21 angehende Agrarbetriebswirte und 17 Teilnehmer am Meistervorbereitungskurs setzen auf berufliche Qualifizierung. Beim traditionellen Weizencup überzeugten Fachschüler mit einem Ertrag von 85 dt/ha.
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres an der Fachschule für Agrarwirtschaft „Friedrich Gottlob Schulze“ in Stadtroda rückt die berufliche Weiterbildung in der Thüringer Landwirtschaft erneut in den Mittelpunkt. Am 15. Oktober begrüßte Schulleiter Jens Hoffmann die Gäste in der gut gefüllten Aula. Die anschließende Begrüßungsrede von Peter Ritschel, Präsident des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), galt insbesondere den 21 neuen Fachschülern. Sie qualifizieren sich in den kommenden vier Winterhalbjahren zum „Staatlich geprüften Agrarbetriebswirt – Fachrichtung Landwirtschaft“.
Parallel dazu startet im Oktober an der Fachschule ein Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung im Beruf Landwirt/in. 17 praxiserfahrene Fachkräfte nutzen damit die Möglichkeit, ihre beruflichen Kenntnisse zu vertiefen und sich für weiterführende Aufgaben in landwirtschaftlichen Betrieben zu qualifizieren.
Praxiswissen als Grundlage für den Betriebserfolg
Ein fester Bestandteil der Auftaktveranstaltung war die Präsentation der Ergebnisse des Weizencups 2025/2026. Unter fachlicher Begleitung von Greta Bachmann vom TLLLR hatten die Fachschüler die Bewirtschaftung ihrer Versuchsparzellen eigenständig umgesetzt. Der Wettbewerb verbindet theoretisches Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Winterweizenanbau und vermittelt wichtige Kenntnisse zur Bestandesführung, zur Anbaustrategie und zur wirtschaftlichen Bewertung pflanzenbaulicher Entscheidungen.
Den ersten Platz belegte das Team aus Maik Schammler, Jonas Franke und Erik Wenke. Mit der Sortenwahl Pontiform und einer darauf abgestimmten Anbaustrategie erzielten sie einen Ertrag von 85 dt/ha und einen Deckungsbeitrag von 1.039 Euro je Hektar. Für diese Leistung nahmen die drei Fachschüler stolz den Wanderpokal entgegen.
Der Weizencup verdeutlicht, wie wichtig es ist, fachliche Entscheidungen nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern ihre Auswirkungen auf Ertrag und Wirtschaftlichkeit unter praktischen Bedingungen zu beurteilen. Gerade angesichts steigender Anforderungen an den Pflanzenbau und zunehmend anspruchsvoller betrieblicher Rahmenbedingungen sind solche Erfahrungen ein wichtiger Baustein der beruflichen Qualifizierung.
Bildung als gemeinsame Aufgabe
Im Grußwort bedankte sich Dr. Britta Ender vom Referat Bildung des Thüringer Bauernverbandes (TBV) bei allen Beteiligten, die sich für die Qualitätssicherung und die Umsetzung der beruflichen Bildung engagieren. Die Fachschule in Stadtroda leistet mit ihren Fortbildungsangeboten einen wichtigen Beitrag dazu, berufliche Perspektiven in der Landwirtschaft zu eröffnen und qualifizierte Fach- und Führungskräfte für die Betriebe auszubilden.
Für die Thüringer Landwirtschaft ist die berufliche Fortbildung ein wesentlicher Faktor der Fachkräftesicherung. Gut ausgebildete Mitarbeiter, fundiertes Fachwissen und die Fähigkeit, betriebliche Entscheidungen wirtschaftlich und fachlich fundiert zu treffen, bilden wichtige Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Die neuen Fachschüler und die Teilnehmer am Meistervorbereitungskurs zeigen, dass die Bereitschaft zur Weiterqualifizierung in der Praxis vorhanden ist.
Der Thüringer Bauernverband begrüßt dieses Engagement und sieht in der Zusammenarbeit von Fachschule, Ausbildungsbetrieben, zuständigen Stellen und berufsständischer Vertretung eine wichtige Grundlage, um die Qualität der landwirtschaftlichen Bildung in Thüringen dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln.