Mit der EU-Abgeordneten auf Flurfahrt im Weimarer Land

Mit der EU-Abgeordneten auf Flurfahrt im Weimarer Land

Trotz kuschliger Temperaturen von bis zu 36 Grad hatte der Kreisbauernverband Weimarer Land Marion Walsmann, EU-Abgeordnete und stellvertretendes Mitglied des EU-Agrarausschusses, am 4. August zu einer Flurfahrt im Weimarer Land eingeladen. Diese stand, neben den letzten Arbeiten in der Getreideernte, im Zeichen der aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft, die Perspektiven der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie dem direkte Austausch mit den Praktikern vor Ort.

Erste Station war die Agrarproduktion Großromstedt. Neben Einblicken in die laufenden landwirtschaftlichen Arbeiten und die betriebliche Situation stand insbesondere der Hopfenanbau im Fokus. Die Gespräche in der Hopfenanlage Stobra machten deutlich, welche besonderen Anforderungen mit dem Anbau und der Vermarktung dieser Kultur verbunden sind. Darüber hinaus wurde die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft thematisiert. Dabei ging es sowohl um die vielfältigen Aufgaben und Verantwortungsbereiche von Frauen in den landwirtschaftlichen Betrieben als auch um die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Zukunft der Branche. Aber auch allgemeine Themen wie die schwierige Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln innerhalb der EU wurden besprochen, die viele Betriebe vor zunehmende Herausforderungen stehen.

Anschließend führte die Flurfahrt zur Agrargenossenschaft Rannstedt. Hier standen insbesondere die anstehenden Entwicklungen der GAP ab 2028 sowie die allgemeine landwirtschaftliche Marktlage im Mittelpunkt des Austauschs. Kreisvorsitzender Holger Heyse und sein Team berichteten über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und die Unsicherheiten, mit denen die Betriebe angesichts volatiler Märkte und steigender Anforderungen umgehen müssen. Gerade die neue GAP kann hier zentrale Weichen stellen, die unsere Betriebe langfristig beeinflussen werden. Insbesondere die Diskussionen um eine potentielle Kappung, selbst bei 500.000 Euro oder einer Anrechnung verbundener Unternehmen, würde viele Betriebe vor existenzbedrohende Fragestellungen bringen.

Auch die Tierhaltung war ein wichtiges Thema. Gerade in diesem Bereich zeigt sich, wie eng wirtschaftliche Rahmenbedingungen, politische Vorgaben und die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe miteinander verbunden sind. Holger Heyse beschrieb auch, wie sich die anhaltend abnehmende Zahl von Tierhaltungsbetrieben auf die Berufsausbildung auswirkt und die Branche um Auszubildende wirbt.

Zum Abschluss der Flurfahrt ging es zur Erzeugergenossenschaft Neumark. Dort konnte Marion Walsmann die Weizenernte unmittelbar vor Ort begleiten und sich ein Bild von den laufenden Erntearbeiten machen. Der direkte Einblick in die Praxis bot zugleich Gelegenheit, über die aktuellen Bedingungen für Getreideerzeuger und die Erwartungen der Landwirtschaft an die europäische Agrarpolitik zu sprechen.

Über alle Stationen hinweg wurde deutlich, wie wichtig der unmittelbare Austausch zwischen Landwirtschaft und Politik ist. Die Gespräche vor Ort zeigen, dass politische Entscheidungen auf europäischer Ebene konkrete Auswirkungen auf die tägliche Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe haben. Neben verlässlichen Rahmenbedingungen und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher insbesondere der Abbau unnötiger bürokratischer Belastungen ein zentrales Anliegen der Landwirtschaft.

 

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