Pressemitteilungen

Medieninformation: Zu wenig Geld für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft

Am 23. Dezember 2022 verkündete das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL), dass es gelungen sei, 200 Mio. Euro für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (KULAP-2022) für die nächsten fünf Jahre in Thüringen zu binden. Damit sollen ökologisch bewirtschaftete Flächen, Biodiversität auf dem Ackerland mit neuen Artenschutzmaßnahmen, wie Blühstreifen für Insektenschutz oder Schutz des Feldhamsters oder die Förderung von Grünlandbiotopen gefördert werden.

Das Geld reicht bei weitem nicht für alle Maßnahmen aus, die die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte umsetzen wollen. Das sorgt für großen Frust. Umwelt- und Klimaschutz hat in der Landwirtschaft eine hohe Priorität, doch machen bürokratische und technische Hürden und das fehlende Budget diese Bemühungen zunichte.

Der Thüringer Bauernverband (TBV) hat in seiner Präsidiumssitzung vom 9. Februar daher ein Positionspapier verabschiedet und fordert die Landesregierung auf, zu handeln.

 

Artenschutz & Biodiversität müssen ausreichend finanziert werden

POSITIONIERUNG DES PRÄSIDIUMS DES THÜRINGER BAUERNVERBANDES VOM 9. Februar 2023

Ausgangssituation
Die Pflege und Weiterentwicklung schützenswerter Flächen durch die Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen des Thüringer Programms zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP) kann seit mehr als 25 Jahren Erfolge vorweisen.

Mit der 2023 gestarteten neuen Förderperiode sind die Flächen, die von den Naturschutzbehörden als schützenswert – und damit förderwürdig – eingeschätzt wurden, von ca. 50Tha auf knapp 70Tha angewachsen. Neue und wichtige Förderbereiche sind in die Förderung aufgenommen worden. Gleichzeitig sind jedoch die zur Verfügung stehenden ELER-Mittel erheblich geringer.

Damit drohen bisher bewirtschaftete Flächen, vor allem im Grünland, nicht mehr bewirtschaftet zu werden. Das Grüne Herz Deutschlands droht durch fehlende Nutzung und Pflege zu verbuschen, so dass wertvolle Kulturlandschaften verlorengehen. Auch notwendige Maßnahmen im Ackerland, wie z.B. Erosionsschutzmaßnahmen, können nicht, wie von den Landwirtinnen und Landwirten gewollt, umgesetzt werden. Die Bereitschaft der antragstellenden Bäuerinnen und Bauern, steht nicht im Verhältnis zum zur Verfügung stehenden Geld. Die Landwirtinnen und Landwirte wären auch bereit mehr und andere Maßnahmen umzusetzen, die aufgrund des geringen Budgets gar nicht erst angeboten wurden.

Folgende Forderungen werden gestellt:

1. Artenschutz und Biodiversitätserhalt sowie deren Weiterentwicklung sind gesetzte Ziele im deutschen GAP-Strategieplan. Der TBV fordert die Landesregierung auf, sich für die Umsetzung dieser Ziele entschlossen einzusetzen.

2. Der Erhalt von Biodiversität und Klimaschutz in Form von Landschaftspflege oder Anlage von Blühflächen aber auch spezielle Bearbeitungsformen kosten Geld. Es gilt, eine Verbuschung von Flächen durch fehlende Bewirtschaftung zu verhindern. Auch dürfen erreichte Erosionsschutzziele nicht aufs Spiel gesetzt werden. Der TBV fordert daher, dass für alle Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Biodiversität ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen.

3. Aus dem ELER-Fond kann die Finanzierung der Maßnahmen nicht vollumfänglich abgesichert werden. Der TBV fordert daher eine Nutzung weiterer Finanzierungsquellen auf Landes- und auf Bundesebene.

