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November 2021

Themenschwerpunkt:

Kosenexplosion: Preise für Düngemittel, Diesel und Tierfutter auf Rekordhöhe

 
Inhalt:

Thüringer Milchtag  3

Kostenexplosion in der Landwirtschaft  4/5

Exkursion des KBV Erfurt-Sömmerda  8

25 Jahre Landseniorenverbände  13

 

Kommentar von Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes

Kostenexplosion verschärft ohnehin schon schwierige Lage

Wir Landwirtinnen und Landwirte werden derzeit von einer gewaltigen Kostenlawine überrollt. Die Preise für Diesel, für Dünge- und Futtermittel gehen durch die Decke. Ursächlich sind steigende Erdgas und Rohölkosten, die infolge der weltweit wieder anspringenden Wirtschaft zu extremen Preissteigerungen geführt haben. Diese Kostenexplosion macht unsere landwirtschaftliche Produktion immer teurer.

Noch nie mussten wir so viel Geld ausgeben, um unsere Betriebe am Laufen zu halten. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man Ackerbauer oder Tierhalter ist: Fast sämtliche Kostenarten sind derzeit auf Rekordniveau.

Dennoch ist die Situation der Schweinehalter und der Milchbauern in Thüringen besonders schwierig, da hier die Erlöse weit unter dem Notwendigen liegen. Schon vor der Kostenexplosion reichten diese häufig nicht einmal zur Deckung der laufenden betrieblichen Aufwendungen aus. An Investitionen in neue Ställe und in mehr Tierwohl oder auch in neue Maschinen ist nun überhaupt nicht mehr zu denken.

Beruhigen sich die Märkte nicht wieder, ist unsere Arbeit betriebswirtschaftlich vielerorts kaum noch darstellbar. Wie soll es möglich sein, mehrere (Hundert-)Tausend Euro an zusätzlichen Betriebskosten dauerhaft zu kompensieren? Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund eines steigenden Investitionsbedarfs und sinkender einkommenswirksamer Zahlungen aus der GAP.

Ein Blick nach Berlin beruhigt hier nur wenig: Unsere zukünftigen Ampelkoalitionäre diskutieren über die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro und die Abschaffung der Rückvergütung der Agrardieselsteuer – beides Punkte, die die finanzielle Situation in den Betrieben weiter verschärfen werden.

Gerade aber vor dem Hintergrund der derzeitigen Kostenexplosion halte ich insbesondere die Abschaffung der Steuerrückvergütung beim Agrardiesel (derzeit 21,48 Cent je Liter) für hanebüchen, zumal diese auch keine Subventionen im eigentlichen Sinne darstellen. Vielmehr wird durch sie eine massive Benachteiligung der deutschen Landwirtinnen und Landwirte im Vergleich zu unseren innereuropäischen Wettbewerbern ein wenig kompensiert, die mit deutlich niedrigeren Steuersätzen arbeiten. Daher appelliere ich nachdrücklich an unsere zukünftigen Regierungsparteien, die Rückvergütung für Agrardiesel nicht anzutasten. Viele unserer Betriebe stehen aufgrund der enormen Kostenexplosion am Abgrund. Wir brauchen jede Unterstützung, um die derzeit schwierige Situation zu meistern.

Der Erhalt einer starken und flächendeckenden Landwirtschaft in Thüringen und Deutschland verhindert die Verlagerung der Produktion ins Ausland und ist so bester Garant für mehr Klimaschutz, für mehr Tierwohl und für den Schutz der Regenwälder – alles Ziele, die im zukünftigen Koalitionsvertrag wiederzufinden sein werden.

 

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