Wochenbericht

Landesvertreterversammlung des Thüringer Bauernverbandes: Bilanz, Klartext und Weichenstellungen für 2026

Rund 208 Delegierte und Gäste, Fördermitglieder sowie hauptamtliche Mitarbeiter nahmen am 11. Dezember an der 35. Landesvertreterversammlung des Thüringer Bauernverbandes (TBV) im Bürgerhaus Apfelstädt teil. Im Mittelpunkt standen der Bericht des Präsidenten, der Bericht der Geschäftsführung sowie der agrarpolitische Ausblick auf das kommende Jahr.

TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner zog eine differenzierte Bilanz des Verbandsjahres 2025. Der TBV habe mehrfach erreicht, dass politische Entscheidungen korrigiert oder praxistauglich ausgelegt wurden. Als Beispiele nannte er die Klarstellungen bei der Düngebedarfsermittlung und beim Düngeverbot auf gefrorenen Böden, die Betrieben mehr Rechtssicherheit verschaffen. Auch die erfolgreiche Petition gegen das geplante Flächenregister hob er hervor. Dieses bleibt freiwillig, wodurch zusätzliche Bürokratie und Sanktionsrisiken verhindert wurden. Positiv bewertete Wagner zudem die zugesagte Anerkennung der natürlichen Schwimmschicht als emissionsmindernde Maßnahme sowie Korrekturen bei der Ausgleichszulage, auch wenn aus Sicht des TBV weiterhin Finanzierungsbedarf besteht.

Deutlich kritisch äußerte sich der Präsident zu den Vorschlägen der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen. Die geplante Abschaffung eines eigenständigen Agrarbudgets, die Auflösung der Zwei-Säulen-Struktur der GAP sowie pauschale Kappungen der Direktzahlungen würden insbesondere ostdeutsche Betriebe massiv treffen. Der TBV werde diese Vorschläge entschieden ablehnen und sich weiterhin für Planungssicherheit und Gleichbehandlung aller Betriebe einsetzen.

Die Geschäftsführung, vertreten durch Hauptgeschäftsführerin Beate Köber-Fleck und ihren Stellvertreter Michael König, stellte das breite Leistungsspektrum des Verbandes vor. Schwerpunkte lagen 2025 unter anderem in der Begleitung der GAP-Umsetzung, der Antragsberatung, der Interessenvertretung zu TA-Luft, Investitionsförderung und Sozialfragen sowie in Projekten zu Pflanzenbau, Umwelt, Nutztierhaltung, erneuerbaren Energien und Bildung. Auch die Weiterentwicklung der Verbandskommunikation wurde hervorgehoben.

Zum Jahresabschluss sprach die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet. Seit September 2025 im Amt, stellte sie die Arbeit des DBV vor und gab einen Ausblick auf das Verbandsjahr 2026. Dabei betonte sie die Bedeutung eines geschlossenen Auftretens des Berufsstandes angesichts der anstehenden GAP-Entscheidungen und der agrarpolitischen Herausforderungen auf Bundes- und EU-Ebene.

Die Landesvertreterversammlung beschloss die vorgelegten Berichte und bekräftigte den Anspruch des TBV, auch 2026 eine sachliche, faktenbasierte und durchsetzungsstarke Interessenvertretung für die Thüringer Landwirtschaft zu bleiben.

Mehr zur Landesvertreterversammlung lesen Sie in der nächsten Ausgabe des TBV Journals.

Mindestlohn und Tarifverhandlungen

Die Mindestlohnkommission hat am 27. Juni 2025 beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten anzuheben. Der Beschluss erfolgte einstimmig auf Grundlage eines Vermitt­lungsvorschlags der Vorsitzenden und stellt damit einen deutlichen Gegenpunkt zu weiterge­henden politischen Forderungen dar.

Mit der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung steigen die gesetzlichen Mindestlöhne wie folgt:

 

Neues Wolfsterritorium in Thüringen

Das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs des Thüringer Ministeriums für Energie, Umwelt, Naturschutz und Forsten meldet ein weiteres Wolfsgebiet in Thüringen. Das neue Territorium befindet sich im Altenburger Land und reicht nach Sachsen rein. Zwei zusammenziehende Tiere konnten über mehrere Monate festgestellt werden, so dass nach den bundesweit geltenden Monitoringstandards ein Wolfsterritorium bestätigt werden kann.

Grundlage des Monitorings waren auch zahlreiche Meldungen aus der Landwirtschaft und Jägerschaft. Damit hat Thüringen sechs aktive Wolfsterritorien mit rund 30 Tieren. Nach Stand vom 13. November gab es bisher 53 Nutztierrisse, dabei wurden 160 Nutztiere getötet. Das sind mehr als doppelt so viele Fälle wie im vergangenen Jahr um diese Zeit.

Damit ein realistisches Bild hinsichtlich der Verbreitung des Wolfs abgebildet werden kann, bedarf eine umfangreiche Meldekette. Sichtungen oder Vorfälle müssen konsequent gemeldet werden. Melden Sie auffälliges Verhalten oder verletzte/getötete Nutztiere umgehend dem Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs unter folgender Rufnummer: Tel.: +49 (0)361 573 941 941. Die Nummer ist ganzjährig zwischen 08:00 Uhr und 17:00 Uhr erreichbar. Melden Sie bitte auch Sichtungen und Bilder von Wölfen (Luchse, Goldschakale) mit entsprechendem Standort an das Kompetenzzentrum.