Antragstellung
Sowohl die Antragstellung als auch die Kontrolle der Maßnahmen werden seit dem letzten Jahr digital umgesetzt. Das stellt für viele Landwirtinnen und Landwirte an sich eine Herausforderung dar. Da die Software unausgereift ist und die notwendigen Satelliten nicht funktionieren, entstand ein erheblicher Mehraufwand für die Landwirtinnen und Landwirte, der nicht mehr händelbar ist und einen großen nicht zu bewältigenden Beratungsbedarf hervorruft. Der TBV fordert deshalb außerdem:
4. Die begonnene Digitalisierung der Antragstellung und digitale Kontrolle der Maßnahmen muss schnellstmöglich auf solide Beine gestellt werden. Es kann nicht sein, dass durch unvollständige Umsetzung und Mängel ein erheblicher Mehraufwand für die Landwirtinnen und Landwirte entsteht.

Hintergrund
Die Landwirtinnen und Landwirte setzen verschiedene Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz um. Dabei stellen sie zu verschiedenen Maßnahmen ihre Anträge auf Bewilligung von Fördergeldern. Beispielsweise gibt es eine Maßnahme zur Förderung des Erosionsschutzes auf Ackerland. Hier wurden von 105.000 beantragten Hektar nur 85.000 bewilligt, damit wurde eine Fläche von 20.000 Hektar abgelehnt, was einem Förderloch von 1 Mio. Euro entspricht und für diesen Schutz fehlt. Bei der Bewirtschaftung von Grünland als Biotopgrünland wurden insgesamt 5.750 Hektar abgelehnt, was einer Summe von 2,3 Mio. Euro entspricht.

Insgesamt fehlen somit mindestens 3,3 Mio. Euro Fördergelder pro Jahr, um Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, die Bäuerinnen und Bauern auf ihren bewirtschafteten Flächen umsetzten.

 

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Katja Förster
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Medieninformation: Landwirtschaft und Handwerk stärken heißt Regionalität und Nachhaltigkeit sichern

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und die Handwerkskammer (HWK) Erfurt haben am 9. Februar beschlossen, zukünftig eine engere Kooperation einzugehen, um das Handwerk und Landwirtschaft in Thüringen zu stärken. „Im gemeinsamen Schulterschluss sind beide Wirtschaftszweige mit ihren innovativen Leistungen und ihrem fachlichen Know-how Wegbereiter für Regionalität und nachhaltiges Wirtschaften. Landwirtschaft und Handwerk zu stärken bedeutet daher zugleich, Regionalität und Nachhaltigkeit zu sichern“, so Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

Um dies zu erreichen, wollen beide Partner darauf hinwirken, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe zu verbessern. Hierfür müsse aus Sicht des TBV und der HWK Erfurt mehr unternehmerische Freiheit gewagt werden. „Häufig scheitern unternehmerische Initiativen nicht an guten Ideen und Innovationen, sondern an überbordender Bürokratie“, so Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes. „Dies reicht von überzogenen Bauvorschriften bis zu nicht mehr nachvollziehbaren Nachweis-, Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten. Hier sei die Politik gefordert, Unternehmen, die die Vitalität und Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume sicherstellen, in ihrem unternehmerischen Handeln zu unterstützen“, so Wagner weiter.

Auch müsse der Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel entschieden geführt sowie funktionstüchtige Infrastrukturen im ländlichen Raum erhalten werden. Präsident Lobenstein warnt vor den Folgen des demografischen Wandels: „Wer soll zukünftig die Photovoltaikanlagen auf den Dächern installieren und die Felder bestellen, wenn nicht mehr genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen? Wir brauchen mehr junge Menschen, die eine Ausbildung im Handwerk oder in der Landwirtschaft machen, um unsere Wirtschaftskraft zu erhalten. Die Politik ist gefordert, die Gleichwertigkeit von Ausbildung und Studium zu fördern.“

Von großer Bedeutung für das Handwerk und die Landwirtschaft gleichermaßen sind zudem funktionstüchtige Infrastrukturen im ländlichen Raum. Eine hinreichende Versorgung mit Kindergärten, Schulen, medizinischen Dienstleistungen und ganz besonders mit schnellem Internet sei eine wesentliche Voraussetzung für die Bleibeperspektiven von Menschen im ländlichen Raum. Schnelles Internet werde immer mehr zur Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen und eine nachhaltige Sicherung der Fachkräfteversorgung. Angesichts vieler gemeinsamer Herausforderungen wollen der Thüringer Bauernverband und die Handwerkskammer Erfurt künftig noch enger zusammenarbeiten.

