Am 16. September fand in Bösleben die gemeinsame Mitgliederversammlung der Kreisbauernverbände (KBV) Gotha e.V. und Ilm-Kreis statt. Ralf Gumpert, Kreisvorsitzender des KBV Ilm-Kreis, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte neben den Mitgliedern verschiedene Gäste, darunter der Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV) Dr. Wolfgang Peter, die Beigeordneten der Landkreise Gotha und Ilm-Kreis sowie die Vertreter der örtlich zuständigen Agrarförderzentren.
In ihren Grußworten würdigten Sylke Niebur (1. Beigeordnete LK Gotha) und Sandra Heißner (2. Beigeordnete Ilm-Kreis) die enge kreisübergreifende Zusammenarbeit der Verbände, die Bedeutung der Landwirtschaft für den ländlichen Raum und verwiesen auf die hohe Bedeutung und das gemeinschaftliche Engagement bei der Nachwuchsgewinnung.
TBV-Vize Dr. Peter ging in seinem Grußwort zentral auf die Agrarpolitik und die aktuellen Herausforderungen des Berufstandes ein. Das Jahr 2026 steht unter den Zeichen witterungsbedingt unbefriedigender Erträge und Qualitäten sowie der wachsenden Kluft zwischen Erlösen und steigenden Betriebsmittelkosten, die viele Betriebe betriebswirtschaftlich vor enorme Probleme stellen. Weiterhin erläuterte er den aktuellen Stand der Diskussion um die GAP ab 2028, die aktuellen Streitpunkte wie Kappung/Degression und die Forderungen des Berufsstandes. Weitere Schwerpunkte seines Berichtes waren das Düngerecht und die Roten Gebiete, TA-Luft, EEG-Novelle sowie die Natur-Wiederherstellungsverordnung. Er warb für die Teilnahme an den Grünen Tagen mit dem agrarpolitischen Forum des TBV, welches ebenfalls im Fokus der GAP nach 2027 stehen wird.
Im Rechenschaftsbericht der Vorstände (vorgetragen von Ralf Gumpert) standen, neben dem Rückblick auf die Arbeit des Berufstandes in der Region, ebenfalls die betriebswirtschaftlichen Belastungen, die Ernte 2026 (mit Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent bei Winterweizen und Raps) sowie die schwierige Lage in der Tierhaltung im Vordergrund. Über alle Produktgattungen sind die Erzeugerpreise stark gefallen, während Betriebskosten unverändert hoch sind bzw. steigen. Besonders hervorgehoben wurden die regionalen Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung, die Vermittlung landwirtschaftlichen Wissens in Schulen sowie die Beteiligung an Berufsmessen, welche im letzten Jahr neue Impulse erlangt haben. Er dankte ausdrücklich dem LK Ilm-Kreis, der dieses Anliegen der regionalen Landwirtschaft mit Förderung für Unterrichts- und Berufsbildungsmaterialien unterstützt hat.
In der Aussprache gaben Frau Schwarzenau und Herr Meißner (Vertreter der Agrarförderzentren Mittel- und Südwest-Thüringen) Hinweise zur Antragstellung 2026, zu KULAP-Kontrollen, Tierwohlförderung und Maßnahmen bei Windbruch oder Biberaktivitäten. Weitere Beiträge der Mitglieder thematisierten den Rückbau von Wehren und die Nutzung von Biogasstrom durch die Erzeugerbetriebe selbst.
Ein tiefgründiger Fachvortrag von Marco Hartmann (Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber) über den Einsatz von Drohnen in der jagdlichen Praxis, insbesondere zur Kitzrettung, rundete das Programm der Mitgliederversammlung ab.