Am 21. April fand ein Verbändegespräch unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verbänden statt. Die Veranstaltung wurde durch Ministerin Colette Boos-John eröffnet, die zugleich über die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz (AMK) sowie der Amtschefkonferenz (ACK) vom 18. bis 20. März in Bad Reichenhall berichtete.
Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf den aktuellen Entwicklungen im Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) sowie der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2028 bis 2034. Staatssekretär Marcus Malsch erläuterte hierzu den derzeitigen Stand und ging auf mögliche Auswirkungen für die landwirtschaftlichen Betriebe ein. Seitens des Ministeriums wurde dabei betont, dass die weitere Ausgestaltung auf einer fundierten Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten erfolgen müsse.
Darüber hinaus wurde der aktuelle Sachstand zur geplanten EU-Wiederherstellungsverordnung thematisiert. Das Ministerium informierte über den Stand der Diskussionen sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Sowohl Ministerin Boos-John als auch Staatssekretär Malsch äußerten sich kritisch zur geplanten Ausgestaltung: Zwar werde das Ziel des Biodiversitätsschutzes ausdrücklich geteilt, jedoch würden insbesondere Zeitplan, Finanzierung und praktische Umsetzung als nicht ausreichend realitätsnah eingeschätzt und zusätzliche Belastungen für die landwirtschaftlichen Betriebe befürchtet.
In diesem Zusammenhang übergaben die teilnehmenden Verbände ein gemeinsames Positionspapier zur Initiative #LandschafftZukunft!. Darin sprechen sie sich für den Erhalt unternehmerischer Gestaltungsfreiheit in der nachhaltigen Bewirtschaftung aus und wenden sich gegen eine zunehmende Überregulierung und Bürokratisierung. Aus Sicht der Verbände erfordert die Transformation der Landwirtschaft vor allem praxisnahe und umsetzbare Lösungen.
Am Gespräch nahmen neben dem Thüringer Bauernverband (TBV) auch der Landesverband Gartenbau, die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter, der Verband der Familienbetriebe Land und Forst Sachsen und Thüringen, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland, der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen, der Landjugendverband Thüringen sowie der Thüringer Ökoherz teil. Für den Thüringer Bauernverband nahmen Vizepräsident Toralf Müller und Hauptgeschäftsführerin Beate Köber-Fleck als Gesprächspartner teil.
Das Verbändegespräch bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich zu weiteren zentralen agrarpolitischen Fragestellungen auszutauschen und Positionen zu aktuellen Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene zu diskutieren.