Dazu finden Sie ein Meldebogen auf der Internetseite des KWBL.

Quelle: TMUENF 2025

 

 

ASP-Ausbruch in Spanien

Wie das spanische Landwirtschaftsministerium am 28. November mitteilte, wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) am 26. November in Bellaterra im Großraum Barcelona bei zwei getrennt voneinander aufgefundenen Wildschweinkadavern nachgewiesen. Inzwischen ist die Zahl bestätigter Fälle auf 13 angestiegen. Es wurde eine infizierte Zone mit einem Radius von 20 km um die ersten beiden Fundorte eingerichtet, die in eine Kernzone von 6 km und eine Pufferzone von 14 km unterteilt ist. Außerdem unterstützen die örtliche Polizei und eine militärische Notfalleinheit die Bekämpfungsmaßnahmen.

Es handelt sich dabei um den ersten Ausbruch der ASP in Spanien seit November 1994.

BioOst 2026: Regionale Bio-Messe in Leipzig - Einladung zur Teilnahme am Thüringer Gemeinschaftsstand

Das Thüringer Agrarmarketing (TAM) des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum unterstützt seit vielen Jahrzenten Thüringer Unternehmen aus der Bio-Branche in ihren Absatzaktivitäten.
Ein Schwerpunkt liegt dabei in der finanziellen und organisatorischen Unterstützung von Präsentationen auf Fach- und Verbrauchermessen. Die BioOst findet einmal jährlich in Leipzig statt und ist 2026 erstmalig an beiden Tagen sowohl für Fachpublikum als auch für Verbraucher geöffnet. Detailinformation zur Messe finden sie unter hier.
Das TAM ist auf der Suche nach Unternehmen, die Interesse haben, Ihrer Produkte und Dienstleistungen auf der BioOst 2026 am 11. und 12. April 2026 in Leipzig auszustellen. Die Präsentation der Thüringer Unternehmen ist in Form eines Gemeinschaftsauftrittes geplant. Das TAM übernimmt die Gesamtorganisation. Alle Thüringer Aussteller werden gebündelt in einem „Thüringer Gemeinschaftsbereich“ platziert. Zusätzlich stellt das TAM eine Gemeinschaftsfläche mit der Möglichkeit zur Nutzung eines Tisches im Loungebereich für Gespräche mit Fachbesuchern sowie einen kleinen Lagerbereich zur Verfügung.

Kosten:

Dieser gemeinschaftliche Auftritt von Unternehmen der Thüringer Agrar- und Ernährungswirtschaft wird durch Mittel des Freistaates Thüringen kofinanziert.

Die Kostenübernahme durch das TAM erfolgt als De-minimis-Beihilfe auf Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags. Auf die geänderten Bedingungen hinsichtlich verbundener Unternehmen wird hingewiesen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der De-minimis-Erklärung.
Die Kosten für den Lounge-Bereich sowie für das kleine Lager auf der Thüringer Gemeinschaftsfläche trägt das TAM zu 100%.
An den Standkosten (siehe Angebot) beteiligt sich das TAM im Rahmen des verfügbaren Budgets nach der Reihenfolge der Anmeldungen bei beihilfefähigen Unternehmen mit 50%. Darüberhinausgehende Leistungen trägt der Aussteller zu 100%.

Bei Interesse senden Sie bitte folgende Dokumente an das TAM:

Zur Prüfung der Beihilfefähigkeit ihres Unternehmens ist die Abgabe einer De-minimis-Erklärung unerlässlich.
Bitte beachten sie den zeitnahen Anmeldeschluss am 22.12.2025. Eine spätere Anmeldung ist ausgeschlossen.
Bearbeitet werden nur vollständig ausgefüllte, termingerecht eingereichte und vorbehaltsfreie Anmeldungen. Fehlende bzw. unvollständige Dokumente verhindern die o. g. Kostenbeteiligung durch das Thüringer Agrarmarketing.

Ihre Ansprechpartner für dieses Projekt sind die Mitarbeiter des Thüringer Agrarmarketings:

Kristin Thiele

Tel.: +49 (0)361 574 041 458

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. 

 

Mario Leidenfrost

Tel.: +49 (0)361 574 041 102

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Mobilfunkversorgung: BMDS-Studie analysiert erstmals umfassend unversorgte Gebiete

Eine neue Studie des BMDS zeigt erstmals im Detail, wo die 23.500 weißen Flecken ohne Mobilfunkempfang liegen, welche Herausforderungen vor Ort bestehen und welche Maßnahmen notwendig sind, um die unversorgten Gebiete nachhaltig zu erschließen.

Einige Ergebnisse hat der Deutsche Bauernverband bereits herausgearbeitet:

GAP-Antragsjahr 2025: Bekanntmachung der tatsächlichen Prämienwerte für Direktzahlungen und Ökoregelungen

Am Montag, den 1. Dezember wurden für das laufende GAP-Antragsjahr 2025 die tatsächlichen Einheitsbeträge bzw. die auszuzahlenden Prämienwerte für die Direktzahlungen und die Ökoregelungen veröffentlicht. Die Bekanntmachung im Bundesanzeiger sowie

 

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99094 Erfurt

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