Wochenbericht

Landsenioren trafen sich zur Präsidiumssitzung

Die vierte Präsidiumssitzung 2025 führten die Thüringer Landsenioren am 26. August im Haus der Grünen Verbände durch.

Dabei wurden die Aktivitäten der letzten Monate ausgewertet. Es zeigte sich, dass in allen 16 Regionalvereinen ein aktives Vereinsleben stattfindet.

Gespräche mit dem Landtagspräsidenten Dr. Thadäus König und der Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John, die im September stattfinden, wurden vorbereitet.

Höhepunkt im Oktober ist die Herbst- Vertreterversammlung. Hier werden sich die Landsenioren intensiv mit dem Thema "Landwirtschaft in Thüringen" befassen. Dazu sind der Staatssekretär aus dem Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum Marcus Malsch und Bauernpräsident Dr. Klaus Wagner eingeladen.

Damit für 2026 auch regional geplant werden kann, hat der Landseniorenverband zentrale Termine für das kommende Jahr bereits festgelegt. Diese können auf der Homepage unter www.landsenioren-th.de eingesehen werden.

Weidewonne – Weidewissen

Unter dem Motto „Lebensraum Streuobstwiese“ findet die zweite Weidewissen-Veranstaltung am 23. September 2025 in Mühlberg statt. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Weidewonne der Naturstiftung David betrachtet die Landvolkbildung Thüringen eine Streuobstwiese am Rand von Mühlberg aus verschiedenen Perspektiven: Landwirtschaftliche Betriebe, Behörden und Ämter sowie naturschutzfachlicher Verbände. Diese verschiedenen Sichtweisen sollen analysiert und diskutiert werden. Bestenfalls können Lösungsansätze gefunden und ein gegenseitiges Verständnis gefördert werden. Ein Fachvortrag mit Diskussion rundet die Veranstaltung ab.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

 

Stefanie Sabet neue Generalsekretärin beim Deutschen Bauernverband

Stefanie Sabet übernimmt am 1. September 2025 als Generalsekretärin die Geschäftsleitung des Deutschen Bauernverbandes: „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit den Landesbauernverbänden und unserem Präsidenten die Interessen der deutschen Landwirtschaft kraftvoll zu vertreten. Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen ertragreich wirtschaften und investieren können. Nur dann können sie sich den großen Herausforderungen von Versorgungssicherheit, Klimawandel, Umbau der Tierhaltung und auch dem Generationenübergang erfolgreich stellen. Ich bin überzeugt, dass wir als Verband die starke Stimme für die Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland bleiben und unbürokratische Lösungen aufzeigen werden“, so die neue Generalsekretärin.
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Generalsekretärin: „Mit Stefanie Sabet gewinnen wir eine profilierte Persönlichkeit mit fundierter Erfahrung in der Agrar- und Ernährungspolitik. Sie bringt nicht nur ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen der Branche mit, sondern auch die kommunikative Stärke, um unsere Anliegen in Politik, Medien und Gesellschaft wirkungsvoll zu vertreten.“
Die Diplomvolkswirtin gehörte seit 2017 der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie an und war dort verantwortlich für Europapolitik und Nachhaltigkeit. Zudem leitete Stefanie Sabet seit 2018 die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss. Sie tritt die Nachfolge von Bernhard Krüsken an, der zu diesem Zeitpunkt nach zwölf erfolgreichen Jahren ausscheidet.
Krüsken hatte 2013 das Amt übernommen und den Verband seither maßgeblich geprägt. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, würdigt seine langjährige Tätigkeit und hebt seine Verdienste für die Landwirtschaft hervor: „Wir danken Bernhard Krüsken für sein großartiges Engagement für uns deutsche Bauernfamilien und unsere Unternehmen. Was er über viele Jahre geleistet hat, war herausragend.“

Erntepressekonferenz 2025: Massiver wirtschaftlicher Druck

Auf der diesjährigen Erntepressekonferenz (EPK) am 28. August in Berlstedt (Weimarer Land) zogen Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John, der Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV) Dr. Klaus Wagner und Steffen Steinbrück, Vorstand der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG und Gastgeber der Konferenz, eine gemischte Bilanz der Ernte 2025. Während die Erträge bei Getreide, Raps sowie den noch ausstehenden Kulturen Kartoffeln und Mais im Durchschnitt gut ausfielen, bleibt die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe angespannt.

