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Medieninformation: „Ein Schlag ins Gesicht“ - Bauernverbände der ostdeutschen Bundesländer kritisieren EU-Pläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen scharf

Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Bauernverbände zu den vorgestellten EU-Plänen zum Mehrjährigen Finanzrahmen

EU-Vorschläge befeuern Betriebsaufgaben, zerstören Arbeitsplätze, gefährden die Ernährungssicherheit und zerstören Vertrauen in die Politik

„Das ist nicht nur eine klare Absage an eine zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, es ist eine Kampfansage an ein geeintes Europa – ein fatales Signal“, sagt Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV in Bezug auf die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen und der GAP. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute bekannt gab, soll es ab 2028 kein eigenständiges Agrarbudget wie in der bisherigen Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) mehr geben. Stattdessen sollen die Mittel in einem großen europäischen Fonds aufgehen, der neben der Landwirtschaft auch andere Felder wie Verteidigungsausgaben oder Emissionshandel abdeckt.
Neben vielen neuen Ideen soll künftig nur noch der Landwirtschaftsbetrieb Fördermittel erhalten, der „bedürftig ist.“ Sven Borchert, Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, hält das für grundlegend falsch: „Die GAP ist keine Sozialpolitik, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile. Dass die Kommission willkürlich Kriterien festsetzt, wer bedürftig ist und wer nicht, gleicht einem Schildbürgerstreich: einerseits die Betriebe an die finanzielle Belastungsgrenze treiben und dann gönnerhaft festlegen, wer in der Gunst der Kommission steht und wer nicht. So zerstört die Kommission unsere Branche.“
Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht Thomas Thiele vom Sächsischen Landesbauernverband mit Blick auf die Begrenzung und Kürzung von Fördermitteln ab bestimmt Höhen: „Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission, die Professionalisierung des Berufsstandes so hart angreift. Nirgendwo mussten nach der deutschen Einheit Betriebe so kraftvoll und mühsam aufgebaut wie bei uns in Ostdeutschland. Nun macht uns die Kommission einen Strich durch die Rechnung und streicht Fördermittel, die nach richtiger Berechnung bei den Betrieben ankommen müsste.“
„Die ländlichen Räume sind unser Rückgrat. Mit der Kürzung, Umgestaltung und Streichung schwächt die Kommission bewusst und mit Kalkül diese Bereiche. Es ist eine weitere Abwertung der ländlichen Bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Die Kommission bringt klar zu Ausdruck: Wir wollen euch nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die nötig sind, um den ländlichen Raum konstant weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft ist Teil der ländlichen Räume und nicht zuletzt auf deren Attraktivität für Arbeitskräfte angewiesen. Daher muss die Kommission ihre Vorschläge zurück zum aktuellen System verändern, da dieses berechenbar und planbar ist,“ findet der Präsident des Thüringer Bauernverbands, Dr. Klaus Wagner.
„Die Ernährungssicherung für unsere Menschen soll mit den Vorschlägen künftig nur noch eine Randnotiz sein. Mit der Abkehr von einer solide gestalteten Betriebsförderung befürchte ich den Verlust der flächendeckenden Landwirtschaft und zahlreicher Arbeitsplätze in den Dörfern. Deutschland ist im Vergleich mit anderen Regionen in der Welt noch ein Gunststandort für die Lebensmittelproduktion. Es ist unerklärlich, warum die Kommission dem Hunger jetzt Vorschub leisten will und es ihr nicht um die Unterstützung heimischer Landwirtschaftsbetriebe geht. Wir wollen eine GAP, die uns auf unserem Weg unterstützt und nicht den Boden unter Füßen wegzieht,“ warnt LBV Brandenburg Präsident Henrik Wendorff.
Wir alle wollen sichere, gesunde und nachhaltige Lebensmittel von hoher Qualität. Wir wollen und wir brauchen gerade in diesen unsicheren Zeiten eine sichere und strategisch aufgestellte Lebensmittelversorgung in der EU. Damit die Landwirtinnen und Landwirte das leisten können, brauchen sie ausreichende Mittel aus einem separaten EU-Agrarfonds, Direktzahlungen aus der ersten Säule ohne Kappung und Degression und eine starke Honorierung von Agrarumwelt- und Klimaleistungen und Förderung des ländlichen Raums. „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Agrarpolitik, die ihrem Namen gerecht wird!“, so die Landesbauernverbände.

