Am 10. Februar lud der Landesjagdverband Thüringen (LJVT) zu seinem traditionellen Neujahrsempfang in das Gasthaus Hubertus in Erfurt ein. Rund 80 Gäste aus Politik, Verwaltung, befreundeten Verbänden sowie die Vorsitzenden und Schatzmeister der Thüringer Jägerschaften folgten der Einladung.
Von Seiten des TBV nahm Vizepräsident Dr. Wolfgang Peter an der Veranstaltung teil und übermittelte ein Grußwort. Er unterstrich dabei die Verbundenheit und Zusammenarbeit beider Verbände. Dazu zählt neben der Rehkitzrettung auch die Zusammenarbeit in der Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest im Rahmen des Schwarzwild-Kompetenzzentrums. Außerdem hob er die große Bedeutung beider Verbände für den gesamten ländlichen Raum hervor.
Den fachlichen Schwerpunkt des Tages setzte Friedrich Noltenius (Wolfszone) mit seinem Vortrag „Wölfe – nicht nur in Thüringen: Aktives Management zugunsten von Wolf, Weidetierhaltung und Natur“.
Sein zentrales Anliegen:
Die Rückkehr des Wolfes ist Realität – entscheidend ist der praktische Umgang damit.
Kernaussagen des Vortrags (kompakt):
- der Wolf ist seit seiner Rückkehr auf eine vom Menschen intensiv genutzte Kulturlandschaft getroffen – nicht auf unberührte Wildnis
- Nutztierschäden nehmen trotz Herdenschutzmaßnahmen vielerorts deutlich zu, besonders problematisch sind schwer zu schützende Tierarten wie Rinder oder Pferde
- der günstige Erhaltungszustand der mitteleuropäischen Wolfspopulation gilt wissenschaftlich als erreicht
- daher eröffnen europäische und nationale Rechtsentwicklungen künftig mehr Handlungsspielräume für ein regional angepasstes Management
- Ziel müsse ein Gleichgewicht zwischen Artenschutz und Weidetierhaltung sein – beides gleichrangige Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes
- notwendig seien praktikable rechtliche Rahmenbedingungen, um bei schadensverursachenden Wölfen zeitnah handeln zu können
- eine flächendeckende Bejagung sei ebenso wenig sinnvoll wie ein rein passives Dulden von Schäden, gefragt sei ein differenziertes, verantwortungsvolles Vorgehen
Sein Fazit fand breite Zustimmung im Saal:
Beim Thema Wolf geht es nicht um Ideologie, sondern um ein kluges, praxistaugliches Miteinander.