Mit einer Auftaktveranstaltung am 6. Juli an der Gedenkstätte Point Alpha ist das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ in die Umsetzungsphase gestartet. In den kommenden zehn Jahren sollen rund 10,2 Millionen Euro eingesetzt werden, um die einzigartige Kulturlandschaft der Region zu erhalten und gemeinsam mit den Bewirtschaftenden weiterzuentwickeln.
Das vom Bund und dem Freistaat Thüringen geförderte Projekt verfolgt das Ziel, artenreiche Lebensräume zu sichern und zu vernetzen, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen sowie eine nachhaltige und naturverträgliche Bewirtschaftung zu unterstützen.
Zur Auftaktveranstaltung kamen rund 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, Fachbehörden, Naturschutz, Region sowie der Land- und Forstwirtschaft zusammen. Dabei wurde die besondere Bedeutung der Thüringer Kuppenrhön als gewachsene Kulturlandschaft hervorgehoben. Der Wechsel von Wald, Wiesen und Weiden prägt die Region, ist Grundlage für die Land- und Forstwirtschaft und bietet Lebensräume für zahlreiche seltene Arten.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden. Gemeinsam mit land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Flächeneigentümern sollen zukunftsfähige Nutzungskonzepte entwickelt und umgesetzt werden, um Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung miteinander zu verbinden.
Projektleiterin Corinna Hoßfeld betonte: „Für die Zukunft der Thüringer Kuppenrhön wird es darauf ankommen, Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung gemeinsam weiterzuentwickeln. Daher möchten wir mit allen beteiligten Akteuren wichtige Impulse setzen und einen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Region leisten.“
Geplant sind unter anderem die Pflege und Wiederherstellung artenreicher Magerrasen und Wacholderheiden, die Förderung vielfältiger Wiesen und Weiden sowie Maßnahmen zur Entwicklung von Feuchtlebensräumen und Kleingewässern.
Das rund 3.240 Hektar große Fördergebiet liegt im Südwesten Thüringens im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Die Umsetzung erfolgt auf freiwilliger Basis und in enger Abstimmung mit den regionalen Akteuren. Wichtige Umsetzungspartner vor Ort sind neben den Landnutzern u. a. die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, die Stiftung Naturschutz Thüringen, Thüringen-Forst AöR sowie die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis.