Förderverein des Deutschen Bienenmuseums Weimar und der Thüringer Bauernverband laden hierzu alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien sowie alle Interessierten herzlich ein.

Zeit: Sonnabend, 4. März 2023, 9.30 bis 13 Uhr
Ort: F.-Gerstung-Haus, Ferdinand-Gerstung-Platz 1, 99510 Oßmannstedt

Weitere Informationen, sowie das vollständige Tagungsprogramm finden Sie auf der beigefügten Einladung. Bild- und Tonaufnahmen sind während der gesamten Veranstaltung möglich. Parkplätze vor Ort sind vorhanden.

PDF-Download Medieneinladung

 

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Johannes Beleites
Projekt "Thüringer Landwirte und Imker im Dialog"
Förderverein Deutsches Bienenmuseum e.V., Ilmstr. 3, 99425 Weimar

Telefon: +49 (0)163 631 68 16
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Medieninformation: Zu wenig Geld für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft

Am 23. Dezember 2022 verkündete das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL), dass es gelungen sei, 200 Mio. Euro für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (KULAP-2022) für die nächsten fünf Jahre in Thüringen zu binden. Damit sollen ökologisch bewirtschaftete Flächen, Biodiversität auf dem Ackerland mit neuen Artenschutzmaßnahmen, wie Blühstreifen für Insektenschutz oder Schutz des Feldhamsters oder die Förderung von Grünlandbiotopen gefördert werden.

Das Geld reicht bei weitem nicht für alle Maßnahmen aus, die die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte umsetzen wollen. Das sorgt für großen Frust. Umwelt- und Klimaschutz hat in der Landwirtschaft eine hohe Priorität, doch machen bürokratische und technische Hürden und das fehlende Budget diese Bemühungen zunichte.

Der Thüringer Bauernverband (TBV) hat in seiner Präsidiumssitzung vom 9. Februar daher ein Positionspapier verabschiedet und fordert die Landesregierung auf, zu handeln.

 

Artenschutz & Biodiversität müssen ausreichend finanziert werden

POSITIONIERUNG DES PRÄSIDIUMS DES THÜRINGER BAUERNVERBANDES VOM 9. Februar 2023

Ausgangssituation
Die Pflege und Weiterentwicklung schützenswerter Flächen durch die Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen des Thüringer Programms zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP) kann seit mehr als 25 Jahren Erfolge vorweisen.

Mit der 2023 gestarteten neuen Förderperiode sind die Flächen, die von den Naturschutzbehörden als schützenswert – und damit förderwürdig – eingeschätzt wurden, von ca. 50Tha auf knapp 70Tha angewachsen. Neue und wichtige Förderbereiche sind in die Förderung aufgenommen worden. Gleichzeitig sind jedoch die zur Verfügung stehenden ELER-Mittel erheblich geringer.

Damit drohen bisher bewirtschaftete Flächen, vor allem im Grünland, nicht mehr bewirtschaftet zu werden. Das Grüne Herz Deutschlands droht durch fehlende Nutzung und Pflege zu verbuschen, so dass wertvolle Kulturlandschaften verlorengehen. Auch notwendige Maßnahmen im Ackerland, wie z.B. Erosionsschutzmaßnahmen, können nicht, wie von den Landwirtinnen und Landwirten gewollt, umgesetzt werden. Die Bereitschaft der antragstellenden Bäuerinnen und Bauern, steht nicht im Verhältnis zum zur Verfügung stehenden Geld. Die Landwirtinnen und Landwirte wären auch bereit mehr und andere Maßnahmen umzusetzen, die aufgrund des geringen Budgets gar nicht erst angeboten wurden.

Folgende Forderungen werden gestellt:

1. Artenschutz und Biodiversitätserhalt sowie deren Weiterentwicklung sind gesetzte Ziele im deutschen GAP-Strategieplan. Der TBV fordert die Landesregierung auf, sich für die Umsetzung dieser Ziele entschlossen einzusetzen.

2. Der Erhalt von Biodiversität und Klimaschutz in Form von Landschaftspflege oder Anlage von Blühflächen aber auch spezielle Bearbeitungsformen kosten Geld. Es gilt, eine Verbuschung von Flächen durch fehlende Bewirtschaftung zu verhindern. Auch dürfen erreichte Erosionsschutzziele nicht aufs Spiel gesetzt werden. Der TBV fordert daher, dass für alle Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Biodiversität ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen.

3. Aus dem ELER-Fond kann die Finanzierung der Maßnahmen nicht vollumfänglich abgesichert werden. Der TBV fordert daher eine Nutzung weiterer Finanzierungsquellen auf Landes- und auf Bundesebene.

Antragstellung
Sowohl die Antragstellung als auch die Kontrolle der Maßnahmen werden seit dem letzten Jahr digital umgesetzt. Das stellt für viele Landwirtinnen und Landwirte an sich eine Herausforderung dar. Da die Software unausgereift ist und die notwendigen Satelliten nicht funktionieren, entstand ein erheblicher Mehraufwand für die Landwirtinnen und Landwirte, der nicht mehr händelbar ist und einen großen nicht zu bewältigenden Beratungsbedarf hervorruft. Der TBV fordert deshalb außerdem:
4. Die begonnene Digitalisierung der Antragstellung und digitale Kontrolle der Maßnahmen muss schnellstmöglich auf solide Beine gestellt werden. Es kann nicht sein, dass durch unvollständige Umsetzung und Mängel ein erheblicher Mehraufwand für die Landwirtinnen und Landwirte entsteht.

Hintergrund
Die Landwirtinnen und Landwirte setzen verschiedene Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz um. Dabei stellen sie zu verschiedenen Maßnahmen ihre Anträge auf Bewilligung von Fördergeldern. Beispielsweise gibt es eine Maßnahme zur Förderung des Erosionsschutzes auf Ackerland. Hier wurden von 105.000 beantragten Hektar nur 85.000 bewilligt, damit wurde eine Fläche von 20.000 Hektar abgelehnt, was einem Förderloch von 1 Mio. Euro entspricht und für diesen Schutz fehlt. Bei der Bewirtschaftung von Grünland als Biotopgrünland wurden insgesamt 5.750 Hektar abgelehnt, was einer Summe von 2,3 Mio. Euro entspricht.

Insgesamt fehlen somit mindestens 3,3 Mio. Euro Fördergelder pro Jahr, um Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, die Bäuerinnen und Bauern auf ihren bewirtschafteten Flächen umsetzten.

 

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Katja Förster
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Bauernverband e. V.,
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Medieninformation: Landwirtschaft und Handwerk stärken heißt Regionalität und Nachhaltigkeit sichern

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und die Handwerkskammer (HWK) Erfurt haben am 9. Februar beschlossen, zukünftig eine engere Kooperation einzugehen, um das Handwerk und Landwirtschaft in Thüringen zu stärken. „Im gemeinsamen Schulterschluss sind beide Wirtschaftszweige mit ihren innovativen Leistungen und ihrem fachlichen Know-how Wegbereiter für Regionalität und nachhaltiges Wirtschaften. Landwirtschaft und Handwerk zu stärken bedeutet daher zugleich, Regionalität und Nachhaltigkeit zu sichern“, so Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

Um dies zu erreichen, wollen beide Partner darauf hinwirken, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe zu verbessern. Hierfür müsse aus Sicht des TBV und der HWK Erfurt mehr unternehmerische Freiheit gewagt werden. „Häufig scheitern unternehmerische Initiativen nicht an guten Ideen und Innovationen, sondern an überbordender Bürokratie“, so Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes. „Dies reicht von überzogenen Bauvorschriften bis zu nicht mehr nachvollziehbaren Nachweis-, Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten. Hier sei die Politik gefordert, Unternehmen, die die Vitalität und Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume sicherstellen, in ihrem unternehmerischen Handeln zu unterstützen“, so Wagner weiter.

