Die Landwirtschaftsausstellung agra fand vom 9. bis 12. April auf dem Messegelände in Leipzig statt und bestätigte erneut ihre Bedeutung als zentrale Plattform für Landwirtschaft, Tierzucht und Agrarpolitik in Mitteldeutschland. Mit einer hohen Zahl an Ausstellern aus dem In- und Ausland sowie umfangreichen Tierpräsentationen bot die Messe einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Branche.
Die agra präsentierte sich auch 2026 als leistungsstarke Fachmesse mit Ausstellern aus verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft, darunter Landtechnik, Pflanzenbau, Tierproduktion und Dienstleistungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag erneut auf der Tierausstellung: Zahlreiche Rinder-, Schweine-, Schaf- und Geflügelrassen wurden vorgestellt. Die Tierhallen waren ein zentraler Anziehungspunkt für Fachpublikum und Besucher gleichermaßen und spiegelten die Vielfalt sowie den aktuellen Zuchtstand wider.
In Halle 2 präsentierten sich die Landesbauernverbände aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem gemeinsamen Stand, der als zentrale Anlaufstelle für den Austausch zwischen Landwirten, Verbandsvertretern, Politik und Öffentlichkeit diente. Im Fokus standen dabei Informationen zur aktuellen agrarpolitischen Lage, Beratung zu betriebswirtschaftlichen und strukturellen Fragestellungen sowie die Darstellung der Verbandsarbeit in den drei Bundesländern. Gleichzeitig bot der Stand Raum für Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und förderte die Vernetzung innerhalb der Branche.
Die Landesbauernverbände organisierten und begleiteten zudem eine Reihe von Fachveranstaltungen, Diskussionsrunden und politischen Gesprächen, bei denen insbesondere agrarpolitische Zukunftsfragen auf nationaler und europäischer Ebene im Mittelpunkt standen. Ein bedeutender Programmpunkt war der hochrangige Austausch zwischen Joachim Rukwied, Torsten Krawczyk, Karsten Schmal sowie den ostdeutschen Landesbauernverbandspräsidenten mit dem EU-Agrarkommissar Christophe Hansen. Ergänzend fanden Gespräche mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und weiteren politischen Vertretern statt.
Inhaltlich konzentrierten sich die Gespräche auf die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 sowie auf die Perspektiven ihrer Finanzierung und die Frage, wie Deutschland sich frühzeitig auf mögliche Veränderungen vorbereiten kann. Darüber hinaus wurden Handelsabkommen und der internationale Marktzugang thematisiert, ebenso wie die Entwicklung der Weltmarktpreise und die zunehmende Marktvolatilität. Ein weiterer zentraler Punkt war der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft. Auch die Zukunft des Tierhaltungsstandorts Deutschland spielte eine wichtige Rolle, wobei seitens der Verbände die Notwendigkeit klarer politischer Entscheidungen und verlässlicher Rahmenbedingungen betont wurde.
Zusätzlich beteiligten sich Verbandsvertreter an Diskussionsformaten wie „Ein Jahr nach der Bundestagswahl – eine Standortbestimmung“, in denen die agrarpolitische Entwicklung auf Bundesebene eingeordnet und bewertet wurde.
Die agra 2026 zeigte damit erneut ihre Rolle als bedeutende Plattform für fachlichen Austausch, politische Diskussion und die Präsentation landwirtschaftlicher Leistungen. Insbesondere die enge Verzahnung von Praxis, Verbandsarbeit und Politik unterstreicht die Relevanz der Messe für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft in Deutschland. Die geführten Diskussionen machten deutlich, dass mit Blick auf die Ausgestaltung der GAP und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wichtige Weichenstellungen in den kommenden Jahren anstehen.
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