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Medieninformation: Zügige Koalitionsgespräche und wohlüberlegte Ressortzuschnitte

Der Thüringer Bauernverband (TBV) zeigt sich zum Ausgang der Landtagswahl in Thüringen erfreut über die hohe Wahlbeteiligung. Der Ausgang der Wahl und die endgültigen Ergebnisse erfordern nun ein rasches Aufeinanderzugehen der Parteien, so dass es schnellstmöglich zu Koalitionsverhandlungen kommen kann.

Der TBV fordert bei den bevorstehenden Gesprächen, der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum in Thüringen, um eine nachhaltige, widerstandsfähige und ausgewogene Gesellschaft aufzubauen, die in Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen der Menschen steht, eine höhere Priorität einzuräumen. Die Landwirtschaft ist nicht nur für die Produktion von Nahrungsmitteln von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Sicherung der Ernährungssouveränität und -vielfalt. Indem die neue Landesregierung der Thüringer Landwirtschaft eine höhere Priorität einräumt, können wir sicherstellen, dass wir lokal angebaute, frische und gesunde Lebensmittel haben, die für eine ausgewogene Ernährung notwendig sind.

Darüber hinaus spielt die Thüringer Landwirtschaft eine wichtige Rolle beim Umweltschutz und der Bewahrung der natürlichen Ressourcen. Nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken tragen zur Bodenfruchtbarkeit, zum Schutz der Wasserressourcen, zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Klimawandel-Mitigation bei. Indem wir die Landwirtschaft und den ländlichen Raum priorisieren, fördern wir eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Zukunft.

Der ländliche Raum ist ein Ort, an dem Gemeinschaften und Traditionen gedeihen können. Eine höhere Priorität für den ländlichen Raum bedeutet Investitionen in die Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Entwicklung in diesen Gebieten. Dies schafft nicht nur neue Chancen und Arbeitsplätze, sondern fördert auch den sozialen Zusammenhalt und eine ausgewogene Entwicklung des Freistaates.

Daher fordert der TBV von der neuen Landesregierung ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium mit allen Kompetenzen. Momentan stehen den Thüringer Landwirten drei für sie zuständigen Ministerien, mit entsprechend angegliederten Landesämtern, gegenüber. Der Austausch zwischen den Ressorts konnte seit der

Trennung der Zuständigkeiten nicht optimal gestaltet werden. Die Herausforderungen insbesondere

im Bereich der Nutztierhaltung und der Umweltauflagen sind für die Landwirtschaft enorm. Weder die

Landwirtschaft noch die Landesregierung kann sich weiter die bestehenden Reibungs- und Abstimmungsverluste leisten. Es braucht deshalb ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium, das auch die vollumfängliche Programmhoheit für den ELER-Fond innehat, genauso wie die Zuständigkeit für Tiergesundheit und Tierschutz.

Bei den Gesprächen zwischen den möglichen Koalitionspartnern gilt es die Forderungen des Verbandes zu berücksichtigen, um den Landwirten und den Menschen im ländlichen Raum die Bedeutung beizumessen, die sie verdient haben.

 

Kontakt

Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.,

Alfred-Hess-Straße 8,

99094 Erfurt

Telefon: +49 (0)361 262 532 29 
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Medieninformation: Erntepressekonferenz - Hohe Erwartungen wurden nicht erfüllt

Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij und der Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV) Dr. Klaus Wagner präsentierten heute in Buttstädt die diesjährigen Ernteergebnisse der Thüringer Landwirte.

Die vergangenen Jahre waren von ungewöhnlich langen Trockenperioden geprägt, Feldmauspopulationen entwickelten sich rasant und in der Milchviehhaltung wurde an manchen Stellen das Futter knapp. Betriebe unterstützten sich untereinander und halfen mit Futter aus. „An Wasser hat es in diesem Jahr überhaupt nicht gemangelt. Doch zufrieden zurücklehnen, konnten sich die Landwirte trotzdem nicht“, leitete Wagner seine Ausführungen ein.

