Wochenbericht

Bundesrat lehnt Düngegesetz ab!

Der Bundesrat hat vergangenen Freitag die Novelle des Düngegesetzes gestoppt, für das die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss anrufen wird. Vorausgegangen war ein vergeblicher Versuch der Bundesregierung, mit einer Protokollerklärung die Außerkraftsetzung der Stoffstrombilanz-VO anzukündigen, das Gesetz selbst (mitsamt der vorgesehenen Ermächtigung für eine solche Regelung) aber unverändert zu lassen. Die Kritik des Deutschen Bauernverbandes (DBV) mit seinen Landesverbänden bezog sich u.a. auf die weitgehenden Ermächtigungen, auf die fehlende Berücksichtigung des Verursacherprinzips und auf die weiter steigende Bürokratie. Mit dem Düngegesetz sollte auch das Monitoring zur Wirksamkeit der Düngeverordnung umgesetzt werden obwohl noch nicht mal ein Entwurf des Monitorings vorliegt. In der Presse verbreitete Meldungen über angeblich drohende Strafzahlungen sind maßlos übertrieben bzw. unzutreffend. Gegenüber Politik und Medien gilt es angesichts des Beschlusses zu betonen, dass die EU-KOM nie eine Stoffstrombilanz gefordert hat und nur das Wirkungsmonitoring Bestandteil der Verhandlungen zwischen Bundesregierung und EU-KOM im Rahmen des Vertragsverletzungsverfahrens war und dieses vom Grundsatz her unumstritten ist. Die Initiative aus Thüringen zur Streichung der Stoffstrombilanz fand damals keine Zustimmung. Im Vermittlungsausschuss wird es in den kommenden Monaten darauf ankommen, die Stoffstrombilanz möglichst komplett zu streichen. Der DBV mit seinen Landesverbänden hat immer wieder auf die Sinnlosigkeit dieser Verordnung gegenüber der Politik hingewiesen. Zuletzt mit einem Schreiben an die Staatskanzleien der Länder. Die Entscheidung des Bundesrates kann als ein Erfolg für die Verbandsarbeit gewertet werden auch wenn die Stoffstrombilanz noch nicht vom Tisch ist.

Rukwied: Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit gehen

Aus Sicht des Präsidenten des DBV, Joachim Rukwied, zeigt die Ablehnung des Düngegesetzes durch den Bundesrat, dass nach wie vor erheblicher Korrekturbedarf bei diesem Gesetzesvorhaben besteht. „Es ist richtig, dieses Gesetz noch einmal zu überarbeiten. Es gilt Gründlichkeit vor Schnelligkeit, zumal die von der EU-Kommission geforderten Punkte im Wesentlichen unstrittig sind. Die Vereinbarungen im Rahmen des Vertragsverletzungsverfahrens werden damit erfüllt. Eine Stoffstrombilanz oder eine Ermächtigung dafür gehört explizit nicht zu den Forderungen der EU-Kommission. Für unsere Bauern ist jedoch entscheidend, dass ein fachlich praktikables und unbürokratisches Gesetz auf den Weg gebracht wird.“ Die Landwirtschaft sieht sich beim Gewässerschutz auf dem richtigen Weg. Der jüngste Nitratbericht 2024 von BMUV und BMEL zeigt, dass die Entwicklung der Wasserqualität positiv ist und die Anstrengungen der Landwirte im Bereich effizienterer Düngung und emissionsmindernder Ausbringungstechnik Wirkung zeigen.
Der hier angesprochene Nitratbericht des BMUV und des BMEL wurde gestern veröffentlicht und ist hier abrufbar.

Rabatte für TBV-Mitglieder bei TEAG - Thüringer Energie

Auf Grundlage der Rahmenvereinbarung zwischen dem Thüringer Bauernverband (TBV) und der Thüringer Energie erhalten TBV-Mitglieder einen Bonus auf ausgewählte Produkte beim Strom-und Erdgasbezug über TEAG - Thüringer Energie. Mitglieder des TBV, die Kunden der TEAG - Thüringer Energie sind, erhalten im Jahr 2024 unter Angabe des Aktionscode bei Vertragsabschluss zusätzlich 2 % Bonus auf den Nettoverbrauchspreis.

Zum Erhalt des Rabattes ist es notwendig, dass das Mitglied sich telefonisch oder online bei dem Servicecenter der Thüringer Energie über Angebote informiert und den Aktionscode der auf dem Infoblatt vermerkt ist, mit nennt. ALTVERTRÄGE bleiben mit den alten Rabatten bestehen. Weitere Informationen sind im Infoblattsowie auf der Homepage eingestellt.

 

Budget Ökoregelungen in diesem Jahr ausgeschöpft?