Präsident Olaf Feuerborn Präsident Torsten Krawczyk, Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. Sächsischer Landesbauernverband e.V.

Präsident Karsten Trunk Präsident Henrik Wendorff, Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Präsident Dr. Klaus Wagner, Thüringer Bauernverband e.V.

 

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Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

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Medieninformation: Thüringer Bauernverband fordert Beibehaltung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung

Der Thüringer Bauernverband reagiert mit großem Unverständnis auf die Aussetzung der Auszahlung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung. „Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Thüringen hätte für viele landwirtschaftliche Betriebe und Schweinehalter existenzbedrohende Auswirkungen. Vor allem die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie das kürzlich entflammte Ausbruchsgeschehen in Nordrhein-Westfalen haben bewiesen, dass die Gefahr eines punktuellen Eintrags der Seuche auch in Thüringen weiterhin akut ist“, so Präsident Dr. Klaus Wagner.

Reduzierte Schwarzwildbestände sind ein wichtiges Mittel der Seuchenprävention und verhindern die rasante Ausbreitung im Falle eines Seucheneintrages. Nur mit Hilfe der intensiven Bejagung, insbesondere von Frischlingen aller Alters- und Gewichtsklassen können die Wildschweinbestände wirksam reduziert werden. „Angesichts steigender Kosten für die Trichinenuntersuchung in einigen Landkreisen und der Schließung von Annahmestellen für die Trichinenproben sehen sich Jäger ohnehin mit steigenden Kosten der Schwarzwildbejagung konfrontiert. Der Wegfall der Aufwandsentschädigung führt dazu, dass die Jagd auf geringe Frischlinge gänzlich eingestellt wird“, sagt Beate Köber-Fleck, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes.

Die Einsparung von 200.000 € ist vor allem mit Blick auf die Kosten eines ASP-Ausbruchs in Thüringen nicht nachvollziehbar. Im Nachbarland Hessen wurden im ersten Jahr nach dem Ausbruch beispielsweise Sachmittel in Höhe von rund 20,5 Millionen Euro für Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP verausgabt.

„In den vergangenen Jahren wurde in Thüringen sehr erfolgreich in der ASP-Prävention gearbeitet. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Einrichtung des Schwarzwild-Kompetenzzentrums und die Förderrichtlinie zur ASP-Prävention“, so Beate Köber-Fleck. „Die Aussetzung der Aufwandsentschädigung sorgt bei Jägern und Landwirten für großen Unmut und setzt die erzielten Erfolge der vergangenen Jahre aufs Spiel“, so Köber-Fleck weiter.

Der Thüringer Bauernverband fordert die Landesregierung auf, die Entscheidung zur Aussetzung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung zurückzunehmen und weiterhin an den wirksamen Instrumenten der ASP-Prävention festzuhalten.

 

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Beate Köber-Fleck
Hauptgeschäftsführerin

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Medieninformation: Ernte 2025 startet mit gedämpften Erwartungen - Erste Mähdrescher rollen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen stehen in den Startlöchern: In den kommenden Tagen beginnt mit der Wintergerste die großflächige Ernte. Erste frühe Bestände werden regional vereinzelt bereits geerntet.

Die Vorbereitungen zur diesjährigen Ernte laufen auf Hochtouren: Erntemaschinen werden gewartet und technisch überprüft, Getreideläger geleert und gereinigt sowie Förderanlagen instandgesetzt. Die verbliebenen Mengen aus der Ernte 2024 – darunter Getreide, Raps und Leguminosen – werden derzeit ausgelagert, um Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Die Entwicklung der Kulturen verlief in vielen Regionen Thüringens unter erschwerten Bedingungen. Vor allem die ausgeprägte Frühjahrstrockenheit hat den Beständen stark zugesetzt. Letztmalig im Januar fielen in weiten Teilen des Freistaates nennenswerte Niederschläge. Seither liegt das Niederschlagsdefizit, je nach Region, zwischen 50 und über 120 Millimetern unter dem langjährigen Mittel.

