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Medieninformation: Agrarministerkonferenz in Oberhof - Forderungen der Landwirte ungehört

Nach den Bauerndemonstrationen, die sich gegen die Agrardieselkürzung und die Streichung der Steuerbefreiung von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen richteten, erarbeitete der Thüringer Bauernverband (TBV) Anfang Februar Forderungen des Berufsstandes an Land und Bund. Denn während den Demonstrationen wurde schnell klar, hier hat sich etwas angestaut, was weit über den Agrardiesel hinausgeht.

Im März bündelte der Bund all die Forderungen und Vorschläge der Landwirte – u.a. zum Bürokratieabbau, zur Steuerbefreiung für Biokraftstoffe, für eine steuerliche Entlastungen durch Risikoausgleichsrücklage und nicht nur Gewinnglättung, für ein Auflagenmoratorium/Programm zur Wiederherstellung von Wettbewerbsfähigkeit, zukünftig keine neuen Auflagen zu schaffen bzw. Auflagen abzubauen. Die insgesamt 194 Vorschläge wurden kategorisiert (Kat. 1 - 5) und per 28. März an die Länder zurückgespiegelt. Bezeichnend ist, dass 41 Vorschläge in die Kategorie "abgelehnt" fallen und 77 Vorschläge in die Kategorie "prüfen", wobei unklar ist, was das genau bedeutet. Im Ergebnis wurden jedoch mehr als 50 Prozent der Vorschläge einfach „wegsortiert“.

Ende Mai fanden drei, vom TBV angeregte, Gesprächsrunden zum Bürokratieabbau auf Landesebene statt, welche am 19. Juni in einer Abschlussrunde mündeten. Fazit: Die Verbändebeteiligung hat stattgefunden, teilweise wurden Themenbereiche jedoch nur angerissen. Mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft besteht Einigkeit, dass es Folgetermine ab Herbst geben muss, um weitere Bürokratieabbaumöglichkeiten zu diskutieren, aber auch um einen Zwischenstand des Bürokratieabbaus zu besprechen. „Hier wurde viel und konstruktiv miteinander gesprochen und gearbeitet, umgesetzt wurde davon bisher jedoch wenig. Von Bürokratieabbau ist nichts zu spüren. Das ist mehr als unbefriedigend“, findet der TBV. Die Diskussionen und Gespräche des TBV auf Landesebene erscheinen zielorientiert, ob sie jedoch in einem für die Landwirtinnen und Landwirte guten Ergebnis münden, muss sich noch zeigen.

Die Gespräche auf Bundesebene zu den gestellten Forderungen der Landwirte haben wenig bis gar nichts gebracht.

Daher errichtet der TBV zur Agrarministerkonferenz (AMK), die vom 12. bis 13. September in Oberhof stattfindet, erneut ein Landwirte-Camp vor dem Tagungshotel. Mit einem „Schilderwald“ zum Bürokratiedschungel, Strohballen und Trettraktoren, Gummistiefeln und Plakaten macht die berufsständische Vertretung auf ihre seit den Bauernprotesten im Dezember 2023 noch immer bestehenden Forderungen an Bund und Land aufmerksam. Zudem werden unsere 194 Forderungen zum Bürokratieabbau an Ballons gebunden, in die Luft fliegen, im Himmel verpuffen oder wieder herunterfallen und hoffentlich auf "fruchtbaren Boden" landen.

Hintergrund:

Von dem Wunsch nach „one in one out“ ist die Wirklichkeit weit entfernt – in langwierigen Prozessen tauchen zehn neue Regelungen auf, bevor eine gelöscht wird. Bürokratieaufbau kostet Zeit, Bürokratieabbau noch viel mehr. Die Mühlen mahlen einfach zu langsam. Zumal für die Landwirte bereits heute weiterer Aufbau an Bürokratie droht, hier sind u.a. die ab 01. Januar 2025 gültigen sozialen Konditionalitäten zu nennen. Aber auch die Vereinfachungen durch die Digitalisierung, Stichwort Flächenregister, kosten die Thüringen Landwirte momentan mehr Nerven und Zeit, als dass sie Entlastung bringen. Hier muss Veränderung mit Augenmaß angegangen werden.