 

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Medieninformation: Schweinefleisch aus Thüringen vor dem Aus

Die Thüringer Schweinehalterinnen und -halter sehen die Produktion regionaler und qualitativ hochwertiger Produkte aus Thüringer Schweinefleisch bedroht, so das Ergebnis des heutigen 2. Thüringer Schweinegipfels in Waltershausen. Grund sind die sich immer weiter verschärfenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das umstrittene Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung, was Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf den Weg gebracht hat.

Viele schweinehaltende Betriebe in Thüringen sind in den vergangenen Jahren aufgrund stark schwankender Schweinefleischpreise und aufgrund des Ukrainekrieges enorm gestiegener Betriebsmittelkosten an den Rand ihrer Wirtschaftlichkeit gedrängt worden. „Neue Anforderungen sind nicht über steigende Schweinefleischerlöse finanzierbar“, so Dr. Lars Fliege, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes und selbst Schweinehalter im Weimarer Land. Zugleich kritisiert er das Fehlen politischer Rahmensetzungen, ohne die keine Investitionen möglich sind: „Die Politik definiert stetig neue Anforderungen an die Schweinehaltung, die nicht umgesetzt werden können, weil die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind“, so die Kritik des Schweinehalters. Die aktuelle Situation gefährde eine ganze Branche: „Wir Schweinehalter sind bereit, diesen Wandel mitzutragen. Wir brauchen aber eine ausreichende Finanzierung und verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen, die unsere Investitionen schützen. Nur wenn dies gegeben ist, können wir die Schweinehaltung langfristig erhalten und bezahlbare Produkte bieten. Ansonsten steht Schweinefleisch aus Thüringen vor dem Aus“, so Fliege.

Mit rund 600.000 Schweinen wird aktuell im Freistaat nur ein Selbstversorgungsgrad von ca. 75 Prozent erreicht. Damit gehört Thüringen zu den schweinearmen Bundesländern, das weder den notwendigen Nährstoffkreislauf aus Ackerbau und Tierhaltung noch seine Selbstversorgung sichern kann.

Kritik äußerten die Schweinehalterinnen und Schweinehalter in Waltershausen vor allem an dem Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung. Aufgrund der vorgesehenen Hürden könnte nur circa ein Prozent der in Deutschland gehaltenen Schweine vom Bundesprogramm profitieren. Die gesellschaftlich gewünschte Transformation sei so nicht möglich, so die übereinstimmende Meinung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS), des Thüringer Bauernverbandes (TBV) und des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS), die den Schweinegipfel in Waltershausen veranstalteten.

Hintergrund

Der Thüringer Schweinegipfel wurde zum zweiten Mal nach 2019 durch die IGS, den TBV und den BRS organisiert, um über die Zukunft der Thüringer Schweinehaltung zu diskutieren. Ziel ist es schweinehaltenden Betrieben, Wissenschaft, Politik und Verwaltung ein Podium zum Austausch und zur Diskussion zu bieten.

