Pressemitteilungen

Empfehlung

Medienmitteilung: Thüringer Erntepressekonferenz 2025 - Thüringer Landwirtschaft unter Druck

Die Thüringer Landwirtschaft blickt mit Sorge auf die diesjährige Ernte. Obwohl die Erträge überdurchschnittlich ausfielen, belasten historisch niedrige Erzeugerpreise, steigende Kosten und politische Herausforderungen die Betriebe. Dies wurde auf der traditionellen Erntepressekonferenz von Ministerin Colette Boos-John und dem Präsidenten des Thüringer Bauernverbandes (TBV), Dr. Klaus Wagner, in Berlstedt deutlich.

Die Ernte 2025 war stark vom Wettergeschehen geprägt. Nach einer ausgeprägten Frühjahrstrockenheit folgte ein sehr wechselhafter Sommer. Besonders der Juni und Juli brachten wiederholt Regen, Gewitter und Hagel, was zu Verzögerungen bei der Ernte führte. Die Erntemaschinen konnten vielerorts erst mit Beginn des Augusts flächendeckend eingesetzt werden. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes belegen die besondere Witterungslage: Mit 93 Litern pro Quadratmeter fiel im Juli fast 50 Prozent mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Gleichzeitig lag die Sonnenscheindauer deutlich unter dem Durchschnitt. „Die Witterung hat vieles erschwert, aber am Ende war es der August, der die Ernte überhaupt noch möglich gemacht hat“, erklärte Wagner. „Doch gutes Wetter zum Ernten ersetzt keine auskömmlichen Preise.“

Was global nach einer Erfolgsmeldung klingt, ist für viele Thüringer Betriebe wirtschaftlich kaum tragbar: Seit Mai sind die Erzeugerpreise flächendeckend um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Gleichzeitig steigen Lagerbestände und internationale Börsen verstärken durch spekulative Preisbewegungen die Unsicherheit auf den Märkten. „ Noch nie wurde weltweit so viel Getreide geerntet – und doch wird es für unsere Betriebe immer schwerer, davon leben zu können“, betonte Wagner. „Wer die heimische Landwirtschaft erhalten will, muss endlich faire Marktbedingungen schaffen.“

Zugleich verwies der TBV-Präsident auf die hohe Effizienz der Betriebe in Thüringen: Diese seien technisch hochgerüstet, gut ausgebildet und wirtschafteten nach fachlich fundierten Prinzipien. Trotzdem seien sie zunehmend benachteiligt. „Unsere Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb – aber mit deutlich höheren Auflagen in Sachen Umwelt-, Sozial- und Arbeitsrecht. Das ist aus gesellschaftlicher Sicht nachvollziehbar, führt aber faktisch zu Wettbewerbsnachteilen, die immer mehr Existenzen gefährden“, so Wagner.

Gerade in global unsicheren Zeiten seien stabile agrarpolitische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene unerlässlich. Stattdessen droht mit dem Vorschlag der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) ein Bruch mit dem bewährten System der gemeinsamen Agrarpolitik und damit eine weitere Verschärfung der Unsicherheiten für die landwirtschaftlichen Betriebe. Der Thüringer Bauernverband lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. „Wer Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft garantieren will, muss die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft heute mitdenken“, so Wagner abschließend.

 

Kontakt

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieninformation

Medieneinladung: „Rücksicht macht Wege breit“- Markierungsaktion auf Radweg bei Friemar

Auf Thüringens Rad- und Wanderwegen begegnen sich insbesondere in der Sommerzeit viele – Radfahrende, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge. Wo Interessen aufeinandertreffen, braucht es vor allem eines: gegenseitige Rücksichtnahme.
Um auf dieses wichtige Miteinander aufmerksam zu machen, setzen der Thüringer Bauernverband (TBV), die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen (AGFK-TH) ihre erfolgreiche Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ fort. Gemeinsam markieren wir ausgewählte Rad- und Wirtschaftswege in Thüringen mit einem deutlichen Hinweis direkt am Boden, der für ein respektvolles Nebeneinander wirbt.
Gerade jetzt, in der sich dem Ende neigenden Erntezeit und zum Beginn der Aussaat, sind landwirtschaftliche Fahrzeuge verstärkt auf den Wegen unterwegs. Gleichzeitig nutzen zahlreiche Radfahrerinnen, Radfahrer und Wandernde das schöne Spätsommerwetter.
Bei unserem Termin zeigen wir vor Ort, wie die Markierungen angebracht werden und worum es bei der Aktion geht – praxisnah, visuell und mit Statements der Beteiligten.
Wir laden alle Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Interessierte herzlich ein, dabei zu sein.
Es erwarten Sie Foto- und Drehmöglichkeiten, O-Töne der Beteiligten und die Gelegenheit zu Gesprächen. Vom Gut Friemar wird ein Landwirtschaftsfahrzeug zur Veranschaulichung vor Ort sein. Anwesend sind u.a.: Petra Enders (Vorsitzende AGFK-TH, Landrätin Ilm-Kreis), Birte Kalmring (Vorsitzende Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue), Sandra Kamm (Bürgermeisterin Pferdingsleben) und Martin Hirschmann (Geschäftsführer Regionalgeschäftsstelle Mitte des TBV).