Die Voraussetzungen für die Aussaat waren bis Mitte Oktober gut. Danach kam es aufgrund reichlicher Niederschläge zu Verzögerungen. Die Kulturen entwickelten sich dennoch gut – damit war eine rasante Pflanzenentwicklung im März und April zu verzeichnen.

„Die Bestände machten einen guten Eindruck und ließen auf gute Erträge hoffen“, so Wagner weiter. In der Nacht vom 22. auf den 23. April wurden flächendeckend in Thüringen Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius gemessen, was schwere Folgen für das Getreide und den Raps hatte. „Gerade in dieser für die Ertragsbildung entscheidenden Zeit kann eine solche Frostnacht über den Ausgang der Ernte entscheiden“, erklärte Wagner. Der Frost traf die Gerste und den Raps während der Blüte. Ganze Ähren oder gar Teile ganzer Gerstenbestände, konnten nicht ausreichend befruchtet werden, so dass die Körner nicht, oder aber nicht vollwertig ausbildet wurden. Beim Raps waren die Schoten in Folge des Frostes unvollständig mit Körnern gefüllt.

Das Frühjahr war geprägt von stetigen Niederschlagsereignissen. In Verbindung mit mäßigen Temperaturen entsteht in den Feldern ein besonders feuchtes Klima, was optimale Verhältnisse für Pilzkrankheiten bietet. Pilze, wie Braunrost oder Zwergrost, befallen die Getreidepflanzen und verringern die Photosyntheseleistung erheblich. Im Raps trat die Wurzelhals- und Stängelfäule verstärkt auf, bei der die Stängel brechen, die Wurzel zu faulen beginnt und die Rapspflanze abstirbt.

Die Erntearbeiten begannen sodann in der letzten Junidekade und wurden immer wieder durch kleinräumige Niederschlagsereignisse unterbrochen. Anders als im vergangenen Jahr führte dies jedoch nicht zu großen Qualitätseinbußen, da besonders der Winterweizen noch nicht reif war. Am Ende muss festgestellt werden, dass es bereits im Vorfeld bei vielen Weizenpartien an ausreichend Proteinwerten gemangelt hat. Anders beim Winterraps – hier führten der teils starke Regen und Hagel zu massiven Ertragseinbußen, da die reifen Schoten in denen die Rapskörner sind, aufplatzen, die Körner fallen zu Boden und können nicht mehr geerntet werden. Stellenweise sind Ausfälle von über 80 Prozent in diesem Jahr zu beklagen.

Die üppigen Niederschläge führten zudem zu einem erheblichen Wachstum von Unkräutern wie Klatschmohn, Kamille oder Disteln. Die Unkrautsamen im Getreide werden als „Besatz“ bezeichnet. Je mehr davon im Getreide analysiert wird, desto weniger bekommen die Landwirte für ihr angeliefertes Getreide.

„Durch all diese Umstände verfehlte der Weizen oftmals seine Qualität und das ist besonders bedauerlich, da Thüringen für den Anbau von Eliteweizen und Qualitätsweizen bekannt ist. Diese Weizensorten, die aufgrund ihrer hohen Inhaltsstoffe, wie Protein, besonders interessant für Bäckereien und Industriebäckereien sind, machen einen bedeutenden Teil unseres landwirtschaftlichen Ertrages aus. Unsere Erwartungen waren gerade im Bereich des Qualitätsweizens hoch, doch die Zielqualitäten wurden oft nicht erreicht“, so Wagner. Der Anbau von Thüringer Elite- und Qualitätsweizen wird nicht nur aufgrund des unberechenbaren Wetters, sondern auch durch eine vorgeschriebene reduzierte Düngung erschwert. Daher fordert der TBV praxistaugliche Regelungen im Bereich Düngung und Pflanzenschutz, mehr Offenheit für Innovationen und fachliche anstatt ideologiegetriebener Entscheidungen. „Die hohe Qualität unseres Weizens ist ein Markenzeichen unseres Freistaates und es ist unser Ziel, diese Standards trotz der Widrigkeiten aufrechtzuerhalten – gerade mit Blick auf unsere heimischen Bäckereien“, so Wagner und übergab das Wort an die Gastgeberin der diesjährigen Erntepressekonferenz Celestina Brandt. Sie führt eine Traditionsbäckerei, die in der vierten Generation Backwaren aus Meisterhand fertigt. Brand ist zudem Brotsommelière, Thüringer Landesinnungsmeisterin und Bäckerin des Jahres 2023. Sie berichtete im Rahmen der Pressekonferenz über die Zusammenarbeit mit Landwirten, ihre Branche mit all ihren Herausforderungen und ihre innovativen Ideen vom Drive-In bis zum 24-Stunden-Automaten.