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Forderungen der schweinehaltenden Betriebe in Thüringen

  1. Verlässliche, kalkulierbare, langfristige Rahmenbedingungen und Verwaltungshandeln der zuständigen Behörden, damit den Betrieben, unabhängig von Größe und Struktur, eine Zukunft geboten wird. Dazu gehört die Berücksichtigung der gesamten Produktionskette, inklusive Ferkelerzeugung und Transport, die Kontrolle ausländischer Betriebe, die Berücksichtigung der Systemgastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und aller Produkte, nicht nur Frischfleisch, sowie die Vermeidung innerdeutscher Wettbewerbsverzerrungen.
  2. Die Aufhebung der Bestandsobergrenzen für die Förderung von Tierwohlumbauten. Der gewünschte Transformationsprozess muss in der Breite zugelassen werden. Die Finanzierung der Umbauten muss auch konventionell wirtschaftenden Betrieben zugänglich gemacht werden. Jedes Schwein, egal ob es in kleinen oder großen Beständen gehalten wird, muss von der Förderung profitieren.
  3. Vereinfachte Genehmigungsverfahren (entsprechend § 19 BImSchG) für den Umbau genehmigungsbedürftiger Tierhaltungsanlagen für mehr Tierwohl.
  4. Die Einführung einer Haltungskennzeichnung auch für verarbeitete Ware sowie parallel die Einführung einer Herkunftskennzeichnung für alle Fleischprodukte. Damit können deutsche Tierwohlmaßnahmen nicht durch europäische Mitbewerber unterlaufen werden. „5xD“ – die garantierte Herkunft des Produktes von der Geburt bis zur Ladentheke in Deutschland – muss deutlich für den Verbraucher erkennbar sein. Um für „5xD“ genügend Ferkel in Deutschland erzeugen zu können, muss das Förderprogramm besonders für sauenhaltende Betriebe leicht zugänglich sein.
  5. Die Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission. Tierwohl als öffentliches Gut braucht eine öffentliche Förderung der investiven und laufenden Kosten, um die höheren Kosten für höhere Standards in der Tierhaltung zu kompensieren.
  6. Ein Umstrukturierungsprogramm für schweinehaltende Betriebe. Nicht alle schweinehaltenden Betriebe können aus verschiedenen Gründen (z.B. Flächenknappheit, mangelndes Kapital, ungünstiger Betriebsstandort etc.) die Transformation ihrer Haltung bewerkstelligen.

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Medieneinladung: Thüringer Schweinegipfel in Waltershausen

Schweinhaltung auf der Kippe

Die Schweinehaltung steht im Fokus der Öffentlichkeit. Bisher übliche Produktionsbedingungen, die Größe der Bestände, Tierwohl und Tiergesundheit werden kritisch hinterfragt, oft ablehnend diskutiert und Veränderungen gefordert. Diese münden in politischen Rahmenbedingungen, die hohe Investitionen erfordern und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe gefährden. Um dies kritisch zu diskutieren, veranstalten die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter (IGS), der Thüringer Bauernverband, der Bundesverband Rind und Schwein und das Netzwerk Fokus Tierwohl am 2. Februar in Waltershausen den 2. Thüringer Schweinegipfel.

Referieren werden u.a. Prof. Dr. Thomas Herzfeld vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung und Transformationsökonomien Halle über „Schweinehaltung in Deutschland – Eine Branche zwischen vielen Stühlen“, PD Dr. Hinrich Snell aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Bonn thematisiert den „Umbau der Tierhaltung in Deutschland“. Außerdem werden die Gäste auf einen virtuellen Rundgang durch zwei umgebaute Tierwohlställe mitgenommen.

Die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter und der Thüringer Bauernverband laden alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien hierzu herzlich ein.

Zeit: 2. Februar 2023, 9.45 Uhr (Einlass: ab 8.30 Uhr)
Ort: Gleis3eck, Steinbachstraße 18, 99880 Waltershausen

Die Veranstaltung eignet sich für die Berichterstattung in Wort und Bild. Interviewanfragen können gerne vorab vereinbart werden.

Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

Weitere Informationen sowie das vollständige Programm gibt es hier.