Zwar sorgten vereinzelte Regenfälle seit Mai für leichte Entspannung, die Wasserbilanz der Böden bleibt jedoch vielerorts negativ. Besonders im Süden Thüringens ist die Trockenheit weiterhin gravierend. Dank moderater Frühlingstemperaturen konnte eine stärkere Schädigung der Bestände in manchen Regionen jedoch abgemildert werden. Aussagen zu den zu erwartenden Erträgen sind derzeit noch nicht möglich, da sich die Bestandsentwicklung sehr heterogen darstellt.

Hinweis zur Verkehrssicherheit

Mit Beginn der Erntezeit bittet der Thüringer Bauernverband (TBV) alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Besonders auf Landstraßen ist mit langsam fahrenden Erntemaschinen, Traktoren und Anhängergespannen zu rechnen.

Gefahr besteht insbesondere in den Abendstunden bei tiefstehender Sonne sowie beim Überholen – häufig biegen die Maschinen plötzlich in Feldeinfahrten oder Seitenstraßen ab. Solche Situationen bergen ein hohes Unfallrisiko. Der TBV appelliert an alle Verkehrsteilnehmende, vorausschauend zu fahren und Rücksicht auf die landwirtschaftliche Arbeit zu nehmen.

 

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Katja Förster

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Medieninformation: Anhaltende Trockenheit belastet Thüringer Landwirtschaft - Die Hoffnung auf Regen bleibt

Die Thüringer Landwirtschaft steht unter Druck. Zwar gab es zu Jahresbeginn in vielen Regionen des Freistaates ausreichend Niederschläge, doch seit Februar liegen die Regenmengen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zwischen 30 und 120 Millimeter fehlen je nach Region. Besonders stark betroffen ist der Süden Thüringens mit einem Niederschlagsdefizit von über 100 Millimetern.

„Was den Landwirten aktuell zugutekommt, sind die vergleichsweise kühlen Temperaturen, sonst wäre die Lage deutlich dramatischer“, sagt Michael König, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Thüringer Bauernverbandes (TBV). „Gleichzeitig wirkt sich der anhaltende Wind wie ein Föhn aus: Er trocknet die oberen Bodenschichten aus und entzieht den Pflanzen lebenswichtiges Wasser“, so König weiter.

Besonders gravierend ist die Situation für den Futterbau: Der Aufwuchs von Heu und Feldfutterpflanzen ist vielerorts deutlich zu schwach. Im Süden Thüringens rechnen die Landwirte bereits mit 50 bis 70 Prozent Ertragseinbußen. Auf Weideflächen reicht das Pflanzenwachstum nicht aus, um Tiere ausreichend und dauerhaft zu versorgen. Weidewechsel müssen früher stattfinden und Futterreserven für den Winter fehlen.

Auch bei den Ackerkulturen zeigen sich die ersten Auswirkungen der fehlenden Niederschläge:

  • Mais wächst derzeit nur schleppend. Mit ausreichend Wasser und höheren Temperaturen könnte er das Defizit jedoch noch aufholen.
  • Raps befindet sich aktuell in der für die Ertragsbildung entscheidenden Phase der Schotenbildung – doch dazu fehlt das nötige Wasser.
  • Getreide kann die aktuellen Entwicklungsverzögerungen noch kompensieren – sofern es in den nächsten Tagen regnet.

„Besonders im Süden Thüringens sind bereits Trockenschäden an Getreide und Raps zu erkennen. Zwar benötigen alle Kulturen Wasser, aber Raps und Futterpflanzen stehen aktuell besonders unter Druck“, sagt König.

