Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen liegen mit den Frühjahrsarbeiten weitgehend im Plan. Gleichzeitig verschärfen steigende Betriebsmittelkosten und internationale Entwicklungen die wirtschaftliche Lage deutlich.
Die Regenfälle des vergangenen Wochenendes und zu Wochenbeginn haben die Situation auf den Feldern spürbar verbessert und sind für die aktuelle Entwicklung der Kulturen wichtig. Dennoch zeigen Daten des Agrarmeteorologischen Dienstes, dass die Niederschläge der vergangenen Monate nicht ausreichen, um die Bodenwasservorräte nachhaltig aufzufüllen – diese sind insbesondere für den Sommer entscheidend.
Die Staunässe auf einzelnen Flächen hat sich weitgehend zurückgebildet, die Befahrbarkeit der Felder ist damit wieder gegeben. Die Niederschläge der letzten Wochen unterstützen die Pflanzenentwicklung, die durch kühle Nächte derzeit noch verhalten verläuft und entsprechend weniger Wasser benötigt. Für eine stabile Entwicklung und ausreichende Wasservorräte sind in den kommenden Wochen weitere anhaltende Niederschläge erforderlich.
Die Kulturen zeigen insgesamt eine solide Ausgangslage. Trotz verhaltener Vorwinterentwicklung sind die Bestände überwiegend gut durch den Winter gekommen. Die Auswinterungsschäden sind gering, lediglich die Sommergerste aus der Herbstaussaat musste regional umgebrochen werden. Insgesamt entwickeln sich die Kulturen im normalen Bereich. Mit steigenden Temperaturen ist eine deutlich dynamischere Entwicklung zu erwarten.
Auch Grünland, Wiesen und Weiden haben den Winter größtenteils gut überstanden. Vorübergehende Staunässe hat sich inzwischen auch hier weitgehend gelegt.
Im Ackerbau stand zuletzt die Düngung im Fokus, um die Nährstoffversorgung nach dem Winter sicherzustellen und eine zentrale Grundlage für Ertrag und Qualität zu legen. Parallel wurden auf den Thüringer Feldern erste Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Die Aussaat von Zuckerrüben läuft, während die Flächen für den Mais vorbereitet werden (die Aussaat erfolgt voraussichtlich bis Mitte Mai).
Auf Grünlandflächen wurden, soweit möglich, Pflegemaßnahmen umgesetzt und bedarfsgerecht gedüngt. Insgesamt liegen die Arbeiten weitgehend im Zeitrahmen.
Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verschärft sich durch internationale Krisen. Insbesondere die Blockade der Straße von Hormus führt zu steigenden Preisen bei Diesel und mineralischen Düngemitteln, da über diese Route ein erheblicher Teil des weltweiten Rohöls und wichtiger Düngemittelrohstoffe transportiert wird.
Landwirtschaftliche Betriebe sind auf den Einsatz von Maschinen und damit auf Kraftstoffe angewiesen und daher besonders betroffen. Gleichzeitig geraten Lieferketten für Düngemittel unter Druck – vor allem bei Harnstoff, einer zentralen Komponente. Ausbleibende Lieferungen verschieben Warenströme und treiben die Preise weiter nach oben. Die Folge sind steigende Produktionskosten bei gleichzeitig unzureichend steigenden Erzeugerpreisen. Dadurch nimmt die wirtschaftliche Belastung vieler landwirtschaftlicher Betriebe weiter zu.
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Katja Förster
Thüringer Bauernverband e. V.
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