 

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PDF-Download Bürokratieabbau auf Bundesebene

PDF-Download Bürokratieabbauforderungen vom Deutschen Grünlandverband

 

Kontakt

Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.,

Alfred-Hess-Straße 8,

99094 Erfurt

Telefon: +49 (0)361 262 532 29 
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Medieneinladung: Agrarministerkonferenz in Oberhof - Aktion „Forderungen gehen in die Luft“ mit Landwirte-Camp

Nach den Bauerndemonstrationen, die sich gegen die Agrardieselkürzung und die Streichung der Steuerbefreiung von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen richteten, erarbeitete der Thüringer Bauernverband (TBV) Anfang Februar Forderungen des Berufsstandes an Land und Bund. Denn während den Demonstrationen wurde schnell klar, hier hat sich etwas angestaut, was weit über den Agrardiesel hinausgeht. Die Forderungen der Landwirte an den Bund und das Land wurden gebündelt, auf Landesebene fanden Gesprächsrunden zum Bürokratieabbau statt. Die Diskussionen und Gespräche des TBV auf Landesebene erscheinen zielorientiert, ob sie jedoch in einem für die Landwirtinnen und Landwirte guten Ergebnis münden, muss sich noch zeigen.

Die Gespräche auf Bundesebene zu den gestellten Forderungen der Landwirte haben wenig bis gar nichts gebracht. Daher errichtet der TBV zur Agrarministerkonferenz (AMK), die vom 12. bis 13. September in Oberhof stattfindet, erneut ein Landwirte-Camp vor dem Tagungshotel. Mit einem „Schilderwald“ zum Bürokratiedschungel, Strohballen und Trettraktoren, Gummistiefeln und Plakaten macht die berufsständische Vertretung auf ihre seit den Bauernprotesten im Dezember 2023 noch immer bestehenden Forderungen an Bund und Land aufmerksam. Zudem werden die bestehenden 194 Forderungen zum Bürokratieabbau an Ballons gebunden, in die Luft fliegen, im Himmel verpuffen oder wieder herunterfallen und hoffentlich auf "fruchtbaren Boden" landen.

Zeit:                                      

Donnerstag, 12. September, 8 bis 18 Uhr

Landwirte-Camp

Donnerstag, 12. September, ab ca. 15:30 Uhr

Aktion mit Luftballons „Forderungen gehen in die Luft“

Freitag, 13. September, 8 bis 15 Uhr

Landwirte-Camp

Ort:                                     

AHORN Panorama Hotel Oberhof

Dr. Theo-Neubauer-Straße 29

98559 Oberhof

 

Hinweis für Journalistinnen und Journalisten:

Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für eine Berichterstattung in Bild und Ton. Kostenpflichtige Parkmöglichkeiten finden Sie beim Hotel oder in Oberhof. Bitte melden Sie sich an unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Medieninformation: Wolf schlägt erneut in Thüringer Schafherde zu - Praxistaugliches Wolfsmanagement gefordert

Dass ein Wolf einen über 2 Meter hohen Zaun überwinden kann, um in die Schafherde rein- und wieder rauszukommen, ist nur schwer vorstellbar. Unglücklicherweise aber vor kurzem in der Nähe von Gossel (Ilm-Kreis) in dieser Form passiert. Die Herde, mit rund 430 Schafen und 20 Ziegen, war über Nacht in einem fest installierten vermeintlich „wolfssicheren“ Pferch mit Untergrabschutz untergebracht und trotzdem hat es der Wolf geschafft, am 20. August 2024 gegen halb 4 Uhr morgens ein rund 60 kg schweres Altschaf durch einen Kehlbiss gezielt zu reißen (siehe Foto) und eine Ziege an der Hinterhand (Becken sowie Hinterbeine) schwer zu verletzen.