EPK2

 

Hintergrund

Die Parameter Hektoliter, Fallzahl und der Proteinwert entscheiden über die Weizenqualität. Elite- (E-Weizen) und Qualitätsweizen (A-Weizen) werden in der Backwaren- und Lebensmittelindustrie benötigt. Während im vergangenen Jahr das Mittel beim Protein bei 13,3 Prozent lag, zeigt sich in diesem Jahr ein Mittel von 12,7 Prozent. Der Standard-Proteinwert von E-Weizen liegt bei 14 Prozent.

Die Qualitäten werden beeinflusst durch das Wetter, aber auch durch die Düngung. In den sogenannten Roten Gebieten müssen die Landwirte eine um 20 Prozent reduzierte Düngung fahren, dies betrifft besonders die Ackerbauebene in dem viel Eliteweizen produziert wird. Erste Qualitätseinbußen und Ertragsminderungen sind bereits zu erkennen und werden sich weiter steigern, denn wenn weniger geerntet wird, ist der Bedarf an Dünger geringer, dann muss dieser Bedarf an Dünger nochmals um 20 Prozent reduziert werden, somit sinkt der Ertrag weiter – eine Abwärtsspirale.

 

Vorläufige Ergebnisse der Ernte 2024 in Thüringen

Ernteergebnisse

 

Ökolandbau in Thüringen: Öko-Ernteerhebung des Thüringer Bauernverbandes

Der TBV führt das neunte Jahr in Folge eine Ernteerhebung bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben durch. Nach wie vor ein Novum innerhalb Deutschlands und ein Aushängeschild des Verbandes. Ab dem nächsten Jahr wird eine Erhebung unter den ökologisch wirtschaftenden Betrieben durch das Statistische Landesamt Thüringen durchgeführt. Grund dafür ist eine geänderte gesetzliche Vorgabe, die vor kurzem in Kraft getreten ist.

Die Ergebnisse der Öko-Ernteerhebung gibt es hier.

 

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Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.,

Alfred-Hess-Straße 8,

99094 Erfurt

Telefon: +49 (0)361 262 532 29 
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Medieneinladung: Thüringer Erntepressekonferenz am 29. August

Große Hoffnungen und gedämpfte Erwartungen

 

Nach reichlich Regen im Frühjahr, war die Hoffnung der Landwirte groß, eine gute Ernte einzufahren. Nachtfröste, zu wenig Sonne und fehlender Pflanzenschutz dämpften die Erwartungen dann wieder deutlich.

Wie ist die Ernte in Thüringen 2024 ausgefallen? Welche Qualitäten wurden erreicht und was bezahlt der Markt dafür? Was braucht die Landwirtschaft von der Politik, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein?

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft laden zur diesjährigen Erntepressekonferenz (EPK) in die Buttstädter Vollkornbäckerei GmbH & Cafe Celestina nach Buttstädt ein.

Über die diesjährige Ernte wird Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij berichten. Der TBV nutzt die Konferenz, um über aktuelle Herausforderungen in der Landwirtschaft zu informieren und die Ergebnisse der nunmehr neunten Öko-Ernteerhebung des TBV vorzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, auf den Standtort Thüringen als Anbaugebiet von Qualitätsgetreide aufmerksam zu machen. Unter den Einflüssen von Klimawandel, Dünge- und Pflanzenschutzgesetzen und -verordnungen ist der Anbau von Qualitätsgetreide erschwert worden. Das hat auch schwerwiegende Folgen für den nachgelagerten Bereich – die Bäckereien. Brotsommelière, Thüringer Landesinnungsmeisterin und Bäckerin des Jahres 2023 Celestina Brandt ist die diesjährige Gastgeberin der EPK und wird berichten über die Zusammenarbeit mit Landwirten, ihre Branche mit all ihren Herausforderungen und ihre innovativen Ideen vom Drive-In bis zum 24-Stunden-Automaten vorstellen.

