Rücksicht macht Wege breit: Gemeinde Grabfeld setzt Zeichen für gutes Miteinander auf Rad- und Wirtschaftswegen

Fotos: AGFK Thüringen

Radfahrende, Spaziergängerinnen und Spaziergänger, landwirtschaftlicher Verkehr und weitere Nutzerinnen und Nutzer teilen sich in Thüringen vielerorts Rad-, Feld- und Wirtschaftswege. Gerade in arbeitsintensiven Zeiten wie Ernte und Aussaat kann es dabei zu Begegnungen kommen, die gegenseitige Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme erfordern. Breite Landmaschinen, Staubentwicklung, abgestellte Fahrzeuge oder unübersichtliche Situationen auf schmalen Wegen führen immer wieder zu Konflikten. Die meisten Begegnungen verlaufen problemlos – umso wichtiger ist es, das gegenseitige Verständnis weiter zu stärken.

Ein sichtbares Zeichen dafür setzt nun die Gemeinde Grabfeld. Auf Initiative der Radwegewarte beteiligt sie sich an der thüringenweiten Aktion „Rücksicht macht Wege breit“. Am Rad- und Wirtschaftsweg im Ortsteil Bibra wurden am 15. Juni Bodenmarkierungen angebracht, die alle Wegnutzerinnen und Wegnutzer zu gegenseitiger Aufmerksamkeit aufrufen.

Die Botschaft ist klar: Wer Rad-, Feld- und Wirtschaftswege nutzt, soll aufeinander achten und insbesondere in Ernte- und Aussaatzeiten mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen rechnen. Gleichzeitig werden Landwirtinnen und Landwirte gebeten, mit angepasster Geschwindigkeit und ausreichendem Abstand an Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgängern vorbeizufahren.

Die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“ wurde bereits 2018, initiiert durch den Thüringer Bauernverband (TBV), ins Leben gerufen und soll für mehr Verständnis bei der gemeinsamen Nutzung von Feldwegen und der Flur werben. An geeigneten Stellen werden Schriftzeichen und Logos auf den Wegen angebracht, die an ein faires und rücksichtsvolles Miteinander erinnern. 

Die Markierung in Grabfeld ist Teil der nunmehr gemeinsamen Aktion der Thüringer Tourismus GmbH, des TBV und der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Thüringen. 

Thüringens Rad- und Wanderwegenetz führt vielfach durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Diese Wege dienen nicht nur der Naherholung und dem Tourismus, sondern sind zugleich wichtige Zuwegungen für landwirtschaftliche Betriebe. Damit das Miteinander dauerhaft funktioniert, braucht es Verständnis auf beiden Seiten: Landwirtschaftliche Arbeiten sind saisonal oft zeitkritisch und auf die Nutzung der Wege angewiesen. Gleichzeitig erwarten Erholungssuchende sichere und gut nutzbare Wege.

Der TBV begrüßt daher das Engagement der Gemeinde Grabfeld und der Wegewarte ausdrücklich. Die Aktion zeigt, dass einfache, gut sichtbare Hinweise helfen können, gegenseitige Rücksichtnahme im Alltag zu stärken. Ziel bleibt, dass weitere Kommunen dem Beispiel folgen und die Kennzeichnungen auf geeigneten Rad-, Feld- und Wirtschaftswegen anbringen, denn "Rücksicht macht Wege breit".

 

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