Der betroffene Landwirtschaftsbetrieb hat sich daraufhin an das Kompetenzzentrum Wolf/ Biber/ Luchs gewendet und den Vorfall gemeldet. In der Theorie wäre der zuständige Rissgutachter unverzüglich zu dem Betrieb gefahren und hätte (frische) genetische Proben am verendeten Tier entnommen, um die Schadensursache noch einmal amtlich festzustellen. In diesem Fall waren jedoch alle vier Thüringer Rissgutachter aus verschiedensten Gründen verhindert. Somit konnte erst am darauffolgenden Tag ein Rissgutachter zum Betrieb kommen und Proben entnehmen.

Dass eine (zum Teil deutlich) verspätete Probenentnahme nach einem Raubtierübergriff an den betroffenen Nutztieren erfolgt, ist leider kein Einzelfall. Sobald die DNA-Proben nicht mehr frisch sind und in der Zwischenzeit andere artfremde Tiere (beispielsweise Fuchs, Mader oder gar ein streunender Haushund) die Möglichkeit hatten, am Nutztierkadaver zu schnüffeln, fressen etc., kann der Wolf als Verursacher nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden und taucht somit auch nicht in der Schadensstatistik auf. Die Vermutung, dass der Wolf in diesem Fall als Verursacher erst einmal gezielt ausgeschlossen werden sollte, bestätigt auch die Frage des Kompetenzzentrums bei einer ersten Telefonanalyse, „ob es nicht auch ein Fuchs gewesen sein könnte?“, der für den Riss des Schafes verantwortlich war und zuvor einen über 2 Meter hohen Herdenschutzzaun überwunden hat. Zudem wurde dem Betrieb geraten, den Tierkadaver bis zum Eintreffen des Rissgutachters an der Fundstelle überdeckt liegen zu lassen, um eine Kontamination mit artfremden Tieren auszuschließen. Grundsätzlich gängige Praxis. In diesem Fall jedoch bedeutete das für die Herde, über eine längere Zeit gemeinsam mit ihrem verendeten Artgenossen in dem Pferch verbringen zu müssen, da der Rissgutachter erst am darauffolgenden Tag vor Ort erscheinen konnte. An dieser Stelle sei betont, dass der Rissgutachter die Probenentnahme sehr präzise und ordnungsgemäß durchgeführt hat. Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung der DNA-Proben steht noch aus.

Rissvorfälle wie diese zeigen, dass selbst bei Zaunschutzmaßnahmen, die über den geforderten Standardhöhen von 0,90 bis 1,20 Meter liegen, eine Überwindung durch ein Raubtier wie den Wolf nicht ausgeschlossen werden kann und damit selbst ein 100-prozentiger Schutz nicht gegeben ist. Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich sogar um einen Festpferch, dessen Errichtung vom Umweltministerium unterstützt wurde. Von amtlicher Seite wird eine solche Anlage mit hohen Zäunen als „wolfsicher“ bezeichnet. Eine Fehleinschätzung, wie sich wieder einmal bestätigt. „Fakt ist, in der gesamten Bundesrepublik fehlt ein praxistaugliches Wolfsmanagement. Dies ist nach wie vor zu kritisieren. Eine romantische, märchenhafte Verklärung des Wolfes muss ein Ende haben. Regelmäßige Bekundungen der Politik zur Erhaltung und Förderung der Weidetierhaltung stehen im Wiederspruch zu den stattfindenden Wolfsangriffen. Nicht der Wolf muss geschützt werden, sondern die Weidetiere vor dem Wolf“, so der betroffene Landwirt.

Hintergrund:

Aus dem gesamten Bundesgebiet werden immer wieder solche Vorfälle bekannt. Die Gegend Gossel (Ilm-Kreis) gehört zum Territorium des Ohrdrufer Rudels. Per Fotofallenaufnahmen konnten in diesem Jahr mindestens 8 Wolfswelpen nachgewiesen werden, was die Gesamtzahl der Wölfe in diesem Gebiet auf etwa 13 Tiere erhöht (Quelle: TMUEN). Ansässige Weidetierhalterinnen und -halter müssen daher auch in Zukunft mit Wolfsangriffen rechnen, die für die Wölfe das Ziel haben werden, sich und ihren Nachwuchs zu versorgen sowie ihrem Nachwuchs das Jagen beizubringen.

 

Fotos: gerissenes Schaf/ verletzte Ziege (privat)

 

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Fotos zum Download: gerissenes Schaf und verletzte Ziege

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Medieninformation: Zügige Koalitionsgespräche und wohlüberlegte Ressortzuschnitte

Der Thüringer Bauernverband (TBV) zeigt sich zum Ausgang der Landtagswahl in Thüringen erfreut über die hohe Wahlbeteiligung. Der Ausgang der Wahl und die endgültigen Ergebnisse erfordern nun ein rasches Aufeinanderzugehen der Parteien, so dass es schnellstmöglich zu Koalitionsverhandlungen kommen kann.

Der TBV fordert bei den bevorstehenden Gesprächen, der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum in Thüringen, um eine nachhaltige, widerstandsfähige und ausgewogene Gesellschaft aufzubauen, die in Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen der Menschen steht, eine höhere Priorität einzuräumen. Die Landwirtschaft ist nicht nur für die Produktion von Nahrungsmitteln von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Sicherung der Ernährungssouveränität und -vielfalt. Indem die neue Landesregierung der Thüringer Landwirtschaft eine höhere Priorität einräumt, können wir sicherstellen, dass wir lokal angebaute, frische und gesunde Lebensmittel haben, die für eine ausgewogene Ernährung notwendig sind.

Darüber hinaus spielt die Thüringer Landwirtschaft eine wichtige Rolle beim Umweltschutz und der Bewahrung der natürlichen Ressourcen. Nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken tragen zur Bodenfruchtbarkeit, zum Schutz der Wasserressourcen, zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Klimawandel-Mitigation bei. Indem wir die Landwirtschaft und den ländlichen Raum priorisieren, fördern wir eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Zukunft.

Der ländliche Raum ist ein Ort, an dem Gemeinschaften und Traditionen gedeihen können. Eine höhere Priorität für den ländlichen Raum bedeutet Investitionen in die Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Entwicklung in diesen Gebieten. Dies schafft nicht nur neue Chancen und Arbeitsplätze, sondern fördert auch den sozialen Zusammenhalt und eine ausgewogene Entwicklung des Freistaates.

Daher fordert der TBV von der neuen Landesregierung ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium mit allen Kompetenzen. Momentan stehen den Thüringer Landwirten drei für sie zuständigen Ministerien, mit entsprechend angegliederten Landesämtern, gegenüber. Der Austausch zwischen den Ressorts konnte seit der

Trennung der Zuständigkeiten nicht optimal gestaltet werden. Die Herausforderungen insbesondere

im Bereich der Nutztierhaltung und der Umweltauflagen sind für die Landwirtschaft enorm. Weder die

Landwirtschaft noch die Landesregierung kann sich weiter die bestehenden Reibungs- und Abstimmungsverluste leisten. Es braucht deshalb ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium, das auch die vollumfängliche Programmhoheit für den ELER-Fond innehat, genauso wie die Zuständigkeit für Tiergesundheit und Tierschutz.

Bei den Gesprächen zwischen den möglichen Koalitionspartnern gilt es die Forderungen des Verbandes zu berücksichtigen, um den Landwirten und den Menschen im ländlichen Raum die Bedeutung beizumessen, die sie verdient haben.

 

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Medieninformation: Erntepressekonferenz - Hohe Erwartungen wurden nicht erfüllt

Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij und der Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV) Dr. Klaus Wagner präsentierten heute in Buttstädt die diesjährigen Ernteergebnisse der Thüringer Landwirte.

Die vergangenen Jahre waren von ungewöhnlich langen Trockenperioden geprägt, Feldmauspopulationen entwickelten sich rasant und in der Milchviehhaltung wurde an manchen Stellen das Futter knapp. Betriebe unterstützten sich untereinander und halfen mit Futter aus. „An Wasser hat es in diesem Jahr überhaupt nicht gemangelt. Doch zufrieden zurücklehnen, konnten sich die Landwirte trotzdem nicht“, leitete Wagner seine Ausführungen ein.

Die Voraussetzungen für die Aussaat waren bis Mitte Oktober gut. Danach kam es aufgrund reichlicher Niederschläge zu Verzögerungen. Die Kulturen entwickelten sich dennoch gut – damit war eine rasante Pflanzenentwicklung im März und April zu verzeichnen.

„Die Bestände machten einen guten Eindruck und ließen auf gute Erträge hoffen“, so Wagner weiter. In der Nacht vom 22. auf den 23. April wurden flächendeckend in Thüringen Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius gemessen, was schwere Folgen für das Getreide und den Raps hatte. „Gerade in dieser für die Ertragsbildung entscheidenden Zeit kann eine solche Frostnacht über den Ausgang der Ernte entscheiden“, erklärte Wagner. Der Frost traf die Gerste und den Raps während der Blüte. Ganze Ähren oder gar Teile ganzer Gerstenbestände, konnten nicht ausreichend befruchtet werden, so dass die Körner nicht, oder aber nicht vollwertig ausbildet wurden. Beim Raps waren die Schoten in Folge des Frostes unvollständig mit Körnern gefüllt.

Das Frühjahr war geprägt von stetigen Niederschlagsereignissen. In Verbindung mit mäßigen Temperaturen entsteht in den Feldern ein besonders feuchtes Klima, was optimale Verhältnisse für Pilzkrankheiten bietet. Pilze, wie Braunrost oder Zwergrost, befallen die Getreidepflanzen und verringern die Photosyntheseleistung erheblich. Im Raps trat die Wurzelhals- und Stängelfäule verstärkt auf, bei der die Stängel brechen, die Wurzel zu faulen beginnt und die Rapspflanze abstirbt.

Die Erntearbeiten begannen sodann in der letzten Junidekade und wurden immer wieder durch kleinräumige Niederschlagsereignisse unterbrochen. Anders als im vergangenen Jahr führte dies jedoch nicht zu großen Qualitätseinbußen, da besonders der Winterweizen noch nicht reif war. Am Ende muss festgestellt werden, dass es bereits im Vorfeld bei vielen Weizenpartien an ausreichend Proteinwerten gemangelt hat. Anders beim Winterraps – hier führten der teils starke Regen und Hagel zu massiven Ertragseinbußen, da die reifen Schoten in denen die Rapskörner sind, aufplatzen, die Körner fallen zu Boden und können nicht mehr geerntet werden. Stellenweise sind Ausfälle von über 80 Prozent in diesem Jahr zu beklagen.

Die üppigen Niederschläge führten zudem zu einem erheblichen Wachstum von Unkräutern wie Klatschmohn, Kamille oder Disteln. Die Unkrautsamen im Getreide werden als „Besatz“ bezeichnet. Je mehr davon im Getreide analysiert wird, desto weniger bekommen die Landwirte für ihr angeliefertes Getreide.

„Durch all diese Umstände verfehlte der Weizen oftmals seine Qualität und das ist besonders bedauerlich, da Thüringen für den Anbau von Eliteweizen und Qualitätsweizen bekannt ist. Diese Weizensorten, die aufgrund ihrer hohen Inhaltsstoffe, wie Protein, besonders interessant für Bäckereien und Industriebäckereien sind, machen einen bedeutenden Teil unseres landwirtschaftlichen Ertrages aus. Unsere Erwartungen waren gerade im Bereich des Qualitätsweizens hoch, doch die Zielqualitäten wurden oft nicht erreicht“, so Wagner. Der Anbau von Thüringer Elite- und Qualitätsweizen wird nicht nur aufgrund des unberechenbaren Wetters, sondern auch durch eine vorgeschriebene reduzierte Düngung erschwert. Daher fordert der TBV praxistaugliche Regelungen im Bereich Düngung und Pflanzenschutz, mehr Offenheit für Innovationen und fachliche anstatt ideologiegetriebener Entscheidungen. „Die hohe Qualität unseres Weizens ist ein Markenzeichen unseres Freistaates und es ist unser Ziel, diese Standards trotz der Widrigkeiten aufrechtzuerhalten – gerade mit Blick auf unsere heimischen Bäckereien“, so Wagner und übergab das Wort an die Gastgeberin der diesjährigen Erntepressekonferenz Celestina Brandt. Sie führt eine Traditionsbäckerei, die in der vierten Generation Backwaren aus Meisterhand fertigt. Brand ist zudem Brotsommelière, Thüringer Landesinnungsmeisterin und Bäckerin des Jahres 2023. Sie berichtete im Rahmen der Pressekonferenz über die Zusammenarbeit mit Landwirten, ihre Branche mit all ihren Herausforderungen und ihre innovativen Ideen vom Drive-In bis zum 24-Stunden-Automaten.

