April 2026

April 2026

Themenschwerpunkt:

Landwirtschaft im Dialog

Vernetzen. Gestalten. Interessen einbringen.

 
Inhalt:

Update: Verbundene Unternehmen             3

Thüringer Milchtag                                    6

Biogasfachtagung                                     7  

agra 2026                                                 8 - 9  

 

Projekte sind kein Zusatz – sie sind Zukunftsarbeit

von Michael König, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Thüringer Bauernverbandes

Wer den Thüringer Bauernverband nur als Interessenvertretung wahrnimmt, greift zu kurz. Ja, wir vertreten die Anliegen unserer Mitgliedsbetriebe gegenüber Politik und Gesellschaft. Aber wir tun noch viel mehr: Wir gestalten aktiv die Zukunft der Landwirtschaft in Thüringen. Ein zentrales Instrument dafür ist unsere Projektarbeit. Mit dieser Ausgabe des TBV Journals geben wir einen Überblick über die aktuell laufenden Projekte im Verband. Das ist kein Zufall, sondern bewusst gewählt. Denn Projekte sind kein „Nebenbei“ – sie sind ein strategischer Bestandteil unserer Arbeit.
Seit 2021 bündeln wir unsere Aktivitäten im eigenen Referat Projektmanagement. Dahinter steht ein klarer Ansatz: Innovation muss unter Praxisbedingungen entstehen. Neue Anforderungen – ob aus Politik, Markt oder Gesellschaft – lassen sich nicht am Schreibtisch lösen. Sie müssen im Betrieb, auf dem Feld und im Stall erprobt werden. Genau das leisten unsere Projekte. Dabei verfolgen wir mehrere Ziele gleichzeitig. Es geht um Anpassung an klimatische Veränderungen, um Ressourcenschutz und Effizienz, um neue Einkommensperspektiven für Betriebe und um die Stärkung regionaler Wertschöpfung. Kurz gesagt: Es geht um die Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft. Die Bandbreite der Themen zeigt, wie umfassend dieser Ansatz ist. Wir arbeiten an Nachwuchsgewinnung, weil ohne junge Menschen keine Landwirtschaft bestehen kann. Wir entwickeln Vermarktungs- und Logistiklösungen, weil regionale Produkte nur dann eine Chance haben, wenn sie auch wirtschaftlich zum Verbraucher gelangen. Wir treiben Innovationen im Ackerbau voran, etwa beim bodenschonenden Strip-Till-Verfahren. Und wir setzen uns mit zentralen Umweltfragen auseinander – etwa beim Stickstoffmanagement oder im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. All diese Projekte haben eines gemeinsam: Sie greifen konkrete Her-ausforderungen aus der Praxis auf und versuchen, tragfähige Lösungen zu entwickeln. Oft geht es dabei auch darum, Zielkonflikte aufzulösen – zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen politischen Vorgaben und betrieblicher Realität.
Ein aktuelles Beispiel dafür, wie wichtig dieser Austausch zwischen Praxis, Politik und Gesellschaft ist, war die agra 2026 – die wichtigste Landwirtschaftsausstellung in Mitteldeutschland. Über vier Tage hinweg wurde sie erneut zum zentralen Treffpunkt für Landwirte, Verbände, Wirtschaft und Politik. Zahlreiche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern haben gezeigt: Die agra ist weit mehr als eine Messe. Sie ist Plattform für fachlichen Austausch, für klare Positionen und für die direkte Interessenvertretung unseres Berufsstandes. Gerade diese unmittelbaren Gespräche sind entscheidend. Hier werden Probleme benannt, Erwartungen formuliert und politische Entscheidungen vorbereitet. Und hier wird auch deutlich, wie wichtig es ist, dass wir als Verband nicht nur reagieren, sondern eigene Lösungen vorweisen können – Lösungen, die häufig aus unserer Projektarbeit entstehen. Für uns als Verband bedeutet das: Wir sind nicht nur Vermittler, sondern Mitgestalter. Wir bringen landwirtschaftliche Expertise in Entwicklungsprozesse ein und sorgen dafür, dass Ergebnisse am Ende auch in der Praxis ankommen. Ein weiterer Punkt ist mir wichtig: Projekte schaffen Netzwerke. Sie bringen Betriebe, Wissenschaft, Verwaltung und andere Partner zusammen. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um komplexe Fragestellungen überhaupt lösen zu können. Landwirtschaft steht heute nicht mehr isoliert und genau das bildet unsere Projektarbeit ab. Gleichzeitig zeigen die Projekte auch, wie wichtig verlässliche Förderstrukturen sind. Viele unserer Vorhaben werden durch europäische und landespolitische Programme unterstützt. Das ist gut und notwendig. Denn Innovation kostet Zeit, Geld und Engagement und sie braucht Planungssicherheit. Mit der Übersicht in dieser Ausgabe wollen wir Transparenz schaffen und deutlich machen, woran wir konkret arbeiten. Vor allem aber wollen wir zeigen: Der Thüringer Bauernverband gestaltet aktiv die Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige, nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft.
Projekte sind dabei kein Selbstzweck. Sie sind ein Werkzeug. Ein Werkzeug, um Ant-worten zu finden auf die Fragen, die unsere Betriebe heute und morgen bewegen. Und genau deshalb sind sie so wichtig.

 

 

 

Thüringer Bauernverband e.V.
Alfred-Hess-Straße 8
99094 Erfurt

Tel.: +49 (0)361 262 530
Fax: +49 (0)361 262 532 25
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kontakt
1000 Zeichen noch.