Auch müsse der Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel entschieden geführt sowie funktionstüchtige Infrastrukturen im ländlichen Raum erhalten werden. Präsident Lobenstein warnt vor den Folgen des demografischen Wandels: „Wer soll zukünftig die Photovoltaikanlagen auf den Dächern installieren und die Felder bestellen, wenn nicht mehr genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen? Wir brauchen mehr junge Menschen, die eine Ausbildung im Handwerk oder in der Landwirtschaft machen, um unsere Wirtschaftskraft zu erhalten. Die Politik ist gefordert, die Gleichwertigkeit von Ausbildung und Studium zu fördern.“

Von großer Bedeutung für das Handwerk und die Landwirtschaft gleichermaßen sind zudem funktionstüchtige Infrastrukturen im ländlichen Raum. Eine hinreichende Versorgung mit Kindergärten, Schulen, medizinischen Dienstleistungen und ganz besonders mit schnellem Internet sei eine wesentliche Voraussetzung für die Bleibeperspektiven von Menschen im ländlichen Raum. Schnelles Internet werde immer mehr zur Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen und eine nachhaltige Sicherung der Fachkräfteversorgung. Angesichts vieler gemeinsamer Herausforderungen wollen der Thüringer Bauernverband und die Handwerkskammer Erfurt künftig noch enger zusammenarbeiten.

 

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Axel Horn
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Medieninformation: Schweinefleisch aus Thüringen vor dem Aus

Die Thüringer Schweinehalterinnen und -halter sehen die Produktion regionaler und qualitativ hochwertiger Produkte aus Thüringer Schweinefleisch bedroht, so das Ergebnis des heutigen 2. Thüringer Schweinegipfels in Waltershausen. Grund sind die sich immer weiter verschärfenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das umstrittene Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung, was Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf den Weg gebracht hat.

Viele schweinehaltende Betriebe in Thüringen sind in den vergangenen Jahren aufgrund stark schwankender Schweinefleischpreise und aufgrund des Ukrainekrieges enorm gestiegener Betriebsmittelkosten an den Rand ihrer Wirtschaftlichkeit gedrängt worden. „Neue Anforderungen sind nicht über steigende Schweinefleischerlöse finanzierbar“, so Dr. Lars Fliege, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes und selbst Schweinehalter im Weimarer Land. Zugleich kritisiert er das Fehlen politischer Rahmensetzungen, ohne die keine Investitionen möglich sind: „Die Politik definiert stetig neue Anforderungen an die Schweinehaltung, die nicht umgesetzt werden können, weil die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind“, so die Kritik des Schweinehalters. Die aktuelle Situation gefährde eine ganze Branche: „Wir Schweinehalter sind bereit, diesen Wandel mitzutragen. Wir brauchen aber eine ausreichende Finanzierung und verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen, die unsere Investitionen schützen. Nur wenn dies gegeben ist, können wir die Schweinehaltung langfristig erhalten und bezahlbare Produkte bieten. Ansonsten steht Schweinefleisch aus Thüringen vor dem Aus“, so Fliege.

Mit rund 600.000 Schweinen wird aktuell im Freistaat nur ein Selbstversorgungsgrad von ca. 75 Prozent erreicht. Damit gehört Thüringen zu den schweinearmen Bundesländern, das weder den notwendigen Nährstoffkreislauf aus Ackerbau und Tierhaltung noch seine Selbstversorgung sichern kann.

Kritik äußerten die Schweinehalterinnen und Schweinehalter in Waltershausen vor allem an dem Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung. Aufgrund der vorgesehenen Hürden könnte nur circa ein Prozent der in Deutschland gehaltenen Schweine vom Bundesprogramm profitieren. Die gesellschaftlich gewünschte Transformation sei so nicht möglich, so die übereinstimmende Meinung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS), des Thüringer Bauernverbandes (TBV) und des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS), die den Schweinegipfel in Waltershausen veranstalteten.

Hintergrund

Der Thüringer Schweinegipfel wurde zum zweiten Mal nach 2019 durch die IGS, den TBV und den BRS organisiert, um über die Zukunft der Thüringer Schweinehaltung zu diskutieren. Ziel ist es schweinehaltenden Betrieben, Wissenschaft, Politik und Verwaltung ein Podium zum Austausch und zur Diskussion zu bieten.