EPK2

 

Hintergrund

Die Parameter Hektoliter, Fallzahl und der Proteinwert entscheiden über die Weizenqualität. Elite- (E-Weizen) und Qualitätsweizen (A-Weizen) werden in der Backwaren- und Lebensmittelindustrie benötigt. Während im vergangenen Jahr das Mittel beim Protein bei 13,3 Prozent lag, zeigt sich in diesem Jahr ein Mittel von 12,7 Prozent. Der Standard-Proteinwert von E-Weizen liegt bei 14 Prozent.

Die Qualitäten werden beeinflusst durch das Wetter, aber auch durch die Düngung. In den sogenannten Roten Gebieten müssen die Landwirte eine um 20 Prozent reduzierte Düngung fahren, dies betrifft besonders die Ackerbauebene in dem viel Eliteweizen produziert wird. Erste Qualitätseinbußen und Ertragsminderungen sind bereits zu erkennen und werden sich weiter steigern, denn wenn weniger geerntet wird, ist der Bedarf an Dünger geringer, dann muss dieser Bedarf an Dünger nochmals um 20 Prozent reduziert werden, somit sinkt der Ertrag weiter – eine Abwärtsspirale.

 

Vorläufige Ergebnisse der Ernte 2024 in Thüringen

Ernteergebnisse

 

Ökolandbau in Thüringen: Öko-Ernteerhebung des Thüringer Bauernverbandes

Der TBV führt das neunte Jahr in Folge eine Ernteerhebung bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben durch. Nach wie vor ein Novum innerhalb Deutschlands und ein Aushängeschild des Verbandes. Ab dem nächsten Jahr wird eine Erhebung unter den ökologisch wirtschaftenden Betrieben durch das Statistische Landesamt Thüringen durchgeführt. Grund dafür ist eine geänderte gesetzliche Vorgabe, die vor kurzem in Kraft getreten ist.

Die Ergebnisse der Öko-Ernteerhebung gibt es hier.

 

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Katja Förster
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Medieneinladung: Thüringer Erntepressekonferenz am 29. August

Große Hoffnungen und gedämpfte Erwartungen

 

Nach reichlich Regen im Frühjahr, war die Hoffnung der Landwirte groß, eine gute Ernte einzufahren. Nachtfröste, zu wenig Sonne und fehlender Pflanzenschutz dämpften die Erwartungen dann wieder deutlich.

Wie ist die Ernte in Thüringen 2024 ausgefallen? Welche Qualitäten wurden erreicht und was bezahlt der Markt dafür? Was braucht die Landwirtschaft von der Politik, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein?

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft laden zur diesjährigen Erntepressekonferenz (EPK) in die Buttstädter Vollkornbäckerei GmbH & Cafe Celestina nach Buttstädt ein.