 

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Medieninformation: Eigentümer- und Nutzerverbände des ländlichen Raums schließen sich zusammen

Am 11. Januar haben sich mehrere Eigentümer- und Nutzerverbände des ländlichen Raums in Thüringen bei einem Treffen auf der Leuchtenburg in Seitenroda für eine intensivere Zusammenarbeit zusammengeschlossen. Ziel der Leuchtenburger Runde ist es, die gemeinsamen Positionen aller Land- und Wassernutzenden in Thüringen verstärkt an die Politik und die Bevölkerung heranzutragen. Anlass ist eine zunehmende Gefährdung der naturverträglichen Land- und Wassernutzung in Thüringen durch falsch verstandenen Umweltschutz, der jede Nutzung natürlicher Ressourcen drastisch erschwert. Insbesondere die stetig fortschreitende Ausweitung immer weiterer Schutzgebiete und eine Zunahme an Vorschriften von EU, Bund und Land engen eine naturverträgliche Nutzung von Land, Wald und Wasser ein, obwohl viele Arten und deren Lebensräume erst durch diese Nutzung entstehen. Auch die wirtschaftlichen Interessen der Eigentümerinnen und Eigentümer werden durch die neuen Regelungen kaum noch berücksichtigt, deren Rechte immer weiter ausgehöhlt, was Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zunehmend gefährdet. 

Die in der Leuchtenburger Runde zusammengeschlossenen mitgliederstarken Eigentümer- und Nutzerverbände, zu denen Landwirtinnen und Landwirte, Jägerinnen und Jäger, Waldbesitzende, Eigentümerinnen und Eigentümer jagdbarer Flächen sowie Anglerinnen und Angler gehören, repräsentieren in ihrer Breite die Mehrheit im ländlichen Raum. Durch ihr Engagement versuchen sie, nach dem Prinzip „nutzen und schützen“, eine naturverträgliche Nutzung zu ermöglichen, um so die Umwelt für zukünftige Generationen nachhaltig zu erhalten. Dass Umweltschutz zunehmend jedwede Nutzung ausschließt, ist nicht nur vor Ort wenig nachhaltig, sondern gefährdet auch in anderen Teilen der Welt die natürlichen Ressourcen aufgrund der dann notwendig werdenden europäischen bzw. deutschen Importe. Deshalb bedarf es einer naturverträglichen Nutzung, die die Umwelt schützt und eine Nutzung natürlicher Ressourcen weiterhin ermöglicht.

Hintergrund

In der Leuchtenburger Runde haben sich folgende Eigentümer-  und Nutzerverbände zusammengefunden: Waldbesitzerverband für Thüringen, Landesjagdverband Thüringen, Familienbetriebe Land und Forst Sachsen und Thüringen, Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber, Landesanglerverband Thüringen der Fischwaid und zum Schutz der Gewässer und Natur, Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen sowie der Thüringer Bauernverband. 

Zusammen haben die Verbände rund 41.000 Mitglieder und repräsentieren in ihrer Vielfalt den ländlichen Raum Thüringens.

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Medieninformation: SuedLink: Bauernverband und Vorhabenträger einigen sich auf Rahmenvereinbarung zu Entschädigungen

Der Thüringer Bauernverband (TBV) sowie die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben am 22. Dezember für das Erdkabelprojekt SuedLink eine Rahmenvereinbarung zu Entschädigungen unterschrieben. Die Vereinbarung sieht Entschädigungsregelungen sowohl für Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern als auch für Flächenbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern vor, die vom Bau der Stromleitung betroffen sind.

