Fachausschuss Erneuerbare Energien verbindet Exkursion und Fachdebatte

Fachausschuss Erneuerbare Energien verbindet Exkursion und Fachdebatte

Der Fachausschuss „Erneuerbare Energien und Nachwachsende Rohstoffe“ kam am vergangenen Dienstag und Mittwoch zu seiner Herbstsitzung zusammen. Zum Auftakt informierten sich die Mitglieder bei einer Exkursion in Brandenburg über zwei unterschiedliche Praxisbeispiele der erneuerbaren Energieerzeugung.

Erste Station war eine rund 76 Hektar große Agri-Photovoltaikanlage. Mit einer Leistung von rund 48 Megawatt verbindet sie die Stromerzeugung mit einer weiterhin möglichen ackerbaulichen Nutzung. Die beweglichen, bifazialen Module werden dem Sonnenstand nachgeführt, zwischen den Reihen bleibt mit rund elf Metern ausreichend Platz für die Bewirtschaftung. Angebaut werden sollen unter anderem Roggen, Weizen, Raps und Luzernegras. Die Anlage wurde ohne EEG-Förderung realisiert und wird vollständig direkt vermarktet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Agri-PV mit höheren Investitionskosten sowie zusätzlichen Anforderungen bei Naturschutz, Genehmigung und Bewirtschaftung verbunden ist. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Zweite Station war das Biomassekraftwerk der MVV Umwelt Asset GmbH in Königs Wusterhausen. Die Anlage ist seit 2003 in Betrieb und verarbeitet jährlich rund 135.000 Tonnen Alt- und Restholz. Der Brennstoff wird angeliefert, aufbereitet und anschließend energetisch genutzt. Seit dem Auslaufen der EEG-Förderung im Jahr 2023 erfolgt die Stromvermarktung unter anderem über Termingeschäfte und den Spotmarkt. Aktuell wird zudem eine Anbindung an das Fernwärmenetz umgesetzt.

Am zweiten Tag stand die energiepolitische Facharbeit im Mittelpunkt. Schwerpunkt war das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet. Der Fachausschuss beschloss, die zentralen Anliegen des Berufsstandes in einem Punktpapier zusammenzufassen und gezielt in die politische Debatte einzubringen. Weitere Themen waren aktuelle energiepolitische Gesetzesvorhaben, vorgestellt von Sandra Rostek vom Hauptstadtbüro Bioenergie, die Lage bei den Biokraftstoffen mit Stefan Arens von der UFOP sowie der weitere Ausbau erneuerbarer Energien in Europa mit Bastian Ölzem vom BDEW.

Die zweitägige Sitzung zeigte, wie eng technische Lösungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen beim Ausbau erneuerbarer Energien miteinander verknüpft sind.

Anja Nußbaum

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