Medienmitteilung: Erste Mähdrescher rollen in Thüringen - Bauernverband ruft zu Vorsicht und Rücksichtnahme auf

Foto: Ernte der PRO Land Agrar GmbH Nägelstädt in der Braugerste.

Die anhaltende Hitze der vergangenen Tage hat in Teilen Thüringens zu einer früheren Abreife erster Getreidebestände geführt. Vor allem frühe Wintergerstensorten und einzelne Braugerstenflächen sind bereits erntereif. Regional sind deshalb schon die ersten Mähdrescher auf den Feldern unterwegs.

Von einem flächendeckenden Erntestart im Freistaat kann derzeit jedoch noch nicht gesprochen werden. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Betriebe rechnet mit dem Beginn der Ernte ab Mitte dieser Woche. Entscheidend bleibt, die weitere Wetterentwicklung.

Die Hitze der letzten Tage hat die Abreife der ersten Gerstenbestände deutlich beschleunigt. Gleichzeitig stehen viele Kulturen noch in einer entscheidenden Entwicklungsphase. Ob die Hitze zu Ertrags- und Qualitätseinbußen geführt hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Für belastbare Aussagen zu Erträgen und Qualitäten ist es noch zu früh.

Die Getreideernte in Thüringen beginnt mit frühen Wintergerstensorten und Braugerste. Anschließend folgen weitere Wintergerstenflächen. Weizen, Raps, Triticale, Hafer und weitere Getreidearten reifen derzeit noch auf den Feldern. Je nach Witterung und Standort werden sie ab Anfang bis Mitte Juli geerntet. Weitere Kulturen wie Erbsen, Hartweizen für die heimische Nudelproduktion und Ackerbohnen folgen im weiteren Verlauf des Sommers. Sonnenblumen und Sojabohnen werden hingegen erst im Herbst, von September bis teilweise weit in den Oktober hinein, geerntet.

Viele Bestände, darunter Weizen, Raps, Triticale und Hafer, befinden sich aktuell noch in der Kornfüllungsphase. Diese Phase ist entscheidend für Ertrag und Qualität. Ausreichende Niederschläge wären dafür weiterhin wichtig. Trockenheit und hohe Temperaturen können die weitere Entwicklung der Bestände beeinträchtigen und zu einer beschleunigten Abreife führen.

Anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen Brandgefahr

Mit dem Erntebeginn steigt auch die Gefahr von Feld- und Vegetationsbränden. Trockene Bestände, hohe Temperaturen, Wind und Erntetechnik können in Kombination ein erhöhtes Risiko darstellen. Der Thüringer Bauernverband (TBV) appelliert daher an die Bevölkerung, sich in Feld, Wald und Flur besonders umsichtig zu verhalten.

Glühende Zigarettenstummel, nicht vollständig gelöschte Einweggrills, offenes Feuer oder auch heiße Fahrzeugteile auf trockenem Bewuchs können Brände auslösen. Bereits eine kleine Zündquelle kann bei der aktuellen Trockenheit schwerwiegende Folgen haben.

Viele landwirtschaftliche Betriebe haben sich auf solche Situationen vorbereitet. Auf Ernteflächen oder an Transportfahrzeugen werden vielerorts Wasserfässer, Löschtechnik oder mit Wasser gefüllte Tanks vorgehalten, um Entstehungsbrände bis zum Eintreffen der Feuerwehr eindämmen zu können. Dennoch gilt: Brandvermeidung hat oberste Priorität. Wer Rauch oder Feuer bemerkt, sollte umgehend die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren und möglichst genaue Angaben zum Ort machen.

Langsam fahrende Erntemaschinen auf Thüringens Straßen

In den kommenden Wochen werden auf Thüringens Straßen wieder vermehrt Mähdrescher und Traktoren mit Anhängern unterwegs sein. Diese Fahrzeuge sind oft langsam, breit und legen kurze Strecken zwischen Feldern, Betrieben und Lagerstätten zurück.

Der TBV bittet alle Verkehrsteilnehmenden um besondere Aufmerksamkeit, Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme. Vorsicht ist insbesondere auf Landstraßen, in unübersichtlichen Kurven, an Kuppen sowie in den Abendstunden bei tiefstehender Sonne geboten. Überholmanöver sollten nur erfolgen, wenn die Strecke vollständig einsehbar ist und ausreichend Platz besteht.

Besondere Gefahr entsteht, wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge nach links in Seitenstraßen, Feldwege oder Feldeinfahrten abbiegen. Solche Situationen werden im Straßenverkehr häufig unterschätzt und können zu schweren Unfällen führen. Rücksicht und vorausschauendes Fahren helfen, die Erntezeit für alle sicherer zu machen.

Die Landwirtinnen und Landwirte in Thüringen arbeiten in den kommenden Wochen mit hoher Intensität daran, die Ernte sicher und möglichst verlustarm einzubringen. Dafür sind sie auf geeignete Witterungsfenster, funktionierende Technik und Verständnis im Straßenverkehr angewiesen.

 

 

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