Dieser Tage veröffentlichte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erste Zahlen zur Beantragung der Ökoregelungen in diesem Jahr. Bis auf die Öko-Regelung 1c (Blühstreifen auf Dauerkulturen) gibt es in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr wohl ein Plus bei

Ungarn führt Verhandlungen über NGTs im Rat fort

Die Verhandlungen des EU-Kommissionsvorschlags für eine Deregulierung der neuen Züchtungstechniken (NGTs) im Europäischen Rat werden unter der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2024 weitergeführt. Die belgische Ratspräsidentschaft hatte – ähnlich wie die spanische zuvor – versucht, einen Kompromiss zu erzielen. Fragen im Zusammenhang mit dem Umgang mit Patenten, der Rückerverfolgbarkeit und der Koexistenz erwiesen sich jedoch weiterhin als blockierende Hindernisse in den Verhandlungen. Nach derzeitigem Stand ist es nicht die Ambition der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft, bis Ende des Jahres eine Ratsposition zur Abstimmung zu bringen. Damit bleibt das Thema weiterhin auf der Strecke. Die heimischen Züchter laufen somit den weltweiten Fortschritt hinterher.

 

Flurfahrt zum Thema Strip-Till-Verfahren in Oberbösa

Als nachhaltige und effiziente Methode der Bodenbearbeitung, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bringt, wird das Strip-Till-Verfahren zusammenfassend definiert. Bereits seit mehreren Jahren werden insbesondere in der Fachpresse Artikel zu dieser Form der Bodenbearbeitung veröffentlicht. Auch der Thüringer Bauernverband (TBV) „beackert“ das Thema schon seit geraumer Zeit. Vor gut vier Jahren wurde eine Kooperation aus aktuell zwölf Mitgliedern gegründet. Mit dabei sind acht Landwirtschaftsbetriebe, verteilt in ganz Thüringen, wissenschaftlich betreut von der Umwelt- und Agrarstudien GmbH Jena (U.A.S.), die verschiedene agronomische und agrarökologische Fragestellungen analysiert. Untersucht und bewertet werden u.a. das Auflaufverhalten und die Entwicklung der unterschiedlichen Kulturen und Unkräuter, die Biomasseentwicklung, die Ertragspotenziale, der Düngebedarf, das Wasserhaltevermögen, die Erosionsminderung der Böden, die Humusentwicklung und auch die Effizienz des Unkraut-Managements.

Da das Projekt "Strip Till-Kooperation Thüringen" sich zum Ziel gesetzt hat, die Erfahrungen und Kenntnisse dieser Verfahrensweise innerhalb Thüringens mit den zum Teil deutlich unterschiedlichen ackerbaulichen und klimatischen Voraussetzungen nicht nur zu sammeln, sondern auch den Landwirten zur Verfügung zu stellen, nahm der Vorstand des Kreisverbandes dies zum Anlass, das Verfahren zur diesjährigen Flurfahrt stärker in den Fokus zu rücken. So fanden sich die Interessierten am 19. Juni im Klostergut Bonnrode ein. Hier referierten der Ackerbaureferent des TBV und Projektassistent Andre Rathgeber und Britt Pagels von der U.A.S. über die Projektarbeit und die bereits gewonnenen praktischen und wissenschaftlichen Zwischenergebnisse. Die Landwirte Kai Steinacker und Matthias Joest, die bereits seit einigen Jahren die Flächen ihrer Unternehmen in Oberbösa und Bilzingsleben nach diesem Verfahren bewirtschaften, berichteten im Anschluss über ihre gesammelten Erfahrungen. Sie bestätigten an einigen Beispielen die mit der Streifenbearbeitung benannten Verbesserungen wie Erosionsminderung, bessere Bodenstruktur, bessere Wurzeldurchdringung und Bodenfruchtbarkeit, eine präzisere Nährstoffversorgung und auch eine verringerte Wasserverdunstung. Da der Boden nicht flächendeckend mit mehreren Arbeitsschritten, sondern lediglich einmal in einem schmalen Streifen bearbeitet und die Saat eingebracht wird, sind insgesamt Arbeitszeit- und Kostenaufwand erheblich verringert.

Ihr Resümee: „Bei Anwendung des Strip-Till-Verfahrens muss man sich völlig neu in die Bodenbearbeitung und Technik hineindenken, wobei die optimalen Bodenverhältnisse zum Aussaatzeitpunkt bereits wesentlich über den Ernteerfolg entscheiden. Die Kenntnisse der Bodenstruktur sowie der biologischen Abläufe im Boden sind von grundsätzlicher Bedeutung.“

Nach den interessanten Vorträgen wurden die nach dem Strip-Till-Verfahren bewirtschafteten Kulturen des Landwirtschaftsbetriebes Steinacker besichtigt, wobei seitens der Teilnehmer noch einige Fragen gestellt wurden.

                                                                                                               

Thüringer Landsenioren auf dem Deutschen Landseniorentag

Vom 2. bis 3. Juli 2024 fand in Fulda die 32. Jahrestagung der Deutschen Landsenioren statt. Aus Thüringen nahmen neun Vertreter an dieser Veranstaltung teil. Im Parkhotel (Kolpinghaus Fulda) eröffnete Präsident Armin Müller die Veranstaltung mit insgesamt 110 Teilnehmern.
Als Gäste begrüßte er Carsten Schmal, den Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes und Herrn Ruhl aus dem hessischen Landwirtschaftsministerium. Sie berichteten zu aktuellen Landwirtschaftsproblemen und dankten den Senioren für ihr Engagement im ländlichen Raum.