Datum: Dienstag, 26. August 2025

Uhrzeit: 14:15 Uhr

Ort: Radweg bei Friemar (genaue Anfahrt siehe unten)

Treffpunkt / Anfahrt:
Friemar/ Gemeinde Pferdingsleben, Radweg um Speicher Friemar
Abzweig Pferdingslebener Landstraße K4
Geo: 50.977283, 10.799732
Maps: https://maps.app.goo.gl/kRWkSEhPDfGQnNhi7
Die Parkmöglichkeiten vor Ort sind begrenzt.

Zeitlicher Ablauf:
14:15 Uhr Kurze Begrüßung und Vorstellung der Anwesenden
14:25 Uhr Aufbringen der Bodenmarkierung
14:30 Uhr Fotomöglichkeit – Begegnung Traktor und Rad
14:40 Uhr Möglichkeit für O-Töne und Nachfragen

 

Ansprechpartner:

Martin Arnold (AGFK-TH)
+49 151 555 374 99
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Tom Engelhaupt (TTG)
+49 37 422 29
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Katja Förster (TBV)
+49 177 711 397 4
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Veranstalter:
Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen (AGFK-TH) e. V.
Thüringer Bauernverband (TBV)
Thüringer Tourismus GmbH (TTG)

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieneinladung

Empfehlung

Medieneinladung: Thüringer Erntepressekonferenz - Rekorde weltweit mit Preisdruck vor Ort

Die Zahlen sprechen für sich: Weltweit steuert die Getreideernte 2025 auf ein Rekordhoch von rund 2,93 Milliarden Tonnen zu. In Europa und Deutschland wird das Erntevolumen trotz leicht korrigierter Prognosen der EU-Kommission als überdurchschnittlich eingeschätzt.

Doch was global nach einem Erfolg klingt, stellt viele Thüringer Betriebe vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Fallende Erzeugerpreise, teils 30 bis 40 Prozent unter Vorjahresniveau, lassen angesichts steigender Produktionskosten kaum noch betriebswirtschaftliche Spielräume. Wetterextreme, ein angespanntes Marktumfeld und hohe Standards bei Umwelt-, Arbeits- und Sozialauflagen machen deutlich: Unsere Landwirtschaft braucht politische Rückendeckung.

Darüber hinaus werfen die aktuellen Entwicklungen am internationalen Agrarmarkt viele Fragen auf: Wie ist die Ernte 2025 in Thüringen tatsächlich ausgefallen? Wie beeinflussen Witterung, Markt und Politik die wirtschaftliche Lage der Betriebe? Welche Perspektiven brauchen unsere Erzeuger – und was muss sich ändern?

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum laden alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zur diesjährigen Erntepressekonferenz ein.

Zeit: Donnerstag, 28. August 2025, 11:00 bis ca. 13:00 Uhr

Ort: Silo- und Milchviehanlage der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG, 99439 Berlstedt (Weimarer Land) 51°04'08.9"N 11°14'35.5"E 

Auf dem Podium erwarten Sie:

Colette Boos-John, Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum

Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes

Steffen Steinbrück, Vorstand der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG

 

Im Fokus stehen die Analyse der Ernte 2025, die Ökoernteerhebung, die Marktentwicklungen sowie die Vorstellung aktueller Zahlen und Trends aus Thüringen. Zudem gibt der Gastgeber vor Ort Einblicke in seine Arbeit und berichtet von seinen praktischen Erfahrungen mit der Ernte in einem wirtschaftlich und klimatisch herausfordernden Jahr.

Hinweise für Medienvertreterinnen und -vertreter:

Die Veranstaltung bietet gute Möglichkeiten zur Bild- und Tonberichterstattung.

Parkmöglichkeiten sind auf dem Betriebsgelände vorhanden.

Die Anfahrt von Erfurt beträgt ca. 30 Minuten mit dem Auto.

