Fachgespräch an der Berufsschule in Schwerstedt

Fachgespräch an der Berufsschule in Schwerstedt

Am 24. Juni trafen sich an der Berufsschule in Schwerstedt Vertreter des Bauernverbandes und der beruflichen Schule zu einem Fachgespräch.

Gegenstand des Gespräches war die Verstetigung der Kommunikation zwischen dem Berufsstand und dem Bildungspartner Berufsschule. Am Bildungscampus in Schwerstedt werden im Zuge der dualen Ausbildung die Berufe Landwirt/in und Tierwirt/in beschult.

Novellierung des Berufsbildes Landwirt/in

Im Fachgespräch berichtete Katja Müller, Fachlehrerin für Tierproduktion, über den aktuellen Stand der Novellierung des Berufsbildes Landwirt/in. Hier laufen bundesweit intensive Aktivitäten verschiedener Akteure.

Mit Beginn der Berufsausbildung 2027/2028 ändern sich, wenn das Verfahren planmäßig absolviert wird, der Rahmenplan und hier zu vermittelnde Inhalte für die Ausbildungsbetriebe. Nach Auskunft der für Bildung zuständigen Stelle sind zu Beginn 2027 entsprechende Ausbilderschulungen in Planung.

Auch ist die Neufassung des schulischen Rahmenlehrplanes nötig. In deren Erarbeitung ist Katja Müller auf Bundesebene eingebunden. Dies gestattet frühzeitige Einblicke auf notwendige Anpassungen im Bereich der Berufsschule.

Auslastung Berufsschule und Organisation

Mirko Skandera, stellvertretender Schulleiter, berichtete über den aktuellen Stand der Anmeldungen von Azubis für das nächste Ausbildungsjahr. Die Nachfrage ist erfreulicher Weise ungebrochen hoch.

Als Alleinstellungsmerkmal bietet die Berufsschule neben dem Fachunterricht auch den Erwerb der Fachhochschulreife (FHR-Klasse) an. Viele Betriebe nutzen diese Möglichkeit und melden ihre Azubis in dieser speziellen Klasse an.  Konstruktiv und gewinnbringend für die Klasse sind das vorgelagerte Prüfen der schulischen Abschlussnoten (möglichst gute Noten in den Hauptfächern Deutsch, Mathe, Englisch und Biologie) durch die Ausbildungsbetriebe sowie die Berücksichtigung des Interesses der Azubis an einem Fachhochschulstudium, so Skandera.

Verwiesen wird auch auf das Erfolgsmodell der Schule nach dem ersten Schuljahr aus den regulären Schulklassen eine Leistungsklasse zu bilden.

Ausbildungsverbünde und Werbung für Grüne Berufe

Sindy Brückner, Regionalbauernverband Südthüringen/ Ausbildungsverbund e.V., und Dr. Britta Ender, Regionalgeschäftsstelle Ost des Thüringer Bauernverbandes (TBV) und TBV-Bildungsreferentin stellten die im Süden und Osten etablierten Ausbildungsverbünde vor. Diese unterstützen die Sicherung der Qualität der Berufsausbildung durch die Organisation zusätzlicher Lehrunterweisungen. Die Aktivitäten fanden bei der Berufsschule Zuspruch und Anerkennung.

Gewürdigt wurden das Engagement der Kreisbauernverbände und Betriebe in der Beteiligung an Berufsmessen und Organisation von berufsorientierenden Aktivitäten.

Fachkräftegewinnung durch Berufsausbildung

Einig waren sich die Anwesenden, dass häufig zu verzeichnende schulische und persönliche Defizite der Azubis ernste Hemmnisse in der Berufsausbildung darstellen.

Die Gründe dafür sind offenbar sehr verschieden und spiegeln ein gesellschaftliches und branchenübergreifendes Problem dar. Es gilt daher umso mehr alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um für den eigenen Betrieb eine geeignete Strategie zur Fachkräftegewinnung zu finden. So gelingt die Entscheidungsfindung für den Start eines erfolgsorientierten Ausbildungsverhältnisses durch das Angebot ausbildungsvorgelagerter Praktika für Azubi und Betrieb gleichermaßen besser.

Die Beschulung von Azubis mit Migrationshintergrund wird durch die Berufsschule als besondere Herausforderung gesehen. Wenngleich die Schule in begrenztem Maß Förderung in Deutsch als Zweitsprache anbietet, können ggf. bestehende Defizite beim Erwerb der landwirtschaftlichen Fachsprache an der Berufsschule nur begrenzt ausgeglichen werden.

Fazit

Alle anwesenden Gesprächspartner zeigten sich zufrieden mit der konstruktiven und offenen Gesprächsatmosphäre. Antje Heinicke, Abteilungsleiterin in Schwerstedt, regte die Verstetigung dieses Treffens an.

Erfolgreiche Berufsausbildung gelingt besser durch ein gutes Zusammenspiel der Ausbildungsbetriebe mit den verschiedenen Bildungspartnern.

Durch die Bündelung von Berufsschule, Internat und Überbetrieblicher Ausbildungsstätte sowie die Kooperationen mit dem Lehr- und Versuchsgut Buttelstedt am Standort in Schwerstedt bieten dafür gute Chancen.

Eine vertiefende Veröffentlichung von ausbildungsrelevanten Informationen, welche speziell die Berufsschule betreffen, ist im TBV Journal geplant.

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