Dezember 2025

Dezember 2025

Themenschwerpunkt:

Jahresausklang mit zahlreichen Veranstaltungen

Zwischen politischen Weichenstellungen und GAP-Diskussion

 
Inhalt:

Tagungen im Überblick                  3

Neues zur TA-Luft                         4 - 9

Exkursion                                      9  

Rückblick zum Projekt Strip Till      13  

 

Landwirtschaft zwischen Regulierung und Zukunftsaufgaben

von Beate Köber-Fleck, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes

Die Luft bleibt dünn. Auch 2025 hat der Landwirtschaft und dem Verband viel abverlangt. Die Erwartungen an die neue GAP-Periode ab 2028, die fortlaufenden Anpassungen digitaler Verwaltungsinstrumente sowie die komplexen Anforderungen an Flächenmeldung und Bewirtschaftungsnachweise stellten die Betriebe vor Herausforderungen. Und doch zeigt sich, dass die Branche handlungsfähig bleibt. In den Gesprächen mit den Thüringer Ministerien und Behörden wurde deutlich, dass viele Fragen gemeinsam lösbar sind und der Austausch auf Augenhöhe stattfindet. Witterungsseitig zeigte sich das Jahr im Freistaat erneut sehr unterschiedlich. Die regional stark abweichenden Niederschläge führten zu teils deutlichen Unterschieden bei Bodenfeuchte und Erträgen. Einige Regionen konnten von guten Regenphasen profitieren, andere litten unter langanhaltendem
Feuchtemangel. Genau diese Vielfalt macht sichtbar, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und vorausschauende Betriebsführung geworden sind und wie viel die Thüringer Landwirtschaft trotz widriger Bedingungen leistet. Durch Demonstrationen haben wir für 2025 erreicht, dass die Bundesregierung bei den geplanten Einschnitten zurückrudert. Der ursprünglich vorgesehene schrittweise Wegfall von Steuervergünstigungen, darunter der Agrardieselrabatt und die Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge, wurde nicht wie angekündigt umgesetzt. Statt einer sofortigen Streichung wurden die Maßnahmen ausgesetzt. Damit zeigt sich klar: Der
Protest hat Wirkung gezeigt und politische Entscheidungen spürbar beeinflusst.

Die Diskussionen rund um die GAP ab 2028 prägten die europäische Agrarpolitik in diesem Jahr. Der aktuelle Entwurf stößt auf große Kritik, doch gerade deshalb ist es wichtig, dass die betroffenen Berufsstände ihre Stimme erheben. Der Verband bringt seine Argumente in Brüssel, Berlin und Erfurt klar ein und trägt dazu bei, dass praktische Erfahrung und regionale Besonderheiten in den politischen Prozess einfließen. Die nächsten Monate bieten die Chance, die Rahmenbedingungen entscheidend mitzugestalten.

Auch der Umbau der Nutztierhaltung bleibt ein zentrales Thema. Die politischen Ziele sind formuliert, doch die Finanzierung ist weiterhin unzureichend. Umso wichtiger war die Entscheidung unseres Umweltministers Tilo Kummer, bei der TA-Luft eine Regelung nach sächsischem Vorbild auf den Weg zu bringen. Dieser Schritt schafft erstmals ein Stück Planungssicherheit – ein Signal, das zeigt, dass sich beharrliche Argumentation lohnt.

Im Energiesektor bleibt der Druck hoch, gleichzeitig entstehen neue Chancen: Die Nachfrage nach Photovoltaik und Windkraft ist ungebrochen und viele Betriebe prüfen ihre Möglichkeiten. Der Verband unterstützt hierbei gezielt und trägt dazu bei, Fehlentwicklungen zu vermeiden und nachhaltige Perspektiven zu eröffnen. Unsere Positionierungen werden fortlaufend weiterentwickelt, damit die Betriebe auch in einem dynamischen Umfeld sicher agieren können.

Die großen agrarpolitischen Themen, Wolf, Grundsteuerreform, Pflanzenschutz, begleiten uns weiterhin. Gleichzeitig gewinnt die Klimabilanzierung an Bedeutung. Immer mehr Betriebe stellen sich dieser Aufgabe aktiv und bauen damit ein Fundament für künftige Marktanforderungen und Förderzugänge. Das zeigt: Die Landwirtschaft gestaltet nicht nur mit, sie geht voran.

Die Landesverwaltung hat zugesagt, die ausstehenden Fördermittel bis Ende Dezember 2025 auszuzahlen. Das schafft Zuversicht für viele Betriebe, die auf einen verlässlichen Jahresabschluss angewiesen sind. Der Verband wird die Entwicklung weiter eng begleiten, damit die zugesagte Entlastung tatsächlich bei den Betrieben ankommt.

Trotz aller Herausforderungen zeigt das Jahr eindrücklich, wie leistungsfähig unsere Geschäftsstelle ist und wie wichtig das Engagement der Ehrenamtlichen bleibt. Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Erfahrungen einbringen, öffentlich Position beziehen und fachlich mitarbeiten, geben der Landwirtschaft Gesicht und Gewicht. Die kommenden Monate werden anspruchsvoll bleiben – doch die Thüringer Landwirtschaft hat mehrfach bewiesen, dass sie Krisen nicht nur übersteht, sondern daraus gestärkt hervorgehen kann.

 

 

 

 

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