Die Lage der Thüringer Landwirte ist und bleibt angespannt. Die bisherigen Niederschläge der letzten Tage reichen nicht aus. Die kommenden Wochen sind entscheidend. Der Frühling stellt im Acker- und Futterbau die Weichen für den Ertrag des gesamten Jahres. „Wenn der Regen ausbleibt, wird das Jahr 2025 für viele Betriebe eine enorme Herausforderung – es bleibt das Hoffen auf Niederschläge“, bringt es König auf den Punkt.

Hinweis:

Fehlende Niederschläge führen in weiten Teilen des Freistaates zu verminderten Aufwüchsen bei Wiesen und Weiden. Der Mais wächst nur langsam. Daher sehen einige Betriebe die Futterversorgung mit Sorge. Der TBV möchte daher auf die noch immer aktive Futterbörse des Verbandes hinweisen. Diese finden Sie hier oder unter www.tbv-erfurt.de unter Service-Leistungen > Futterbörse. Ein Netzwerk gegenseitiger Hilfe: Hier können Landwirte Futtermittel abgeben oder suchen. Das Einstellen von Angeboten und Gesuchen ist kostenlos und ein Angebot für alle landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen.

 

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Katja Förster

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Medieneinladung: Landwirte versammeln sich vor dem Landtag

Endlich ist es so weit, am Donnerstag, dem 24. April, wird 15 Uhr eine Anhörung zum Flächenregister im Petitionsausschuss im Thüringer Landtag sein. Auch wenn das Flächenregister in diesem Jahr für alle Landwirte freiwillig ist, und das hat seine Gründe, muss über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Federführend wird der Vorstand der Interessengemeinschaft der Betriebe im benachteiligten Gebiet (IG BENA) des Thüringer Bauernverbandes (TBV) die Argumente zur Anhörung fachlich vortragen.

Begleitend zur Anhörung wird der TBV vor dem Landtag mit einer Kundgebung von ca. 11:00 bis 15 Uhr auf das Thema "Flächenregister und Bürokratieabbau" aufmerksam machen. Erwartet werden Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Thüringen, die sich im Landwirte-Camp versammeln und in den Dialog mit Abgeordneten und Interessierten gehen.

Zeit:     11 -15 Uhr Landwirte-Camp

Ort:     Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

Die Veranstaltung eignet sich für die Berichterstattung in Wort und Bild. Bild- und Tonaufnahmen sind während der gesamten Zeit möglich. Interviewanfragen können gerne vorab gestellt werden.

 

Hintergrund: Bereits im vergangenen Mai 2024 startete die IG BENA des TBV eine Petition gegen die Einführung des Flächenregisters.

Die Petition "Flächenregister" war erfolgreich - mit knapp 3.000 Unterschriften, die der TBV sammelte, war die Hürde von 1.500 Unterschriften erreicht und der Petitionsausschuss nahm sich dem Anliegen an.

Aufgrund der dann folgenden Landtagswahl in Thüringen verzögerte sich der Zeitablauf.

Die hohen bürokratischen Belastungen für die Landwirtinnen und Landwirte mit dem Flächenregister bestehen nach wie vor und deshalb fordert der TBV weiterhin eine genaue Prüfung der Sinnhaftigkeit der Einführung des Flächenregisters unter den gegebenen Umständen.

 

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Anja Nußbaum

Thüringer Bauernverband e.V.

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Medieninformation: Landwirtschaftliche Frühjahrsarbeiten im Plan

Nach den Beobachtungen des Thüringer Bauernverbandes (TBV) sind die meisten Kulturen akzeptabel aus dem Herbst gekommen. Stellenweise konnte die Aussaat im Herbst aufgrund anhaltender Feuchtigkeit nicht wie gewohnt durchgeführt werden, dadurch haben sich die Kulturen erst mit zwei bis drei Wochen Verzögerung entwickelt. Danach setzte die Vegetationsruhe im Winter ein und das Wachstum aus.

In den vergangenen Wochen fanden überall im Freistaat Thüringen landwirtschaftliche Frühjahrsarbeiten statt. Für die Aussaat der Sommerkulturen wie Sommergerste, Ackerbohne und Zuckerrübe wurden die Äcker mit entsprechender Technik vorbereitet, daraufhin folgte die Aussaat mit Drillmaschinen.