„Die Erdkabeltrasse hat massive Auswirkungen auf die wertvollen landwirtschaftlich genutzten Böden. Deshalb war es uns wichtig, dass bei der Entschädigung nicht nur die Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern auch diejenigen angemessen entschädigt werden, die die Flächen nutzen, nämlich die Landwirtinnen und Landwirte“, so Katrin Hucke, Hauptgeschäftsführerin des TBV. „Nicht nur bei der Verlegung der Erdkabel wird der Boden und dessen Struktur auf bis zu ca. 45 Meter Breite in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Folgen nach Inbetriebnahme des Erdkabels sind für die Bodenbewirtschaftenden problematisch. Die Erdkabel heizen sich auf, die Auswirkungen auf Bodenfeuchte und das Pflanzenwachstum sind noch völlig unklar. Dies musste in der Entschädigungsregelung berücksichtigt werden“, so Hucke. Die jetzt unterzeichnete Rahmenvereinbarung hat aus Sicht des TBV Vorbildcharakter für vergleichbare Projekte: „Auch bei anderen Erdkabelprojekten, wie z.B. dem SuedOstLink, brauchen wir eine vergleichbare Entschädigungsregelung. Ich appelliere daher auch an den SuedOstLink-Betreiber 50Hertz, sich nicht mehr gegen Verhandlungen zu sperren, sondern endlich konstruktiv in Verhandlungen einzutreten“, so Hucke weiter.

Aufgrund der Auswirkungen des Baus und der Nutzung der Erdkabeltrasse auf den Boden der betroffenen Landwirtinnen und Landwirte stehen die Bauernverbände dem Bau von Erdkabeltrassen grundsätzlich ablehnend gegenüber. Mit Blick auf die Energiewende und die derzeitige Energiekrise ist der Druck groß, den Bau der Stromtrassen fortzuführen.

Hintergrund

Die ca. 700 km lange SuedLink-Verbindung verläuft mit Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Thüringen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg durch insgesamt sechs Bundesländer. Die gemeinsam abgestimmte Rahmenvereinbarung dient als Grundlage für die Entschädigung aller Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der betroffenen Flächenbewirtschaftenden unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft. Sie sieht Regeln für die Entschädigung der Flächeninanspruchnahme sowie für die Einschränkung der Bewirtschaftung vor und nach der Bauphase der Erdkabelprojekte vor.

Der etwa 750 Kilometer lange SuedOstLink verläuft von den Netzverknüpfungspunkten Klein Rogahn, westlich von Schwerin und Wolmirstedt bei Magdeburg, durch Thüringen bis zum Netzverknüpfungspunkte ISAR bei Landshut. Er soll 2027 Strom nach Süddeutschland liefern.

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Medieneinladung: Agrarpolitischer Jahresabschluss des Thüringer Bauernverbandes

Bauern ziehen Bilanz

Am 8. Dezember findet nach zwei Jahren Corona-bedingter Zwangspause erstmals wieder ein öffentlicher agrarpolitischer Jahresabschluss des Thüringer Bauernverbandes (TBV) in Apfelstädt statt.

Das Präsidium des Thüringer Bauernverbandes sowie geladene Mitglieder haben dabei die Gelegenheit, den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung zu aktuellen agrarpolitischen Themen auf den Zahn zu fühlen und zu hinterfragen, wie es im Jahr 2023 bzw. bis zu den Wahlen 2024 im Freistaat Thüringen weitergeht.

Neben Torsten Weil, Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, und Landtagsvizepräsidentin Madeleine Henfling sind Abgeordnete des Thüringer Landtags, Bundestags- und Europaabgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien und Landesämtern geladen.

Im Rahmen des Jahresabschlusses und der vorab geplanten Präsidiumssitzung des TBV wird das Jahr 2022 noch einmal evaluiert sowie die Arbeitsschwerpunkte für das Verbandsjahr 2023 diskutiert und festgelegt.

Der Jahresabschluss wird ebenfalls genutzt, um Ehrungen und Auszeichnungen Anwesender für die geleistete Arbeit und den Einsatz für den Berufsstand vorzunehmen.

 

Zeit: Donnerstag, den 8. Dezember, ab 17 Uhr

Ort: Bürgerhaus Apfelstädt, Am Dorfplatz 1 in 99192 Apfelstädt

 

 

Apfelstaedt

 

Informationen zur Veranstaltung

Bild- und Tonaufnahmen sind während der gesamten Veranstaltung möglich. Kostenfreie Parkplätze finden Sie am Sportplatz, unweit des Bürgerhauses (1 Min. zu Fuß).

 

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