Über die diesjährige Ernte wird Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij berichten. Der TBV nutzt die Konferenz, um über aktuelle Herausforderungen in der Landwirtschaft zu informieren und die Ergebnisse der nunmehr neunten Öko-Ernteerhebung des TBV vorzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, auf den Standtort Thüringen als Anbaugebiet von Qualitätsgetreide aufmerksam zu machen. Unter den Einflüssen von Klimawandel, Dünge- und Pflanzenschutzgesetzen und -verordnungen ist der Anbau von Qualitätsgetreide erschwert worden. Das hat auch schwerwiegende Folgen für den nachgelagerten Bereich – die Bäckereien. Brotsommelière, Thüringer Landesinnungsmeisterin und Bäckerin des Jahres 2023 Celestina Brandt ist die diesjährige Gastgeberin der EPK und wird berichten über die Zusammenarbeit mit Landwirten, ihre Branche mit all ihren Herausforderungen und ihre innovativen Ideen vom Drive-In bis zum 24-Stunden-Automaten vorstellen.

Hiermit laden wir alle Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zur traditionellen Erntepressekonferenz mit der Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij und dem Präsidenten des TBV, Dr. Klaus Wagner, in die Vollkornbäckerei nach Buttstädt ein.

 

Zeit: Donnerstag, 29. August 2024, 10 bis 12 Uhr

Ort:  Buttstädter Vollkornbäckerei und Café Celestina, Roßplatz 2, 99628 Buttstädt

 

Hinweis für Journalistinnen und Journalisten:

Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für eine Berichterstattung in Bild und Ton.

Fahrzeit mit dem Auto von Erfurt ca. 30-40 Minuten.

Parkmöglichkeiten vor Ort finden Sie beim benachbarten Einkaufsmarkt und in den Straßen um die Bäckerei.

Bitte melden Sie sich zur PK an unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.
Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt

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Foto: photoschmidt

Medieninformation: Ernte in Thüringen steht bevor

Mit Spannung erwarten die Thüringer Landwirtinnen und Landwirte die diesjährige Ernte. Anders als in den vergangenen Jahren gab es in diesem Frühjahr viel Regen und die Tagestemperaturen hielten sich auf einem moderaten Niveau. Die Kulturen wie Getreide und Raps konnten sich gut entwickeln und standen nicht im Stress um das kostbare Wasser, wie das in den letzten Jahren der Fall war. Nun wird das sogenannte Abreifen erwartet.

Als erstes wird die Wintergerste geerntet. Diese Felder präsentieren sich derzeit strohgelb. Die Pflanzen haben zuvor in der Reifephase Körner gebildet und sind am Absterben. Nun wird mit einem Feuchtigkeitsmessgerät geschaut, ob die Erntefähigkeit erreicht ist. Gegeben ist das, wenn das Getreide nicht mehr als 13 bis 14 Prozent Restfeuchte in den Körner aufweist. Ist es zu feucht, so muss das Getreide nachgetrocknet werden. Ist es jedoch zu trocken, können die Körner leicht brechen und sind nicht mehr vermarktungsfähig.

Im Altenburger Land und im Landkreis Nordhausen gab es bereits erste Versuche der Ernte von sehr frühen Sorten der Wintergerste. Der eigentliche Erntestart wird gegen Ende nächster Woche erwartet. Nach der Wintergerste folgt die Ernte von Raps und Weizen.

Ertragsaussichten können noch nicht beziffert werden, da die Entwicklung der Kulturen in Thüringen sehr unterschiedlich verlaufen ist. Grund dafür sind regional stark unterschiedliche Niederschlagsmengen, frostige Nächte von teils -8 Grad Celsius Mitte Mai und niedrige Temperaturen in der Jugendentwicklung.

Vermehrt langsam fahrende Erntemaschinen auf Thüringens Straßen

Der Thüringer Bauernverband macht darauf aufmerksam, dass in den kommenden Wochen vermehrt langsam fahrende Fahrzeuge wie Erntemaschinen und Traktoren mit Anhängerzügen auf Thüringens Straßen unterwegs sein werden. Aufgrund ihrer geringen Fahrgeschwindigkeit ist Vorsicht auf den Straßen geboten, besonders in den Abendstunden bei tiefstehender Sonne. Überholmanöver sind noch gründlicher zu prüfen, da solche Fahrzeuge oftmals von Haupt- auf Seitenstraßen oder Feldeinfahrten einbiegen und es so zu Kollisionen kommen kann.

 

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André Rathgeber
Thüringer Bauernverband e. V.

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