Neben der Aussaat wurden die Kulturen, die bereits im Herbst ausgesät wurden und bereits gewachsen sind, entsprechend ihres Bedarfs mit Nährstoffen in Form von Dünger versorgt. Dünger gibt es als kleines Korn oder in flüssiger Form, sogenannte mineralische Dünger und in Form von Mist und Gülle, sogenannter organischer Dünger. Das Ausbringen von Dünger konnte durch die Landwirtinnen und Landwirte aufgrund der vorherrschenden Trockenheit zügig umgesetzt werden.

Im überwiegenden Teil des Freistaates liegen die Frühjahrsarbeiten damit im Plan.

Nachdem die Temperaturen tagsüber in Plusgrade übergegangen sind, fanden nach eingehender Prüfung der Bestände durch die Pflanzenbauexperten der Landwirtschaftsbetriebe, die ersten Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Pflanzen statt.

Die Flächen sind bestellt und die Temperaturen auf einem Niveau, das zum Wachstum führt. Nun muss es in den nächsten Wochen ausreichend Niederschlag geben, damit sich die Kulturen gut entwickeln können.

Was die Zuversicht der Landwirte derzeit trübt, sind wiederkehrende Minusgrade in den Nächten und teilweise Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht mit mehr als 15 Grad, was bei den Pflanzen zu einer Stresssituation führt und Wachstumsdefizite nach sich ziehen kann.

 

Hintergrund

Zur Trockenheit: Zunächst muss man zwischen dem Bodenwasserhaushalt und der Wasserbilanz bzw. Menge der Niederschläge der letzten Monate unterscheiden. Die Böden sind in den obersten Schichten noch mit Wasser versorgt. Die Bilanz hinsichtlich der Regenmengen der letzten Monate ist jedoch in weiten Teilen des Freistaates negativ ausgefallen.

Da die Pflanzen im Winter in eine Ruhephase übergehen, verbrauchen diese kaum Wasser. Daher lassen sich Auswirkungen aufgrund der negativen Bilanz beim Niederschlag zurzeit nicht feststellen. Ein Entwicklungsdefizit ist auch nicht erkennbar.

Mittlerweile befinden sich die Pflanzen im Wachstum. Dazu bedarf es Wasser, welches sich die Pflanzen aus den Böden holen. Damit eine optimale Entwicklung erfolgen kann, muss es im Frühjahr regelmäßig regnen. Ansonsten wird der Bodenwasservorrat aufgebraucht und die Pflanzen leiden unter Trockenstress. Für ein gutes Wachstum muss es im Frühjahr regelmäßig und anhaltend regnen, damit die Pflanzen sich gut entwickeln und die Böden genug Wasser für die Sommermonate speichern können.

 

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Katja Förster

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Medieninformation: Landwirtschaft und Naturschutz ziehen an einem Strang

Heute trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des Thüringer Bauernverbandes e.V., des BUND Thüringen e.V., des NABU Thüringen e.V. sowie des Thüringer Ökoherz e.V. zum offiziellen Auftakt der Kooperation „Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz“. Gemeinsam möchten die vier Verbände den Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz intensivieren und tragfähige Lösungen entwickeln, um die Biodiversität in Thüringens Agrarlandschaft zu stärken.

Im Fokus des Netzwerkprojektes stehen insbesondere die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Lösungsvorschläge, um die biologische Vielfalt in der Thüringer Kulturlandschaft zu fördern. Dabei geht es um den Schutz gefährdeter Arten wie Feldhamster, Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn, deren Lebensräume durch die Landwirtschaft maßgeblich beeinflusst werden.

Das Netzwerkprojekt wird mit Kofinanzierung der Europäischen Union und des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum durchgeführt. Die Projektpartner werden in den kommenden Monaten daran arbeiten, praxistaugliche Maßnahmen zu erarbeiten, die sowohl den Erhalt bedrohter Arten als auch die nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen in Einklang bringen.

Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes: „Die Landwirtschaft ist in Thüringen nicht nur essenziell für unsere Lebensmittelversorgung, sondern trägt auch eine große Verantwortung für Natur und Umwelt – doch wirtschaftliche Zwänge und politische Rahmenbedingungen schränken eine nachhaltige Bewirtschaftung teilweise ein. Der Verlust von Weidewirtschaft und Fruchtfolgen sowie die fortschreitende Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen bedrohen die Artenvielfalt und erschweren eine zukunftsfähige Produktion, weshalb wir heute Lösungen finden müssen, um morgen noch erfolgreich und umweltbewusst wirtschaften zu können.“

Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: "Nachdem in anderen Bundesländern mit Projekten wie dem "Niedersächsischen Weg" oder den "Runden Tischen" in Hessen bereits erfolgreiche Ansätze für eine Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz umgesetzt wurden, wird nun auch in Thüringen ein solches Projekt in offizieller Form gestartet."

Eine zentrale Grundlage für das Vernetzungsprojekt bildet die vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) geförderte Studie „Mehr Biodiversität in der Landwirtschaft in Thüringen – Grundlagenstudie“, die derzeit erarbeitet wird. Sie liefert eine fundierte Analyse der aktuellen Situation sowie einen praxisorientierten Maßnahmenkatalog. Die Studie zielt darauf ab, konkrete, umsetzbare Empfehlungen für die Landwirtschaft zu entwickeln und den finanziellen Förderbedarf für biodiversitätsfördernde Maßnahmen zu ermitteln.

„Artenvielfalt sichert wichtige Ökosystemleistungen wie Bestäubung oder die Bereitstellung fruchtbarer Böden, doch der Artenschwund schreitet unaufhaltsam weiter voran und stellt auch die Landwirtschaft vor

große Herausforderungen. Wir freuen uns, in diesem Projekt praktikable Maßnahmen und ergänzende Lösungen wie beispielsweise Biodiversitätsberatungen zu entwickeln, um die Biodiversität auf Agrarflächen zu fördern,” sagt Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

Ute Baumbach-Rothbart, Vorstand Ökoherz Thüringen ergänzt: “Ich freue mich, dass in diesem verbandsübergreifenden Dialogprozess auf Augenhöhe nach Lösungen gesucht wird. Der Ökolandbau kann ideengebende Innovationen in konventionelle Landwirtschaftsprozesse einbringen, die die Biodiversität stärken.”

Gemeinsame Ziele für mehr Biodiversität im Agrarraum

Das Netzwerk setzt auf Workshops, Gesprächsrunden, Betriebsbesichtigungen und Fachveranstaltungen, um den Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Verbänden zu stärken. Auch Bildungsangebote und Informationsmaßnahmen für Landwirtinnen, Verbraucherinnen und Fachkräfte sollen entwickelt werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Etablierung einer Biodiversitätsberatung für landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen.

 

Hintergrund:

Die Landwirtschaft bewirtschaftet rund 47 Prozent der Landesfläche Thüringens und trägt damit eine zentrale Verantwortung für den Erhalt von Natur und Landschaft. Gleichzeitig steht die Branche vor enormen Herausforderungen: Preisschwankungen, globale Konflikte, Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt erfordern tragfähige Konzepte für die Zukunft.

Mit dem „Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz“ soll ein Dialog auf Augenhöhe etabliert werden. Ziel ist es, einen ausgewogenen Weg zwischen ökologisch wertvoller und wirtschaftlich tragfähiger Landwirtschaft zu finden, um die Thüringer Kulturlandschaft nachhaltig zu gestalten.

 

Foto: Auftaktreffen des „Thüringer Netzwerks Landwirtschaft und Naturschutz“. v.l.: Ute Baumbach-Rothbart, Vorstand Thüringer Ökoherz; Sebastian König, Landesgeschäftsführer BUND Thüringen; Tilo Kummer, Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten; Dr. Klaus Wagner, Präsident Thüringer Bauernverband; Marcus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum; Martin Schmidt, Vorsitzender NABU Thüringen.

 

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Katja Förster

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