Am 3. Februar fand in Leipzig das Mitteldeutsche Forum Landwirtschaft der Leipziger Ökonomischen Societät statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, welchen strategischen Stellenwert Ernährungssouveränität für Politik, Gesellschaft und die landwirtschaftliche Praxis einnimmt, insbesondere vor dem Hintergrund globaler Krisen, zunehmender Zielkonflikte und steigender Anforderungen an landwirtschaftliche Betriebe.
In Vorträgen und Diskussionsrunden wurde deutlich, dass eine stabile und wettbewerbsfähige Landwirtschaft eine zentrale Voraussetzung für die Versorgungssicherheit darstellt. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis beleuchteten globale Einflussfaktoren, agrarpolitische Rahmenbedingungen sowie technologische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Betriebe.
Aus thüringischer Sicht brachte insbesondere Dr. Stefan Blöttner, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Teichel e.G., praktische Erfahrungen aus der Unternehmensführung ein. In der Podiumsdiskussion wurde herausgestellt, dass Ernährungssouveränität nicht allein auf nationaler oder europäischer Ebene entschieden wird, sondern maßgeblich von wirtschaftlich tragfähigen Betrieben, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und funktionierenden Wertschöpfungsketten vor Ort abhängt.
Die Diskussionen machten deutlich, dass zusätzliche Auflagen, mangelnde Planungssicherheit und steigende Kosten die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Unternehmen weiter unter Druck setzen. Gleichzeitig wurde betont, dass Innovationen, betriebliche Anpassungsstrategien und regionale Kooperationen wichtige Bausteine für mehr Resilienz im Ernährungssystem sind.
Auswahl der Referenten und Diskutanten:
- Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft
- Dr. Bettina Rudloff, Stiftung Wissenschaft und Politik
- Prof. Dr. Martin Banse, Thünen-Institut für Marktanalyse
- Antje Frehse, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
- Dr. Stefan Blöttner, Agrargenossenschaft Teichel e.G.
- Vertreter landwirtschaftlicher Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Das Forum bot einen faktenbasierten Austausch und verdeutlichte, dass Ernährungssouveränität auch für Thüringen eine strategische Zukunftsfrage bleibt, mit klaren Erwartungen an Politik und Gesellschaft, die wirtschaftlichen Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion langfristig zu sichern.