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Medienmitteilung: Thüringer Erntepressekonferenz 2025 - Thüringer Landwirtschaft unter Druck Empfehlung

  Katja Förster      28. August 2025
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Die Thüringer Landwirtschaft blickt mit Sorge auf die diesjährige Ernte. Obwohl die Erträge überdurchschnittlich ausfielen, belasten historisch niedrige Erzeugerpreise, steigende Kosten und politische Herausforderungen die Betriebe. Dies wurde auf der traditionellen Erntepressekonferenz von Ministerin Colette Boos-John und dem Präsidenten des Thüringer Bauernverbandes (TBV), Dr. Klaus Wagner, in Berlstedt deutlich.

Die Ernte 2025 war stark vom Wettergeschehen geprägt. Nach einer ausgeprägten Frühjahrstrockenheit folgte ein sehr wechselhafter Sommer. Besonders der Juni und Juli brachten wiederholt Regen, Gewitter und Hagel, was zu Verzögerungen bei der Ernte führte. Die Erntemaschinen konnten vielerorts erst mit Beginn des Augusts flächendeckend eingesetzt werden. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes belegen die besondere Witterungslage: Mit 93 Litern pro Quadratmeter fiel im Juli fast 50 Prozent mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Gleichzeitig lag die Sonnenscheindauer deutlich unter dem Durchschnitt. „Die Witterung hat vieles erschwert, aber am Ende war es der August, der die Ernte überhaupt noch möglich gemacht hat“, erklärte Wagner. „Doch gutes Wetter zum Ernten ersetzt keine auskömmlichen Preise.“

Was global nach einer Erfolgsmeldung klingt, ist für viele Thüringer Betriebe wirtschaftlich kaum tragbar: Seit Mai sind die Erzeugerpreise flächendeckend um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Gleichzeitig steigen Lagerbestände und internationale Börsen verstärken durch spekulative Preisbewegungen die Unsicherheit auf den Märkten. „ Noch nie wurde weltweit so viel Getreide geerntet – und doch wird es für unsere Betriebe immer schwerer, davon leben zu können“, betonte Wagner. „Wer die heimische Landwirtschaft erhalten will, muss endlich faire Marktbedingungen schaffen.“

Zugleich verwies der TBV-Präsident auf die hohe Effizienz der Betriebe in Thüringen: Diese seien technisch hochgerüstet, gut ausgebildet und wirtschafteten nach fachlich fundierten Prinzipien. Trotzdem seien sie zunehmend benachteiligt. „Unsere Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb – aber mit deutlich höheren Auflagen in Sachen Umwelt-, Sozial- und Arbeitsrecht. Das ist aus gesellschaftlicher Sicht nachvollziehbar, führt aber faktisch zu Wettbewerbsnachteilen, die immer mehr Existenzen gefährden“, so Wagner.

Gerade in global unsicheren Zeiten seien stabile agrarpolitische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene unerlässlich. Stattdessen droht mit dem Vorschlag der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) ein Bruch mit dem bewährten System der gemeinsamen Agrarpolitik und damit eine weitere Verschärfung der Unsicherheiten für die landwirtschaftlichen Betriebe. Der Thüringer Bauernverband lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. „Wer Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft garantieren will, muss die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft heute mitdenken“, so Wagner abschließend.

 

Kontakt

Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt

Telefon: +49 361 262 532 29

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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