Auf Einladung von Landrat Thomas Ahke fand am 28. Mai 2026 im Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises erneut ein gemeinsamer Austausch zur Gewässerunterhaltung statt. An der Veranstaltung nahmen neben dem Landrat Vertreter des Landwirtschaftsamtes, landwirtschaftlicher Betriebe, des Kreisbauernverbandes Unstrut-Hainich, des Landschaftspflegeverbandes sowie des Gewässerunterhaltungsverbandes teil.
Das Treffen knüpfte an eine Beratung im November 2025 an. Die künftig regelmäßig stattfindenden Zusammenkünfte dienen dem Austausch über aktuelle Herausforderungen der Gewässerunterhaltung im Landkreis und der gemeinsamen Entwicklung von Lösungsansätzen.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Antragsformular vorgestellt und erläutert, das dem Gewässerunterhaltungsverband die erforderliche Befahrung von Gewässerrandstreifen im Falle höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände, mit Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Verbindung mit § 14 GAPInVeKosG ermöglichen soll, ohne dass den betroffenen Landwirten Nachteile im Hinblick auf die Einhaltung der GAPInVeKos-Vorgaben entstehen. Das von der Agrarverwaltung entwickelte Formular ist als landesweit einheitliche Regelung für die Gewässerunterhaltung in Thüringen vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Beratung war die zunehmende Ausbreitung des Bibers. Die Teilnehmer berichteten von einer deutlich gestiegenen Biberpopulation im Unstrut-Hainich-Kreis sowie in den umliegenden Regionen. Dies führt zunehmend zu Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen und verursacht zusätzliche Aufwendungen für die Gewässerunterhaltungsverbände. Aus Sicht der Teilnehmer besteht hier dringender politischer Handlungsbedarf, um praktikable Lösungen für die betroffenen Landwirte und Verbände zu schaffen.
Seitens des Gewässerunterhaltungsverbandes wurde darüber informiert, dass sich die derzeit durchgeführten Unterhaltungsmaßnahmen im Wesentlichen auf die Ortslagen beschränken. Hintergrund ist, dass für Maßnahmen außerhalb der Ortslagen seitens des zuständigen Umweltministeriums grundsätzlich keine finanziellen Zusagen vorliegen. Dadurch können notwendige Arbeiten nur in Ausnahmefällen umgesetzt werden. Die Teilnehmer sahen hierin eine zunehmende Herausforderung für die Gewässerunterhaltung, da sich an zahlreichen Gewässerabschnitten außerhalb der Ortslagen ein wachsender Unterhaltungsbedarf ergibt.
Weitere Themen der Beratung waren die Pflege und der Rückschnitt von Kopfweiden sowie die zunehmende Ausbreitung invasiver Pflanzenarten. Insbesondere der Riesenbärenklau und das Orientalische Zackenschötchen breiten sich in vielen Bereichen zunehmend aus.