Besonders im Getreide konnte mit 2,6 Millionen Tonnen ein gutes Ergebnis erzielt werden (rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr). Auch beim Raps wurden Anbaufläche und Gesamtertrag gesteigert (+13,6 Prozent). Allerdings blieben die Hektarerträge mit 35 Dezitonnen unter den Erwartungen. Für Kartoffeln und Mais wird ebenfalls mit einem guten Ergebnissen gerechnet.  

Die Ernte war stark vom wechselhaften Sommer geprägt. Immer wieder unterbrachen Regen und Gewitter den Drusch, sodass viele Betriebe gezwungen waren, auch kurze Druschfenster zu nutzen.

In den Ergebnissen zeigen sich deutliche Unterschiede im Freistaat: Während in vielen Regionen Thüringens ordentliche bis gute Ergebnisse eingefahren wurden, hatten die Betriebe südlich des Rennsteigs mit erheblichen Niederschlagsdefiziten zu kämpfen – dort blieb die Getreideernte vielfach unterdurchschnittlich.

Trotz der erfreulichen Mengen ist die ökonomische Lage kritisch: Seit Mai sind die Erzeugerpreise für Getreide um 30 bis 40 Prozent eingebrochen. Lagerbestände und spekulative Bewegungen auf den internationalen Märkten verstärken die Unsicherheit. „Noch nie wurde weltweit so viel Getreide geerntet und doch wird es für unsere Betriebe immer schwerer, davon leben zu können“, warnte Wagner. Hinzu kommen steigende Produktionskosten und strengere Auflagen im Umwelt-, Sozial- und Arbeitsrecht, die Thüringer Betriebe im internationalen Wettbewerb zusätzlich belasten.

Ministerin Boos-John kündigte an, Thüringen werde sich auf der Herbst-Agrarministerkonferenz (24.–26. September in Heidelberg) für die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage einsetzen. Damit sollen Betriebe künftig besser vor den Folgen von Extremwettersituationen wie Starkregen, Hagel oder regionaler Trockenheit geschützt werden. Anstelle von kurzfristigen Nothilfen will das Land so ein langfristiges Instrument für betriebliches Risikomanagement schaffen. Zugleich stellte die Ministerin klar, dass die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) inakzeptabel seien. Die geplante Kürzung des Budgets, die Degression der Fördermittel und die Deckelung der Direktzahlungen auf 100.000 Euro würden insbesondere die historisch gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland massiv benachteiligen.

Der TBV schloss sich dieser Kritik an und forderte verlässliche agrarpolitische Rahmenbedingungen, die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen sichern. Wagner betonte: „Wer Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft garantieren will, muss die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft heute mitdenken.“

Gastgeber Steinbrück bekräftige, dass der Kommissionvorschlag zum MFR fatale Folgen für die Thüringer Betriebe hätte und zeigte dies am Beispiel seines Betriebes auf. Zudem gab er den Medienvertretern und Anwesenden einen Einblick in die Arbeit der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG und berichtete von seinen praktischen Erfahrungen mit der Ernte in einem wirtschaftlich und klimatisch herausfordernden Jahr. "Die Ernte 2025 zeigt: Gute Ergebnisse auf den Feldern reichen nicht aus, wenn Preise, Kostenentwicklung und politische Unsicherheiten die Betriebe unter Druck setzen. Die Thüringer Landwirtschaft benötigt faire Marktbedingungen und eine verlässliche Förderung, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern", fasste Steinbrück zusammen.

Der TBV bedankt sich viemals bei Steffen Steinbrück und dem Team der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG, die sich als besonders engagierte Gastgeber präsentierten.