Bitte melden Sie sich bis zum 26. August 2025 per E-Mail an unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

 

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieneinladung

 

Bild2

Empfehlung

Medieninformation: „Ein Schlag ins Gesicht“ - Bauernverbände der ostdeutschen Bundesländer kritisieren EU-Pläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen scharf

Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Bauernverbände zu den vorgestellten EU-Plänen zum Mehrjährigen Finanzrahmen

EU-Vorschläge befeuern Betriebsaufgaben, zerstören Arbeitsplätze, gefährden die Ernährungssicherheit und zerstören Vertrauen in die Politik

„Das ist nicht nur eine klare Absage an eine zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, es ist eine Kampfansage an ein geeintes Europa – ein fatales Signal“, sagt Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV in Bezug auf die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen und der GAP. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute bekannt gab, soll es ab 2028 kein eigenständiges Agrarbudget wie in der bisherigen Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) mehr geben. Stattdessen sollen die Mittel in einem großen europäischen Fonds aufgehen, der neben der Landwirtschaft auch andere Felder wie Verteidigungsausgaben oder Emissionshandel abdeckt.
Neben vielen neuen Ideen soll künftig nur noch der Landwirtschaftsbetrieb Fördermittel erhalten, der „bedürftig ist.“ Sven Borchert, Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, hält das für grundlegend falsch: „Die GAP ist keine Sozialpolitik, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile. Dass die Kommission willkürlich Kriterien festsetzt, wer bedürftig ist und wer nicht, gleicht einem Schildbürgerstreich: einerseits die Betriebe an die finanzielle Belastungsgrenze treiben und dann gönnerhaft festlegen, wer in der Gunst der Kommission steht und wer nicht. So zerstört die Kommission unsere Branche.“
Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht Thomas Thiele vom Sächsischen Landesbauernverband mit Blick auf die Begrenzung und Kürzung von Fördermitteln ab bestimmt Höhen: „Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission, die Professionalisierung des Berufsstandes so hart angreift. Nirgendwo mussten nach der deutschen Einheit Betriebe so kraftvoll und mühsam aufgebaut wie bei uns in Ostdeutschland. Nun macht uns die Kommission einen Strich durch die Rechnung und streicht Fördermittel, die nach richtiger Berechnung bei den Betrieben ankommen müsste.“
„Die ländlichen Räume sind unser Rückgrat. Mit der Kürzung, Umgestaltung und Streichung schwächt die Kommission bewusst und mit Kalkül diese Bereiche. Es ist eine weitere Abwertung der ländlichen Bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Die Kommission bringt klar zu Ausdruck: Wir wollen euch nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die nötig sind, um den ländlichen Raum konstant weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft ist Teil der ländlichen Räume und nicht zuletzt auf deren Attraktivität für Arbeitskräfte angewiesen. Daher muss die Kommission ihre Vorschläge zurück zum aktuellen System verändern, da dieses berechenbar und planbar ist,“ findet der Präsident des Thüringer Bauernverbands, Dr. Klaus Wagner.
„Die Ernährungssicherung für unsere Menschen soll mit den Vorschlägen künftig nur noch eine Randnotiz sein. Mit der Abkehr von einer solide gestalteten Betriebsförderung befürchte ich den Verlust der flächendeckenden Landwirtschaft und zahlreicher Arbeitsplätze in den Dörfern. Deutschland ist im Vergleich mit anderen Regionen in der Welt noch ein Gunststandort für die Lebensmittelproduktion. Es ist unerklärlich, warum die Kommission dem Hunger jetzt Vorschub leisten will und es ihr nicht um die Unterstützung heimischer Landwirtschaftsbetriebe geht. Wir wollen eine GAP, die uns auf unserem Weg unterstützt und nicht den Boden unter Füßen wegzieht,“ warnt LBV Brandenburg Präsident Henrik Wendorff.
Wir alle wollen sichere, gesunde und nachhaltige Lebensmittel von hoher Qualität. Wir wollen und wir brauchen gerade in diesen unsicheren Zeiten eine sichere und strategisch aufgestellte Lebensmittelversorgung in der EU. Damit die Landwirtinnen und Landwirte das leisten können, brauchen sie ausreichende Mittel aus einem separaten EU-Agrarfonds, Direktzahlungen aus der ersten Säule ohne Kappung und Degression und eine starke Honorierung von Agrarumwelt- und Klimaleistungen und Förderung des ländlichen Raums. „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Agrarpolitik, die ihrem Namen gerecht wird!“, so die Landesbauernverbände.

Präsident Olaf Feuerborn Präsident Torsten Krawczyk, Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. Sächsischer Landesbauernverband e.V.

