Wochenbericht

Erntepressekonferenz im Wartburgkreis mit Landrat Dr. Michael Brodführer

Im Wartburgkreis fand am 12. August die traditionelle Erntepressekonferenz des Kreisbauernverbandes (KBV) unter Teilnahme des Landrates Dr. Michael Brodführer statt.

Gastgeber war in diesem Jahr das Landwirtschaftliche Unternehmen Mihla GmbH & Co Betriebs KG, welches seinen Betrieb und den dortigen Ernteverlauf vorstellte. Prokurist und Pflanzenbauleiter Christian Duscha spannte den Bogen auch über die aktuellen Probleme wie Wolfsrisse, Schäden durch Schwarzwild, Hagelschäden und Bürokratieabbau. Hier gab es große Übereinstimmung mit den Positionen des Landrates.

Beim Thema Wolf wurden Bilder eines mutmaßlichen Wolfsrisses von Anfang August dieses Jahres gezeigt, bei dem zwölf Schafe des Betriebes getötet wurden. Hier sprach sich der Landrat unter anderem dafür aus, den Wolf als Wildtier zu behandeln und diesen auch entsprechend zu bejagen.

Zur Gesamterntesituation im Wartburgkreis machte Florian Andersek als Vorsitzender des KBV seine Ausführungen. Nach witterungsbedingt holprigen Wochen sei man nun auf der Zielgeraden und werde in der laufenden oder nächsten Woche die Getreideernte abschließen. Mengenmäßig wird man leicht überdurchschnittliche Erträge haben, bei größtenteils noch guten Qualitäten. Einzig die Getreidepreise lassen derzeit stark zu wünschen übrig.

In der folgenden Diskussion betonte Landrat Michael Brodführer die Bedeutung der Landwirtschaft im Wartburgkreis und stellte diese als wesentlichen Teil der ländlichen Identität dar. Essentiell für die Versorgung, müsse diese auch entsprechend wertgeschätzt werden.

Breiten Raum nahm das Thema Grundsteuerreform ein. Die Umsetzung bringe für alle Beteiligten viel Aufwand, bei überschaubarem Nutzen. Die Einführung von Bagatellgrenzen bei der Berechnung wurde angeregt.

Die Landwirte baten den Landrat zudem um Unterstützung bei der Rücknahme der Änderungsverordnung zum Biosphärenreservat Rhön. Grundsätzlich unterstützte er die Forderung und verwies auf den Ansatz bei den Koalitionsverhandlungen in Thüringen, der das vorsah.

Eine konstruktive Gesprächsrunde mit vielen positiven Ansätzen für die Landwirtschaft im Wartburgkreis. Wir danken dem Landwirtschaftlichen Unternehmen Mihla GmbH & Co Betriebs KG für die Ausrichtung.

Umfrage: Rabenattacken auf Nutztiere

Der Südwestrundfunk (SWR) bereitet derzeit eine große Dokumentation zum Thema Rabenattacken auf Nutztiere vor, die Anfang 2026 im SWR Fernsehen und anschließend in der Mediathek veröffentlicht werden soll.

Um ein aktuelles Stimmungsbild zu diesem Thema einzufangen, befragt der SWR bundesweit Landwirte und Züchter mit offenem Viehbetrieb. Es geht darum, ein Bild davon zu bekommen, wie groß das Problem ist und inwieweit es Unterstützung dafür gibt. Der Zeitaufwand beträgt ca. 10 Minuten. Die Onlinebefragung findet anonym statt. 

Zur Befragung geht es hier. 

Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, würde sich der verantwortliche Reporter Julian Prahl darüber freuen, wenn sich bis zum 30. September 2025 möglichst viele Landwirte und Züchter an der Umfrage beteiligen. Der SWR bedankt sich im Voraus vielmals für die Beteiligung an der Umfrage.

 

 

Achtung erneute Betrugsversuche: Zahlungsaufforderung Bundeszentralamt für Steuern

Unter Angabe des Absenders „Bundeszentralamt für Steuern“ (DGUV) werden gefälschte Schreiben versandt. Diese enthalten den Betreff

Grundsteuerreform: Aufforderung zur Abgabe von Änderungsanzeige

Anfang des Jahres hat der Thüringer Bauernverband (TBV) berichtet, dass die Finanzämter an Betriebe, die mehr als 100 Hektar landwirtschaftliche Fläche im Eigentum haben, ein Informationsschreiben versandt haben. Dieses Schreiben wies darauf hin, dass

Zuschuss und Zinsbonus Klimabilanz

Am 30. Juni hat der Thüringer Bauernverband auf seiner Homepage zum Start des Förderprogramms „Zuschuss Klimabilanz“ der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) bereits informiert. Die LR fördert dabei die Beratungsleistung zur Erstellung einer Klimabilanz auf Unternehmensebene mit Maßnahmenkatalog. Im Austausch mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) hat die LR unterstrichen, dass sie einen pragmatischen Ansatz der Berater bei der Erstellung der einzelbetrieblichen Klimabilanz wünscht, wenn einzelne Betriebszweige noch nicht im Berechnungstool verfügbar sind. Pragmatisch heißt aus Sicht des DBV, dass bestehende Produktbilanzierungen möglich sein müssen, wenn

Bundesregierung meldet Wolfsbestand an EU-Kommission

Am 31. Juli hat die Bundesregierung, im Rahmen des turnusmäßigen FFH-Berichts, den Erhaltungszustand des Wolfs an die EU-Kommission übermittelt. Für die atlantische biogeografische Region (Bereich entlang der Nordseeküste von Dänemark, Deutschland, über Frankreich bis nach Portugal) wurde der Zustand erstmals als „günstig“ eingestuft. Für die kontinentale Region, die große Teile Deutschlands umfasst, wurde der Erhaltungszustand als „unbekannt“ gemeldet. Die Bewertung basiert auf Monitoringdaten aus den Jahren 2019 bis 2024. Laut Bundesregierung soll die Methodik zur Einstufung nun gemeinsam mit den Ländern überarbeitet und im Herbst eine aktualisierte Bewertung für die kontinentale Region vorgelegt werden. Das Vorgehen der Bundesregierung wurde vom Deutschen Bauernverband und seinen Landesverbänden scharf kritisiert.
Der Grund für die Kritik ist, dass für die biogeographische Region ein „unbekannter Erhaltungszustand“ gemeldet wird, die im internationalen Vergleich eine hohe Wolfsdichte und eine große Anzahl an Rissereignissen hat.
Ein Affront gegenüber jedem Weidetierhalter.

Landsenioren folgen der Einladung in Umweltministerium

Das Präsidium der Thüringer Landsenioren traf sich am 30. Juli mit dem Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF), Tilo Kummer. Die Menschen im ländlichen Raum beobachten intensiv die verschiedenen Entwicklungen im Energie- und Umweltbereich. Durch das Leben in den Dörfern und als Landeigentümer sind sie von vielen Aktivitäten, die im Aufgabenbereich des TMUENF liegen, betroffen. Seien es Windparks unweit der Dörfer, Photovoltaik auf den Ihnen gehörenden oder angrenzenden Flächen und sich daraus ergebende finanzielle Vorteile oder auch Nachteile berühren und verunsichern die Seniorinnen und Senioren.

Energetische Gebäudesanierung, Emissionsprobleame durch Holzheizungen, wie sie in der Vergangenheit laut wurden, haben viele Fragen aufgeworfen. Wie der Minister erklärte, habe sich die Frage jetzt entschärft, da von Seiten der EU Holz als Biomasse anerkannt wurde. Man arbeite jetzt an einem Landesenergiegesetz, das bei vielen Sachverhalten Klarheit und Sicherheit schaffen und einige bürokratische Hürden abbauen soll. Hilfe für Waldbesitzer nach der Borkenkäferproblematik werde geleistet, auch wenn die finanziellen Möglichkeiten begrenzt seien.

Der Umgang mit den überzogenen Vorstellungen beim Schutz von Wolf, Biber und Luchs schadet auch den Besitzern von landwirtschaftlichen Flächen, die durch diesen "Tierschutz" an Wert verlieren. Die oft geäußerte Forderung nach Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz sei laut Kummer nicht realistisch, da damit die Entnahme noch weiter verkompliziert würde. Das TMUENF werde aber weiterhin Herdenschutzmaßnahmen fördern und Entschädigungszahlungen bereitstellen.

Der Minister betonte, dass er sich stark dafür einsetze, dass Landwirtschaft auch im benachteiligten Gebiet erhalten bleibt. Leider, so der Minister, kommen die aus dem Umweltministerium an das Landwirtschaftsministerium übergebenen Mittel nicht vollständig den Grünlandbetrieben zu Gute.

Einig waren sich der Minister und die anwesenden Präsidiumsmitglieder, dass sie bei einer sinnvollen Erhaltung der Thüringer Kulturlandschaft weiter zusammenarbeiten werden.

Thüringer Bauernverband e.V.
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99094 Erfurt

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