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Forderungen der schweinehaltenden Betriebe in Thüringen

  1. Verlässliche, kalkulierbare, langfristige Rahmenbedingungen und Verwaltungshandeln der zuständigen Behörden, damit den Betrieben, unabhängig von Größe und Struktur, eine Zukunft geboten wird. Dazu gehört die Berücksichtigung der gesamten Produktionskette, inklusive Ferkelerzeugung und Transport, die Kontrolle ausländischer Betriebe, die Berücksichtigung der Systemgastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und aller Produkte, nicht nur Frischfleisch, sowie die Vermeidung innerdeutscher Wettbewerbsverzerrungen.
  2. Die Aufhebung der Bestandsobergrenzen für die Förderung von Tierwohlumbauten. Der gewünschte Transformationsprozess muss in der Breite zugelassen werden. Die Finanzierung der Umbauten muss auch konventionell wirtschaftenden Betrieben zugänglich gemacht werden. Jedes Schwein, egal ob es in kleinen oder großen Beständen gehalten wird, muss von der Förderung profitieren.
  3. Vereinfachte Genehmigungsverfahren (entsprechend § 19 BImSchG) für den Umbau genehmigungsbedürftiger Tierhaltungsanlagen für mehr Tierwohl.
  4. Die Einführung einer Haltungskennzeichnung auch für verarbeitete Ware sowie parallel die Einführung einer Herkunftskennzeichnung für alle Fleischprodukte. Damit können deutsche Tierwohlmaßnahmen nicht durch europäische Mitbewerber unterlaufen werden. „5xD“ – die garantierte Herkunft des Produktes von der Geburt bis zur Ladentheke in Deutschland – muss deutlich für den Verbraucher erkennbar sein. Um für „5xD“ genügend Ferkel in Deutschland erzeugen zu können, muss das Förderprogramm besonders für sauenhaltende Betriebe leicht zugänglich sein.
  5. Die Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission. Tierwohl als öffentliches Gut braucht eine öffentliche Förderung der investiven und laufenden Kosten, um die höheren Kosten für höhere Standards in der Tierhaltung zu kompensieren.
  6. Ein Umstrukturierungsprogramm für schweinehaltende Betriebe. Nicht alle schweinehaltenden Betriebe können aus verschiedenen Gründen (z.B. Flächenknappheit, mangelndes Kapital, ungünstiger Betriebsstandort etc.) die Transformation ihrer Haltung bewerkstelligen.

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Katja Förster
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Medieneinladung: Thüringer Schweinegipfel in Waltershausen

Schweinhaltung auf der Kippe

Die Schweinehaltung steht im Fokus der Öffentlichkeit. Bisher übliche Produktionsbedingungen, die Größe der Bestände, Tierwohl und Tiergesundheit werden kritisch hinterfragt, oft ablehnend diskutiert und Veränderungen gefordert. Diese münden in politischen Rahmenbedingungen, die hohe Investitionen erfordern und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe gefährden. Um dies kritisch zu diskutieren, veranstalten die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter (IGS), der Thüringer Bauernverband, der Bundesverband Rind und Schwein und das Netzwerk Fokus Tierwohl am 2. Februar in Waltershausen den 2. Thüringer Schweinegipfel.

Referieren werden u.a. Prof. Dr. Thomas Herzfeld vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung und Transformationsökonomien Halle über „Schweinehaltung in Deutschland – Eine Branche zwischen vielen Stühlen“, PD Dr. Hinrich Snell aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Bonn thematisiert den „Umbau der Tierhaltung in Deutschland“. Außerdem werden die Gäste auf einen virtuellen Rundgang durch zwei umgebaute Tierwohlställe mitgenommen.

Die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter und der Thüringer Bauernverband laden alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien hierzu herzlich ein.

Zeit: 2. Februar 2023, 9.45 Uhr (Einlass: ab 8.30 Uhr)
Ort: Gleis3eck, Steinbachstraße 18, 99880 Waltershausen

Die Veranstaltung eignet sich für die Berichterstattung in Wort und Bild. Interviewanfragen können gerne vorab vereinbart werden.

Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

Weitere Informationen sowie das vollständige Programm gibt es hier.

 

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