Hiermit laden wir alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zur traditionellen Erntepressekonferenz mit der Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij und dem Präsidenten des TBV, Dr. Klaus Wagner, in die Vollkornbäckerei nach Buttstädt ein.

 

Zeit: Donnerstag, 29. August 2024, 10 bis 12 Uhr

Ort:  Buttstädter Vollkornbäckerei und Café Celestina, Roßplatz 2, 99628 Buttstädt

 

Hinweis für Journalistinnen und Journalisten:

Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für eine Berichterstattung in Bild und Ton.

Fahrzeit mit dem Auto von Erfurt ca. 30-40 Minuten.

Parkmöglichkeiten vor Ort finden Sie beim benachbarten Einkaufsmarkt und in den Straßen um die Bäckerei.

Bitte melden Sie sich zur PK an unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.
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Foto: photoschmidt

Medieninformation: Ernte in Thüringen steht bevor

Mit Spannung erwarten die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte die diesjährige Ernte. Anders als in den vergangenen Jahren gab es in diesem Frühjahr viel Regen und die Tagestemperaturen hielten sich auf einem moderaten Niveau. Die Kulturen wie Getreide und Raps konnten sich gut entwickeln und standen nicht im Stress um das kostbare Wasser, wie das in den letzten Jahren der Fall war. Nun wird das sogenannte Abreifen erwartet.

Als erstes wird die Wintergerste geerntet. Diese Felder präsentieren sich derzeit strohgelb. Die Pflanzen haben zuvor in der Reifephase Körner gebildet und sind am Absterben. Nun wird mit einem Feuchtigkeitsmessgerät geschaut, ob die Erntefähigkeit erreicht ist. Gegeben ist das, wenn das Getreide nicht mehr als 13 bis 14 Prozent Restfeuchte in den Körner aufweist. Ist es zu feucht, so muss das Getreide nachgetrocknet werden. Ist es jedoch zu trocken, können die Körner leicht brechen und sind nicht mehr vermarktungsfähig.

Im Altenburger Land und im Landkreis Nordhausen gab es bereits erste Versuche der Ernte von sehr frühen Sorten der Wintergerste. Der eigentliche Erntestart wird gegen Ende nächster Woche erwartet. Nach der Wintergerste folgt die Ernte von Raps und Weizen.

Ertragsaussichten können noch nicht beziffert werden, da die Entwicklung der Kulturen in Thüringen sehr unterschiedlich verlaufen ist. Grund dafür sind regional stark unterschiedliche Niederschlagsmengen, frostige Nächte von teils -8 Grad Celsius Mitte Mai und niedrige Temperaturen in der Jugendentwicklung.

Vermehrt langsam fahrende Erntemaschinen auf Thüringens Straßen

Der Thüringer Bauernverband macht darauf aufmerksam, dass in den kommenden Wochen vermehrt langsam fahrende Fahrzeuge wie Erntemaschinen und Traktoren mit Anhängerzügen auf Thüringens Straßen unterwegs sein werden. Aufgrund ihrer geringen Fahrgeschwindigkeit ist Vorsicht auf den Straßen geboten, besonders in den Abendstunden bei tiefstehender Sonne. Überholmanöver sind noch gründlicher zu prüfen, da solche Fahrzeuge oftmals von Haupt- auf Seitenstraßen oder Feldeinfahrten einbiegen und es so zu Kollisionen kommen kann.

 

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André Rathgeber
Thüringer Bauernverband e. V.

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Medieninformation: Wie können Naturschutz und Landwirtschaft zukünftig zusammenarbeiten?

