Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin hat der Deutsche Bauernverband (DBV) am 16. Januar seinen traditionellen Neujahresempfang abgehalten. Die Grüne Woche, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, gilt als einer der zentralen agrarpolitischen Treffpunkte zu Jahresbeginn und versammelt Fachpublikum aus Politik, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Verbänden und Interessenvertretungen aus Deutschland und dem Ausland.
Bei seiner Ansprache vor rund 1.000 Gästen betonte DBV-Präsident Joachim Rukwied die Notwendigkeit, der Landwirtschaft konkrete Perspektiven zu eröffnen. Er wies darauf hin, dass die Stimmung in vielen Betrieben weiterhin gedämpft sei, mahnte aber zugleich einen Blick nach vorne an. Entscheidende Themen seien die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, die Stärkung der Ernährungssicherheit und eine verlässliche agrarpolitische Rahmenordnung.
In seiner Rede hob Rukwied hervor, dass die Landwirtschaft als Zukunftsbranche gebraucht werde und dass politische Entscheidungen – sowohl national als auch auf EU-Ebene – stärker auf die Bedürfnisse der Betriebe ausgerichtet werden müssten. Er unterstrich die Bedeutung einer starken Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie eines politischen Fokus auf Ernährungssicherheit.
Ein weiterer Schwerpunkt des Empfangs war das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026“. Der DBV will dieses Thema im Laufe des Jahres intensiv begleiten und betonte insbesondere die Chancen von Betriebsübernahmen durch Frauen sowie deren zunehmende Beteiligung im Ehrenamt und in Führungsaufgaben innerhalb der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung.
Der Neujahresempfang bot zudem Gelegenheit zum Austausch zwischen landwirtschaftlichen Praktikern, Verbandsvertretern und politischen Entscheidungsträgern – darunter Akteure aus dem Bund, der EU-Agrarpolitik und der Ernährungswirtschaft. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche wurde deutlich, dass der DBV weiterhin auf einen intensiven Dialog mit der Politik setzt, um wirtschaftliche Belastungen, Regulierungsdruck und Rahmenbedingungen für Investitionen thematisch zu verankern.
Insgesamt unterstreicht dieser Auftakt der Grünen Woche 2026, wie wichtig die aktive politische Interessenvertretung und der fachliche Dialog für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft in Deutschland sind.