Präsident Karsten Trunk Präsident Henrik Wendorff, Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Präsident Dr. Klaus Wagner, Thüringer Bauernverband e.V.

 

Kontakt

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieninformation

Empfehlung

Medieninformation: Thüringer Bauernverband fordert Beibehaltung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung

Der Thüringer Bauernverband reagiert mit großem Unverständnis auf die Aussetzung der Auszahlung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung. „Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Thüringen hätte für viele landwirtschaftliche Betriebe und Schweinehalter existenzbedrohende Auswirkungen. Vor allem die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie das kürzlich entflammte Ausbruchsgeschehen in Nordrhein-Westfalen haben bewiesen, dass die Gefahr eines punktuellen Eintrags der Seuche auch in Thüringen weiterhin akut ist“, so Präsident Dr. Klaus Wagner.

Reduzierte Schwarzwildbestände sind ein wichtiges Mittel der Seuchenprävention und verhindern die rasante Ausbreitung im Falle eines Seucheneintrages. Nur mit Hilfe der intensiven Bejagung, insbesondere von Frischlingen aller Alters- und Gewichtsklassen können die Wildschweinbestände wirksam reduziert werden. „Angesichts steigender Kosten für die Trichinenuntersuchung in einigen Landkreisen und der Schließung von Annahmestellen für die Trichinenproben sehen sich Jäger ohnehin mit steigenden Kosten der Schwarzwildbejagung konfrontiert. Der Wegfall der Aufwandsentschädigung führt dazu, dass die Jagd auf geringe Frischlinge gänzlich eingestellt wird“, sagt Beate Köber-Fleck, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes.

Die Einsparung von 200.000 € ist vor allem mit Blick auf die Kosten eines ASP-Ausbruchs in Thüringen nicht nachvollziehbar. Im Nachbarland Hessen wurden im ersten Jahr nach dem Ausbruch beispielsweise Sachmittel in Höhe von rund 20,5 Millionen Euro für Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP verausgabt.

„In den vergangenen Jahren wurde in Thüringen sehr erfolgreich in der ASP-Prävention gearbeitet. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Einrichtung des Schwarzwild-Kompetenzzentrums und die Förderrichtlinie zur ASP-Prävention“, so Beate Köber-Fleck. „Die Aussetzung der Aufwandsentschädigung sorgt bei Jägern und Landwirten für großen Unmut und setzt die erzielten Erfolge der vergangenen Jahre aufs Spiel“, so Köber-Fleck weiter.

Der Thüringer Bauernverband fordert die Landesregierung auf, die Entscheidung zur Aussetzung der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung zurückzunehmen und weiterhin an den wirksamen Instrumenten der ASP-Prävention festzuhalten.

 

Kontakt

Beate Köber-Fleck
Hauptgeschäftsführerin

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

E-Mail:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieninformation

Empfehlung

Medieninformation: Ernte 2025 startet mit gedämpften Erwartungen - Erste Mähdrescher rollen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen stehen in den Startlöchern: In den kommenden Tagen beginnt mit der Wintergerste die großflächige Ernte. Erste frühe Bestände werden regional vereinzelt bereits geerntet.

Die Vorbereitungen zur diesjährigen Ernte laufen auf Hochtouren: Erntemaschinen werden gewartet und technisch überprüft, Getreideläger geleert und gereinigt sowie Förderanlagen instandgesetzt. Die verbliebenen Mengen aus der Ernte 2024 – darunter Getreide, Raps und Leguminosen – werden derzeit ausgelagert, um Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Die Entwicklung der Kulturen verlief in vielen Regionen Thüringens unter erschwerten Bedingungen. Vor allem die ausgeprägte Frühjahrstrockenheit hat den Beständen stark zugesetzt. Letztmalig im Januar fielen in weiten Teilen des Freistaates nennenswerte Niederschläge. Seither liegt das Niederschlagsdefizit, je nach Region, zwischen 50 und über 120 Millimetern unter dem langjährigen Mittel.

Zwar sorgten vereinzelte Regenfälle seit Mai für leichte Entspannung, die Wasserbilanz der Böden bleibt jedoch vielerorts negativ. Besonders im Süden Thüringens ist die Trockenheit weiterhin gravierend. Dank moderater Frühlingstemperaturen konnte eine stärkere Schädigung der Bestände in manchen Regionen jedoch abgemildert werden. Aussagen zu den zu erwartenden Erträgen sind derzeit noch nicht möglich, da sich die Bestandsentwicklung sehr heterogen darstellt.

Hinweis zur Verkehrssicherheit

Mit Beginn der Erntezeit bittet der Thüringer Bauernverband (TBV) alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Besonders auf Landstraßen ist mit langsam fahrenden Erntemaschinen, Traktoren und Anhängergespannen zu rechnen.

Gefahr besteht insbesondere in den Abendstunden bei tiefstehender Sonne sowie beim Überholen – häufig biegen die Maschinen plötzlich in Feldeinfahrten oder Seitenstraßen ab. Solche Situationen bergen ein hohes Unfallrisiko. Der TBV appelliert an alle Verkehrsteilnehmende, vorausschauend zu fahren und Rücksicht auf die landwirtschaftliche Arbeit zu nehmen.

 

Kontakt

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

PDF-Download Medieninformation

Empfehlung

Medieninformation: Anhaltende Trockenheit belastet Thüringer Landwirtschaft - Die Hoffnung auf Regen bleibt

Die Thüringer Landwirtschaft steht unter Druck. Zwar gab es zu Jahresbeginn in vielen Regionen des Freistaates ausreichend Niederschläge, doch seit Februar liegen die Regenmengen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zwischen 30 und 120 Millimeter fehlen je nach Region. Besonders stark betroffen ist der Süden Thüringens mit einem Niederschlagsdefizit von über 100 Millimetern.

„Was den Landwirten aktuell zugutekommt, sind die vergleichsweise kühlen Temperaturen, sonst wäre die Lage deutlich dramatischer“, sagt Michael König, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Thüringer Bauernverbandes (TBV). „Gleichzeitig wirkt sich der anhaltende Wind wie ein Föhn aus: Er trocknet die oberen Bodenschichten aus und entzieht den Pflanzen lebenswichtiges Wasser“, so König weiter.

Besonders gravierend ist die Situation für den Futterbau: Der Aufwuchs von Heu und Feldfutterpflanzen ist vielerorts deutlich zu schwach. Im Süden Thüringens rechnen die Landwirte bereits mit 50 bis 70 Prozent Ertragseinbußen. Auf Weideflächen reicht das Pflanzenwachstum nicht aus, um Tiere ausreichend und dauerhaft zu versorgen. Weidewechsel müssen früher stattfinden und Futterreserven für den Winter fehlen.

Auch bei den Ackerkulturen zeigen sich die ersten Auswirkungen der fehlenden Niederschläge:

  • Mais wächst derzeit nur schleppend. Mit ausreichend Wasser und höheren Temperaturen könnte er das Defizit jedoch noch aufholen.
  • Raps befindet sich aktuell in der für die Ertragsbildung entscheidenden Phase der Schotenbildung – doch dazu fehlt das nötige Wasser.
  • Getreide kann die aktuellen Entwicklungsverzögerungen noch kompensieren – sofern es in den nächsten Tagen regnet.

„Besonders im Süden Thüringens sind bereits Trockenschäden an Getreide und Raps zu erkennen. Zwar benötigen alle Kulturen Wasser, aber Raps und Futterpflanzen stehen aktuell besonders unter Druck“, sagt König.

Die Lage der Thüringer Landwirte ist und bleibt angespannt. Die bisherigen Niederschläge der letzten Tage reichen nicht aus. Die kommenden Wochen sind entscheidend. Der Frühling stellt im Acker- und Futterbau die Weichen für den Ertrag des gesamten Jahres. „Wenn der Regen ausbleibt, wird das Jahr 2025 für viele Betriebe eine enorme Herausforderung – es bleibt das Hoffen auf Niederschläge“, bringt es König auf den Punkt.

Hinweis:

Fehlende Niederschläge führen in weiten Teilen des Freistaates zu verminderten Aufwüchsen bei Wiesen und Weiden. Der Mais wächst nur langsam. Daher sehen einige Betriebe die Futterversorgung mit Sorge. Der TBV möchte daher auf die noch immer aktive Futterbörse des Verbandes hinweisen. Diese finden Sie hier oder unter www.tbv-erfurt.de unter Service-Leistungen > Futterbörse. Ein Netzwerk gegenseitiger Hilfe: Hier können Landwirte Futtermittel abgeben oder suchen. Das Einstellen von Angeboten und Gesuchen ist kostenlos und ein Angebot für alle landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen.

 

Kontakt

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

PDF-Download Medieninformation

Thüringer Bauernverband e.V.
Alfred-Hess-Straße 8
99094 Erfurt

Tel.: +49 (0)361 262 530
Fax: +49 (0)361 262 532 25
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kontakt
1000 Zeichen noch.