Weiterhin standen die Themen Absicherung durch Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung sowie der Umgang mit der Erkrankung an Demenz im Mittelpunkt der Referate.

Der zweite Veranstaltungstag war geprägt von einer Stadtführung durch das historische Fulda.
Mit Kloster, Dom und diversen alten Kirchen hat die Stadt einiges zu bieten.

 

Hamsterfreundliche Landwirtschaft

Seit 2018 kürt das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen den oder die „Natura 2000-Landwirt*innen“ für besonderes Engagement im Naturschutz. In Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Thüringen bewertete dazu auch diesmal eine Fachjury, bestehend aus den Trägerverbänden des Kompetenzzentrums, dem BUND Thüringen, dem NABU Thüringen und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, gemeinsam mit dem Thüringer Bauernverband, dem Thüringer Ökoherz und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft die Vorschläge.
In diesem Jahr standen der Feldhamster und somit die hamsterfreundliche Flächenbewirtschaftung im Fokus. Zur Auszeichnungsveranstaltung am 3. Juli begrüßte Anna Swiatloch vom Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen auf dem Gelände des Gartenbaubetriebes Rose Saatzucht Erfurt die Teilnehmenden und machte bereits in der Eröffnungsansprache auf die besondere Rolle Thüringens als dem größten zusammenhängenden Vorkommensgebiet des Feldhamsters in Deutschland aufmerksam. Die Auswahl der Preisträger mache deutlich, dass Hamsterschutz keine Frage der Betriebsgröße sei. Udo Große, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes, versicherte, dass die Landwirte Willens und in der Lage sind, Leistungen im Naturschutz zu erbringen. Dafür sei es aber notwendig, die ökonomischen und ökologischen Kennzahlen gleichermaßen im Blick zu behalten. Große schlug den Bogen zur aktuellen Agrarpolitik und appellierte an die Politik, die Tierhaltung, auch aufgrund ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt insbesondere in den Grünlandgebieten, weiter zu fördern.

„Artenvielfalt ist kein Luxus, sondern sichert unser aller Überleben“, betonte Umweltminister Bernhard Stengele in seinem Grußwort. Alles, was es den Landwirten schwer mache, ihre Aufgaben zu erfüllen, gehöre auf den Prüfstand, denn die Landwirte müssten in die Lage versetzt werden, sowohl ihrer Arbeit als auch den Naturschutzanforderungen gerecht zu werden. Der Staatssekretär des TMIL, Torsten Weil, stellte die Unterstützung seitens der Politik bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte von Landwirtschaft und Naturschutz und den fairen Interessensausgleich in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Ausgezeichnet für ihre Leistungen im Hamsterschutz wurden die Betriebe:
Landwirtschaftsbetrieb Birnbaum
Landwirt Christof Birnbaum bewirtschaftet mit der Familie knapp 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Erfurt-Schmira. Mit den Maßnahmen Stoppelruhe und Streifenanbau ist es gelungen, seit 2018 eine konstante Population mit 3,5 Hamsterbauen pro Hektar aufzubauen.

Geratal Agrar GmbH & Co.KG Andisleben
Der Agrarbetrieb zeichnet sich nicht nur durch ein breites Anbauspektrum mit 18 Fruchtarten in der Fruchtfolge aus, sondern vor allem durch eine große Vielfalt an Naturschutzmaßnahmen zur Förderung der Biodiversität und dem Erhalt von Lebensräumen. Der Agrarbetrieb bewirtschaftet 95 Prozent der Fläche pfluglos. Die Auszeichnung nahm Pflanzanbauleiter René Döring stellvertretend für den gesamten Betrieb in Empfang.

Rose Saatzucht Erfurt
Seit 2019 engagiert sich der Betrieb im Feldhamsterschutz. Auf engstem Raum werden über 200 verschiedene Pflanzenarten zur Saatgutgewinnung angebaut, die vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein eine große Vielfalt bieten – auch für den Hamster.

Bevor Annegret Rose zum Betriebsrundgang einlud, schickte sie noch einen dringenden Appell an die Politik und verwies darauf, dass es in Deutschland nur ganz wenig so gute Standorte mit Schwarzerdeböden wie hier um Erfurt gebe, die sich zur Saatgutproduktion eignen. Diese Böden müssen als Kulturgut wahrgenommen und geschützt werden.

 

Foto: Die Preisträger (v.l.) Christof Birnbaum, Annegret Rose und René Döring

Thüringer Bauernverband e.V.
Alfred-Hess-Straße 8
99094 Erfurt

Tel.: +49 (0)361 262 530
Fax: +49 (0)361 262 532 25
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kontakt
1000 Zeichen noch.