WB 36 EPK

v.l. Gastgeber Steinbrück mit Ministerin Boos-John und TBV-Präsident Wagner zur EPK 2025

Natura-2000-Preis für TBV-Mitglied Bürgel GbR

Mit dem Titel „Natura 2000-Landwirt 2025“ ist in der vergangenen Woche der Bio-Landwirtschaftsbetrieb Bürgel GbR aus Eckstedt (Landkreis Sömmerda) ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit dem Schäferreibetrieb Sven Schmidt wurde der Betrieb im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Wiedersbach/Auengrund für seine vorbildlichen Leistungen zum Schutz von Natura 2000-Gebieten und zur Förderung der Artenvielfalt geehrt.
Die Bürgel GbR wirtschaftet seit 1993 und hat sich in den vergangenen Jahren konsequent in Richtung ökologischer und regenerativer Landwirtschaft entwickelt. Auf rund 570 Hektar Ackerfläche erproben Mathias und Georg Bürgel innovative Verfahren, die den Schutz von Boden, Wasser und Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehören eine komplett pfluglose Bewirtschaftung, vielfältige Fruchtfolgen, ganzjährige Begrünung sowie der Anbau in weiten Reihen, wodurch unter anderem Feldvögel wie Rebhuhn und Feldlerche profitieren. Auch beim Feldhamsterschutz zeigt der Betrieb besonderes Engagement: Durch Stoppelbrachen mit Ernteverzicht konnten bereits wieder Vorkommen nachgewiesen werden.
Neben dem Ackerbau setzt die Bürgel GbR in der Schweinehaltung auf eine geschlossene Kreislaufwirtschaft und nutzt innovative Fütterungstechniken. Damit gehen Vater und Sohn weit über die üblichen Standards hinaus und leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Landwirtschaft, Artenvielfalt und Ressourcenschutz.
Der Thüringer Bauernverband gratuliert der Bürgel GbR herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung, die das Engagement unserer Mitgliedsbetriebe für Nachhaltigkeit und Biodiversität sichtbar macht.

Hintergrund:
Die Auszeichnung „Natura 2000-Landwirt*in“ wird seit 2018 gemeinsam von Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden in Thüringen vergeben. Ziel ist es, landwirtschaftliche Betriebe zu würdigen, die mit besonderem Engagement zur Erhaltung von Lebensräumen, Artenvielfalt sowie zu Boden- und Wasserschutz beitragen. Grundlage ist das europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“, das seit 1992 besteht und rund 18 Prozent der EU-Landfläche umfasst. Es gilt als das größte koordinierte Naturschutzprojekt weltweit und ist ein zentrales Instrument, um gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern.

 

Agrardieselrückerstattung für das Jahr 2024

Der Antrag auf Agrardieselentlastung für landwirtschaftliche Unternehmen ist grundsätzlich bis zum 31. Dezember des Jahres, das dem Kalenderjahr folgt, in dem die Energieerzeugnisse verwendet wurden, beim zuständigen Hauptzollamt

Verbändeallianz legt Konzept zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz vor

Eine Verbändeallianz, bestehend aus Deutschem Bauernverband (DBV), Deutschem Raiffeisenverband (DRV), Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) und dem Verband der Fleischwirtschaft (VDF) hat ein Konzept zur grundlegenden praxistauglichen Neugestaltung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) erarbeitet und Anfang dieser Woche an Bundesminister Alois Rainer gesendet, [ecr] der das Inkrafttreten des Gesetzes zunächst auf März 2026 verschoben hatte.

Die Verbände sehen in dem aktuell vorliegenden Gesetz erhebliche Mängel und Lücken mit wenig Wirkung für das Tierwohl. Mit ihren Vorschlägen wollen sie Praxistauglichkeit und Tierwohl in den Fokus des THKG rücken. Dazu gehören u.a. eine Anerkennung privatwirtschaftlicher Initiativen als Durchführungs- und Kontrollinstanz, eine verpflichtende Einbeziehung von ausländischer Ware, sowie der Außer-Haus-Verpflegung und eine vollumfängliche Downgradingmöglichkeit.

Das vollständige Konzeptpapier mit der entsprechenden Pressemeldung ist auf der Homepage des DBV abrufbar

Thüringer Bauernverband e.V.
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99094 Erfurt

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