Am 25. März fand in Plothen die diesjährige Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes (KBV) Saale-Orla-Kreis statt.
Der Vorsitzende des KBV, Gunnar Jungmichel, begrüßte als Gäste unter anderem Christian Herrgott (Landrat des Saale-Orla-Kreises), Gerold Schmidt (Vorsitzender der Landsenioren Thüringen), Helmut Gumpert (Ehrenpräsident des Thüringer Bauernverbandes), Olaf Löschner (Leiter der Zweigstelle des TLLLR Zeulenroda) sowie Anja Nussbaum (Referentin beim Thüringer Bauernverband) und Thomas Köhler (selbständiger Agrarberater).
Nach dem Bericht des Vorsitzenden zum Berichtsjahr 2025 mit einem Ausblick auf aktuelle agrarpolitische Themen des Jahres 2026 folgte der Bericht der Revisionskommission. Im Anschluss wurden Vorstand und Revisionskommission für das Geschäftsjahr 2025 durch die Mitgliederversammlung entlastet.
Ein Schwerpunkt der Versammlung war der Bericht von Anja Nussbaum zum Stand des Förderantragsverfahrens 2026. Hintergrund sind die geplanten Verschärfungen der Fördervoraussetzungen für sogenannte verbundene Unternehmen. Nach deutlichen Einwendungen des Thüringer Bauernverbandes (TBV) gegen die vorgesehenen Regelungen kommt im aktuellen Antragsjahr eine Checkliste zur Prüfung der Förderfähigkeit zur Anwendung. In den Agrarförderzentren stehen dafür speziell geschulte Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung.
Thematisiert wurde ebenfalls die Situation in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung, insbesondere Schwierigkeiten bei der Organisation von Zwischen- und Abschlussprüfungen. Dr. Britta Ender (Bildungsreferentin beim TBV) betonte die Notwendigkeit, die Qualität der Ausbildung – vor allem im administrativen Bereich – dauerhaft zu sichern, und dankte den Ausbildungsverbünden im Saale-Orla-Kreis für ihr Engagement in der Arbeit mit den Auszubildenden.
Eine angeregte Diskussion entstand zur Situation mehrerer großer Muffelwildbestände im Landkreis. Die Tiere verursachen wiederholt erhebliche Schäden auf landwirtschaftlichen Kulturen und führen zu wirtschaftlichen Einbußen in den Betrieben. Landrat Herrgott stellte sich in der Diskussion klar auf die Seite der Landwirte und erklärte, dass alle rechtlichen Möglichkeiten zur Bestandsreduzierung geprüft und genutzt werden können sollen.
Der Fachvortrag von Thomas Köhler stand unter dem Thema „Produktionsmittel Boden“. In anschaulicher Form wurden Grundlagen der Bodenkunde erläutert sowie ackerbauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaltevermögens und zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit vorgestellt.