TBV bringt Forderungen zu EEG 2027 und Netzanschlusspaket in die Politik ein

TBV bringt Forderungen zu EEG 2027 und Netzanschlusspaket in die Politik ein

Der Thüringer Bauernverband (TBV) hat sich mit seinen Forderungen zum geplanten EEG 2027 und zum Netzanschlusspaket an die Thüringer Politik gewandt. Grundlage sind die Stellungnahmen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zum Referentenentwurf EEG und Netzanschlusspaket, die der TBV um die besondere Situation der Landwirtschaft und der erneuerbaren Energien in Thüringen ergänzt hat. Der Forderungsbrief mit den DBV-Stellungnahmen wurden an Thüringer Mitglieder des Deutschen Bundestages, das Thüringer Energieministerium zu Händen Minister Tilo Kummer sowie die zuständigen Landtagsausschüsse Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlicher Raum (WLLR) und Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (UENF) übermittelt.

Aus Sicht des TBV sind Nachbesserungen notwendig, damit landwirtschaftliche Betriebe auch künftig in Biogas und Photovoltaik investieren können und bestehende Anlagen eine wirtschaftliche Perspektive behalten. Die Landwirtschaft habe den Ausbau der erneuerbaren Energien von Beginn an mitgetragen und damit Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und eine dezentrale Energieversorgung im ländlichen Raum geschaffen. Diese Strukturen dürfen durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht geschwächt werden.

Bei Biogas fordert der TBV insbesondere ein Ausschreibungsvolumen von mindestens 2.500 MW pro Jahr bis 2032. Nur so könne der bestehende Anlagenbestand gesichert und die notwendige Umrüstung auf eine flexible, bedarfsgerechte Stromerzeugung ermöglicht werden. Zudem soll der Flexibilitätszuschlag auf 150 Euro je Kilowatt steigen und auch für bereits bezuschlagte Anlagen gelten. Flexible Biogasanlagen können gesicherte Leistung bereitstellen und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Kritisch bewertet der Verband außerdem den weiterhin vorgesehenen Maisdeckel. Die Begrenzung auf 30 Prozent soll gestrichen werden, da sie nach Auffassung des TBV die Wirtschaftlichkeit und insbesondere die saisonale Flexibilisierung der Anlagen erschwert. Auch die vorgesehenen Biomethanausschreibungen sollten nach Auffassung des Berufsstandes nicht abgeschafft, sondern vielmehr wirtschaftlich attraktiver ausgestaltet werden.

Bei der Photovoltaik steht vor allem der Erhalt wirtschaftlicher Perspektiven für Dach- und Agri-PV-Anlagen im Mittelpunkt. Der TBV lehnt die geplante Abschaffung der Förderung kleiner Dachanlagen ab. Gerade Stall-, Hallen- und Gewerbedächer nutzen bereits versiegelte Flächen und vermeiden zusätzliche Konkurrenz um landwirtschaftliche Nutzflächen. Für Agri-PV fordert der Verband eine Anhebung des vorgesehenen Bonus auf mindestens 2,5 Cent je Kilowattstunde, um die höheren Investitionskosten gegenüber klassischen Freiflächenanlagen angemessen auszugleichen.

Auch beim Netzanschlusspaket sieht der Berufsstand erheblichen Änderungsbedarf. Zwar werden die geplanten digitalen Netzanschlussverfahren, Netzkarten und besseren Informationen über verfügbare Netzkapazitäten grundsätzlich begrüßt. Abgelehnt wird jedoch, die Folgen fehlender Netzkapazitäten einseitig auf Anlagenbetreiber zu übertragen. Insbesondere der mögliche Verzicht auf Redispatch-Entschädigungen in kapazitätslimitierten Netzgebieten verschlechtert die Planungs- und Investitionssicherheit. Ebenso kritisch sieht der DBV die geplante Möglichkeit, Erzeugungsanlagen über Baukostenzuschüsse an der Finanzierung des Netzausbaus zu beteiligen. Kleinere Dach-PV- und Agri-PV-Anlagen sollten hiervon ausgenommen werden.

Der TBV hat die politischen Entscheidungsträger deshalb aufgefordert, die anstehenden Beratungen für deutliche Korrekturen zu nutzen. Ziel muss ein EEG 2027 sein, das Investitionen ermöglicht, Versorgungssicherheit stärkt und Wertschöpfung in den ländlichen Räumen Thüringens erhält.

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