Am heutigen 14. Juni 2024 haben der Thüringer Bauernverband e.V., BUND Thüringen e.V., NABU Thüringen e.V. und Thüringer Ökoherz e.V. vor dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) einen gemeinsam ausgearbeiteten Leitfaden zum „Zukunftsweg Biodiversität und Landwirtschaft in Thüringen“ an die beiden Staatssekretäre des TMUEN und des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) übergeben. Der Leitfaden zeigt einen gemeinsamen Weg auf, wie die Zusammenarbeit der Verbände und weiterer Akteure aussehen müsste, um praktikable Maßnahmen für mehr Biodiversität in der Thüringer Landwirtschaft zu etablieren.

Vor etwas mehr als einem Jahr machten sich die vier Verbände auf den Weg, um einen Dialog darüber anzustoßen, wie die Biodiversität auf Agrarflächen verbessert werden kann. In einigen anderen Bundesländern wurden ähnliche Vorhaben bereits entwickelt und umgesetzt, beispielsweise beim „Niedersächsischen Weg“ oder „Runden Tisch“ in Hessen. Auch in Thüringen will man diesen Beispielen folgen – trotz der aktuellen Zeiten, die von Unsicherheit, Protest und Krisen geprägt sind. Denn diese dürfen nicht als Ausflüchte dienen, um den bereits vor Jahren begonnenen Gesprächsfaden zwischen den Verbänden abreißen zu lassen. Vielmehr sollen Kooperationen entwickelt und vertieft werden, um gemeinsam Naturschutz UND Landwirtschaft zu stärken.

Wie eine solche Kooperation in Thüringen aussehen könnte, haben die Verbände gemeinsam im vergangenen Jahr in einem vom TMUEN geförderten Projekt diskutiert. Die heutige Übergabe des daraus entstanden Leitadens dient als offizieller Start dieser verbändeübergreifenden Kooperation. Dazu die Verbände:

Steffen Steinbrück, Landwirt und Vorsitzender des Fachausschusses Umwelt des Thüringer Bauernverband e.V.: „Die Landwirtschaft als größter Flächennutzer unserer Kulturlandschaft ist sich ihrer Verantwortung im Bereich Umwelt- und Artenschutz sehr bewusst. Die Landwirtinnen und Landwirte sehen in ihrer täglichen Arbeit in der Natur, dass sich eben diese verändert – und das nicht immer zu ihrem Vorteil. Hand in Hand mit Vertretern und Vertreterinnen des Natur- und Umweltschutzes möchte die Landwirtschaft diesem Trend entgegenwirken. Denn nur gemeinsam können wir etwas erreichen. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft aber ebenso wie die Industrie und das Gewerbe vor allem auch ein Wirtschaftszweig, der profitabel arbeiten muss und dabei in großem Maße vom Weltmarkt abhängig ist. Diesen Spagat gilt es mit viel Kreativität und Engagement zu meistern.“

Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen e.V.: „Durch vielfältige und hoffnungsvolle Bemühungen, Gespräche und Projekte wurden viele Gräben zwischen Naturschutz und Landwirtschaft in den vergangenen Jahren zugeschüttet. Durch die derzeitigen Entwicklungen drohen einige dieser Gräben wieder vertieft zu werden. Diesem fatalen Trend möchten wir uns als Verbände nicht hingeben, weshalb es umso wichtiger ist, gerade jetzt einen solchen Dialogprozess zu starten.“

Dirk Hofmann, stellvertretender Vorsitzender des NABU Thüringen e.V.: „Angesichts des zunehmenden Verlustes der biologischen Vielfalt, insbesondere in der Agrarlandschaft, müssen sinnvolle praxistaugliche Lösungen gefunden werden, um den weiter fortschreitenden Artenschwund zu stoppen. Gemeinsam mit Verbänden aus Landwirtschaft und Naturschutz haben wir nun einen Weg erarbeitet, wie Lösungen gefunden werden können, die Natur und Klima schützen und eine nachhaltige, naturverträglichere Landwirtschaft fördern, die sich auch für Landnutzende lohnt.“

Sara Flügel, Geschäftsführung des Thüringer Ökoherz e.V.: „Wir haben uns auf den Weg gemacht, um auf Augenhöhe zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu beraten, welche Maßnahmen wir zur Erhöhung der Vielfalt in Agrarökosystemen beitragen können. Wir müssen es schaffen, zukünftig gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die einerseits Landwirtinnen und Landwirten ein ertragssicheres Wirtschaften ermöglichen und andererseits den Erhalt von Arten und Lebensräumen gewährleisten. Das Verständnis und die Akzeptanz für die Maßnahmen durch Praktikerinnen und Praktiker ist dafür eine Grundvoraussetzung.“

Mit der Übergabe des Leitfadens erhoffen sich die Verbände neue Impulse auf dem Weg zu mehr Biodiversität in der Thüringer Landwirtschaft, die auch von den beiden Ministerien aufgegriffen und aktiv begleitet werden.

Hintergrund:

Der Thüringer Bauernverband e.V., der BUND Thüringen e.V., der NABU Thüringen e.V. und das Thüringer Ökoherz e.V initiierten 2023 das Projekt „Neue Wege finden – Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz für mehr Biodiversität in Thüringen“ vor dem Hintergrund des voranschreitenden Biodiversitätsverlustes in unserer Agrarlandschaft. Über 50 Prozent der Thüringer Kulturlandschaft sind durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Die Landwirtschaft hat einen großen Einfluss auf die Arten- und Lebensraumvielfalt in der Landschaft, welche unter der Intensivierung der letzten Jahrzehnte zunehmend unter Druck geraten. Zudem wird der voranschreitende Klimawandel in der Landwirtschaft immer spürbarer — beispielsweise durch Dürren, Starkregenereignisse und starke Preisschwankungen in Folge von globalen Konflikten. Ziel des Projekts ist es, die Verbesserung der Biodiversität auf Agrarflächen gemeinsam mit den Landnutzenden zu fördern.

 

Kontakt:

Katja Förster, Thüringer Bauernverband e.V., Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)361 262 532 29Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Anne Werner / Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)361 555 03 14 oder +49 (0)176 133 385 10Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Jürgen Ehrhardt, NABU Thüringen, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)3641 60 57 04Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Elke Sommerfeld, Thüringer Ökoherz e.V., Öffentlichkeitsarbeit, Online-Kommunikation & Presse, Tel: +49 (0)3643 881 91 41Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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Medieneinladung: Übergabe Leitfaden „Zukunftsweg Biodiversität und Landwirtschaft in Thüringen“

In Agrarlandschaften sind streng geschützte Arten und Lebensraumtypen häufig in einem schlechten Erhaltungszustand. Eine der größten Aufgaben ist der Erhalt und die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft.
Vor diesem Hintergrund überreichen der Thüringer Bauernverband e.V., der BUND Thüringen e.V., der NABU Thüringen e.V. sowie der Thüringer Ökoherz e.V. einen Leitfaden, der sich mit der Frage beschäftigt, wie ein „Zukunftsweg Biodiversität und Landwirtschaft in Thüringen“ aussehen kann. Übergeben wird der Leitfaden

Wann: 14. Juni 2024, 11:00 Uhr
Wo: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Beethovenstraße 3, 99096 Erfurt

an die Thüringer Staatssekretäre Dr. Burkhard Vogel vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und Staatssekretär Torsten Weil vom Thüringer Ministerium für Infrastruk-tur und Landwirtschaft (TMIL).
Wir laden alle Medienvertreter herzlich ein und bitten um vorherige Anmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Hintergrund:
Der Leitfaden entstand in einem vom TMUEN geförderten Projekt „Neue Wege finden – Dialog zwi-schen Landwirtschaft und Naturschutz für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft in Thüringen“. In gemeinsamen Workshops, auf Exkursionen und mittels umfangreicher Recherchearbeiten entwickel-ten die Verbände den nun vorliegenden Leitfaden.

Kontakt:
Katja Förster, Thüringer Bauernverband e.V., Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)361 262 532 29, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Anne Werner / Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)361 555 03 14 oder +49 (0)176 133 385 10, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Jürgen Ehrhardt, NABU Thüringen, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)3641 60 57 04, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Elke Sommerfeld, Thüringer Ökoherz e.V., Öffentlichkeitsarbeit, Online-Kommunikation & Presse, Tel: +49 (0)3643 881 91 41, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Medieninformation: Konkrete Umsetzungen werden erwartet

Zu den Ergebnissen der Sonder-Agrarministerkonferenz:

Die digitale Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) vom 22. Mai befasste sich mit der nationalen Umsetzung der auf EU-Ebene beschlossenen Änderungen im Basisrecht der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), mit den Fortschritten beim Thema Bürokratieabbau und den Frostschäden bei den Obst- und Weinbauern. Die Ergebnisse der Sitzung bewertet der Thüringer Bauernverband (TBV) zunächst verhalten positiv.

Der Forderung des TBV, die von der EU beschlossenen Vereinfachungen der GAP ohne nationale Alleingänge – eins zu eins – in bundesdeutsches Recht umzusetzen, wird entsprochen. Gemäß der Rahmensetzung aus Brüssel wird die Stilllegungspflicht von Agrarflächen abgeschafft. Landwirtschaftliche Betriebe mit einer Fläche bis zehn Hektar werden von Kontrollen und Sanktionen befreit. Beides entlastet einerseits die Landwirtinnen und Landwirte und schafft Planungssicherheit. Andererseits führt es zu einer Ungleichbehandlung größerer Landwirtschaftsbetriebe. Der TBV wird nicht nachlassen, für alle Landwirtinnen und Landwirte Vereinfachungen und Entlastung vom gegenwärtigen Kontroll- und Sanktionswahn einzufordern.

Bei der Vereinfachung der GLÖZ-Standards (Standards, die einzuhalten sind, um Förderung beantragen zu können) fordert der TBV Ausnahmen aufgrund von Witterungsbedingungen zuzulassen und von starren Stichtagsregelungen Abstand zu nehmen.

Der TBV erkennt das Bemühen der AMK zum Bürokratieabbau im Dünge- und Pflanzenschutzmittelrecht sowie den Nachhaltigkeitsnachweisen für Biogasanlagen an. Den Gesprächen müssen jedoch zeitnah konkrete Ergebnisse folgen, um die Zusagen der AMK vom März einzuhalten.

Enttäuschend ist aus Sicht des TBV, dass sich beim Thema Stoffstrombilanz nichts bewegt. Wenn die Politik den Landwirtinnen und Landwirten ein spürbares Zeichen geben wollte, Bürokratie für die Branche abschaffen zu wollen, dann würden sie die Stoffstrombilanz abschaffen.

Für die Obst- und Weinbauern, die durch den Frost im April 80 bis 90 Prozent Ertragsausfall zu verzeichnen haben und damit um ihre Existenz kämpfen, sind jetzt schnelle Hilfen erforderlich. Die Agrarministerinnen und Agrarminister sind hier aufgefordert, ihre Bemühungen zu verstärken, eine Mitfinanzierung des Bundes zu ermöglichen und den Betroffenen finanzielle Unterstützung zukommen zulassen.

Die weiteren Forderungen des Bauernverbandes zum Bürokratieabbau bleiben bestehen. Der Verband erwartet konkrete Umsetzungen und wird diesen Prozess weiter begleiten.

 

Hintergrund:

Seit Dezember 2023 haben Bauernproteste auf landes-, bundes- und europäischer Ebene eine Debatte um die fehlende Planungssicherheit und die hohen bürokratischen Hürden in der Landwirtschaft ausgelöst. Die AMK hatte sich in ihrer ersten Sitzung des Jahres 2024 Mitte März in Erfurt zum Ziel gesetzt, bis Mitte des Jahres konkrete Ergebnisse vorzulegen, um den Landwirtinnen und Landwirten Entlastungen zu geben.

 

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Katja Förster
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